Polen macht's spannend!

BVB-Star Kuba rennt nach seinem ersten EM-Tor gegen Russland jubelnd zu seinen Fans.

Gruppe A hält, was sie versprach: Vier ausgeglichene Teams kämpfen bis zum Schluss um den Einzug ins Viertelfinale der EURO.

4, 3, 2, 1 – das sind die Punkte von Russland, Tschechien, Polen und Griechenland nach zwei Spielen. Am letzten Spieltag stehen also zwei Finals an. Samstag um 20:45 Uhr treffen zeitgleich Tschechien und Polen in Breslau und Griechenland und Russland in Warschau aufeinander.

Die besten Chancen aufs Erreichen des Viertelfinals haben dabei die Russen. Sie haben nicht nur die meisten Punkte, sondern treffen auch auf den vermeintlich leichtesten Gegner. Nach dem furiosen 4:1-Auftaktsieg gegen Tschechien fehlte gegen Gastgeber Polen (1:1) die Kaltschnäuzigkeit vorm Tor. Es brauchte einen Freistoß, den Andrey Arshavin perfekt auf Alan Dzagoev zirkelte. Der Shootingstar der EM (jetzt drei Treffer) knipste per Schulter/ Rücken die zwischenzeitliche Führung. Mit einer ähnlich inkonsequenten Leistung wird es aber auch mit Dzagoev schwer gegen Griechenland. Da den Russen ein Unentschieden zum Weiterkommen reicht, ruhen die Hoffnungen, ein tolles Spiel zu sehen auf den Griechen.

Die müssen unbedingt gewinnen. Sollte Gekas und Co. diese kleine Überraschung tatsächlich gelingen und Tschechien gleichzeitig unentschieden gegen Polen spielen, kommt es auf das Torverhältnis der punktgleichen Russen, Griechen und Tschechen aus dem direkten Vergleich an. Dass das "Piratenschiff" (Spitzname der griechischen Auswahl) jetzt gegen das stärkste Team der Gruppe siegen muss, haben sie sich selbst zuzuschreiben: Im Eröffnungsspiel gegen Polen verschoss Karagounis beim Stand von 1:1 einen Elfmeter, gegen Tschechien ließ sich die Abwehr um Schalke-Youngster Kyriakos Papadopoulos in den ersten sechs Minuten zwei Tore einschenken.

Der Wolfsburger Petr Jiracek (3. Minute) und der Neu-Wolfsburger Vaclav Pilar (6.) hatten Griechenland kalt erwischt. Mit Gekas stellte ein weiterer Bundesliga-Bekannter den 2:1-Endstand her. Das tschechische Rudel muss im letzten Spiel gegen Polen auf Sieg spielen. Ein Unentschieden (siehe oben) könnte zu wenig sein. Dann würden sich die vier Gegentore aus dem Russland-Match vielleicht rächen.

Gegen ein Remis dürften auch die Polen einiges einzuwenden haben. Trotz streckenweise starker Auftritte ist das Gastgeberland weiterhin sieglos. Am deutlichsten blitzte die Qualität bei einer Klasse-Kombination gegen die Russen auf, die der Mainzer Eugen Polanski mit einem Tor krönte – leider aus dem Abseits heraus. So mussten sie erst in Rückstand geraten, um dann nach dem sehenswerten Ausgleich durch Jakub "Kuba" Blaszczykowski zu demonstrieren, wie sehr das ganze Land hinter seinen Rot-Weißen steht. Das war gegen Griechenland nicht anders. Auch da war die Offensive um Robert Lewandowski aber zu schlampig in der Chancenverwertung. Im "kleinen Finale" vs. Tschechien muss das Team endlich über 90 Minuten überzeugen.

Prognose:

Russland profitiert jetzt auch von der Erfahrung des alten Teams (im Schnitt 30,8 Jahre). Gegen zu harmlose Griechen brennt nichts mehr an – knapper Sieg für die Russen. Damit käme der Sieger aus Tschechien-Polen als Zweiter weiter und würde im Viertelfinale auf den Sieger aus Gruppe B treffen (Deutschland, Portugal oder Dänemark). Polen lässt sich die Chance bei der Heim-EM nicht nehmen und schafft – getragen von den rund 43.000 Zuschauern in Breslau – einen klaren Sieg. Daraus ergibt sich folgende Abschlusstabelle:

. Russland

2. Polen

3. Tschechien

4. Griechenland