Poldi wieder nur eingewechselt

Lukas Podolski im Zeikamp während des Spiels seines FC Arsenal gegen Everton.

Lukas Podolski kommt beim FC Arsenal über die Reservistenrolle momentan nicht hinaus. Beim 0:0 gegen den FC Everton kam Poldi in der 69. Minute von der Bank aus ins Spiel und das bereits zum sechsten Mal in Folge. Arsenal und Poldi verpassten durch das Unentschieden die Chance, den Vorsprung auf die Verfolger Chelsea und Tottenham vorübergehend auf vier Punkte auszubauen.

Ein 0:0 gegen Everton, zwei Punkte liegen gelassen und mal wieder nur eingewechselt worden. Für Lukas Podolski war das Heimspiel seines FC Arsenal gegen den Verfolger FC Everton nicht grade ein Fußballfest. Poldi im Moment nur Reservist bei Arsenal. Dabei hatte er sich Hoffnungen auf einen Startelf-Einsatz gegen Everton gemacht. Zum letzten Mal stand der Nationalspieler am 30. Januar in der Startformation der Gunners, dann warf ihn zunächst eine Verletzung zurück, die ihn zwang, zu pausieren. Doch seit Poldi wieder fit ist, kommt er nicht in Tritt und ist bei Arsene Wenger derzeit nur "zweite Wahl".

Poldis Tweet vor dem Everton-Spiel.
Poldis Tweet vor dem Everton-Spiel.

Was ist mit Poldi los? Auch bei Joachim Löw ist der ehemalige Kölner längst nicht mehr gesetzt, findet sich auch im DFB-Team meistens auf der Bank wieder, genau wie seit Monaten in London. Dabei verlief Poldis Einstand bei den Gunners prächtig: In den ersten 13 Saisonspielen stand der Angreifer immer von Beginn an auf dem Rasen, traf in den ersten vier Spielen gleich zweimal und erwies sich besonders in der Champions League als sehr wertvoll – vier Hütten netzte Poldi in den sechs Gruppenspielen für die Londoner. Doch dann kam die Rückrunde: Zunächst mit einer Knöchelverletzung außer Gefecht, verlor Podolski zunehmend die Tuchfühlung zur Arsenal-Stammelf, kommt mittlerweile nur noch von der Bank, so wie in der 69. Minute gegen Everton für Kollege Theo Walcott. Teilweise schmorte Poldi zuletzt sogar die vollen 90 Minute auf der Gunners-Bank.

 

Zoff mit Wenger und Wechsel im Sommer?

Fit ist Poldi auf jeden Fall, die Problematik wird eher woanders vermutet. Laut dem englischen Boulevardblatt "The Sun" soll das Verhältnis zwischen dem deutschen Nationalspieler und Arsenal-Trainer Arsene Wenger nicht das beste sein. Bestätigt wurde dies jedoch bisher nicht, weder von Poldi selbst noch von Coach Wenger, der den Stürmer nach seiner Einwechslung und seiner Bude beim 3:1 gegen Norwich City ausdrücklich lobte: "Seht doch nur, wie er gespielt hat. Sobald ein Spieler mal drei Spiele nicht gespielt hat, schreibt die Presse gleich solche Geschichten. Er sieht hier sehr glücklich aus", so Wenger.

Und auch Podolski selbst betont immer wieder, wie wohl er sich in London fühlt, sowohl in der Stadt, als auch beim Verein. Poldi und Wenger: Schwieriges Verhältnis oder ein Herz und eine Seele? Die aktuelle Lage können wohl nur die beiden selbst so richtig beurteilen, klar ist aber, dass die momentane Rolle bei Arsenal dem Anspruch von Poldi nicht gerecht werden dürfte, begann seine Zeit in England doch als Stammspieler.

Dieser ist Poldi nicht mehr, Verhältnis zum Trainer hin oder her. Poldis Problem ist wohl nicht der Trainer, sondern der Lauf des Teams. Ohne Podolski in der Anfangself gewannen die Londoner sieben der letzten neun Spiele und scheinbar ist die Fußballweisheit "Never change an winning Team" aktuell Podolskis Hauptproblem. Ein Wechsel von Podolski im Sommer, über den englische Medien bereits kräftig spekulieren, ist aber wohl eher unwahrscheinlich. Zuletzt wurde über das Interesse von Juventus Turin am Deutschen berichtet, auch Atletico Madrid und Galatasaray Istanbul sollen an Poldi interessiert sein, doch der wird wohl unabhängig von seiner aktuellen Situation beim FC Arsenal bleiben.