Peps missglücktes Experiment

Bayern Coach Pep Guardiola: BRAVO Sport Praktikant Lennart Hermes analysiert sein misslungenes Experiment.

Sensation beim Testspiel zwischen RB Salzburg und dem FC Bayern: Der Tripel-Sieger verlor gegen Tabellenführer der österreichischen Liga mit 0:3. "Der Gegner war besser als wir. Es war einer Lehre für uns", sagte Coach Pep Guardiola. Dem Coach misslingt beim Test-Debakel sein Dreierketten-Experiment und auch eine Umstellung konnte sein verwirrtes Team nicht mehr in die Spur bringen meint BRAVO Sport Praktikant Lennart Hermes.

Was unvorstellbar klingt ist bitterer Ernst: Die beste Mannschaft der Welt, der Gigant der Bundesliga hat seine erste Niederlage im neuen Jahr kassiert. Der FC Bayern verlor am Sonntag gegen den derzeitigen Tabellenführer der österreichischen Liga, Red Bull Salzburg, mit 0:3.

Die Münchner gingen hoffnungslos unter. Und dies nicht nur wegen Pep Guardiolas Experiment. Eine Dreier-Abwehrkette, bestehend aus Dante, Boateng und Martinez sollte dieses mal das Bayern-Tor schützen. Doch schon zehn Sekunden nach Anpfiff standen drei Salzburger Angreifer vor Dante. Nach dem 0:2 durch Salzburgs Soriano beendete Geburtstagskind Guardiola sein Dreierketten-Experimnet und stellte auf die Standard-Viererabwehrkette um.

Doch am Spielverlauf änderte dies nur wenig. Die Bayern blieben unterlegen und kassierten in der 44. Minute noch die dritte Bude. Während die Bayern nur drei gute Chancen hatten, spielte sich Salzburg durch starkes Pressing deutlich mehr Chancen raus und nahmen Stars wie Götze und Thiago mühelos die Bälle ab.

Aber warum hatte Guardiola die Idee mit der Dreierabwehrkette? Die Antwort: Der Coach wollte seinen Tiki-Taka Fussball mit einem weiteren Mittelfeld-Spieler erweitern. Doch die Bayern-Spieler wussten nicht, was genau sie zu tun hatten. Die Millionen-Truppe wirkte verwirrt und brachte nichts zustande, was es den Salzburgern im ausverkauften Stadion sehr viel einfacher machte, die Bayern-Abwehr zu knacken.

Und auch nach der Umstellung agierte die Guardiola-Elf kopflos. Letzlich führten jedoch nicht nur die Abwehr-Probleme zur Blamage: Mit Lahm, Schweinsteiger, Robben und Ribéry fehlten gleich vier Stamm-Spieler. Guardiola sagte nach dem Spiel: "Wenn es dann in der Halbzeit 0:3 steht, dann denkst du, der Trainer ist verrückt. Ein Freundschaftsspiel ist dazu da, Varianten auszuprobieren." Er ging außerdem zu Salzburgs Trainer Roger Schmidt und überbrachte ihm seine Anerkennung. Auch Müller äußerte sich zu dem Spiel: "Wenn man schon verliert, dann am besten ein Freundschaftsspiel."