"Niemand ist 100 Millionen wert" Zlatan Ibrahimovic über Bale: "Niemand ist 100 Millionen wert – nicht mal ich!"

Zlatan Ibrahimovic im Spiel der schwedischen Nationalmannschaft gegen Kasachstan.

Zlatan Ibrahimovic äußert sich zur Rekord-Ablösesumme für Gareth Bale – und offenbart dabei fast so etwas wie Bescheidenheit. Außerdem übt er Kritik an der Transferpolitik der Klubs und spricht über den Druck, der nun auf Bale lastet.

Zlatan Ibrahimovic, der oft überhebliche und streitbare Megastar von Paris St. Germain und der schwedischen Nationalmannschaft hat sich in einem Interview mit dem englischen Magazin BBC Football Focus zur Rekordablösesumme geäußert, die Real Madrid für Gareth Bale bezahlt hat. "Niemand ist diesen riesigen Geldbetrag (ca. 100 Millionen Euro, d. Red.) wert. Nicht einmal ich selbst!", so "Ibrakadabra". Ibrahimovic zeigt sich von einer sehr reflektierten, selten gesehenen Seite. Vom Schweden-Star ist man sonst eher großspurige Ansagen gewohnt, in denen er sich oft über andere Spieler stellt. "Das Verrückte an solchen Situationen ist das Verhalten der Klubs und der Medien. Die Klubs sind völlig verzweifelt und wollen unbedingt große Namen kaufen. Und die Medien erhöhen ständig den Druck." Den Druck sieht Ibrahimovic nun hauptsächlich auf den Schultern von Bale. "Ich hoffe, dass Bale eine Menge Geduld und Gelassenheit mitbringt. Auf ihm lastet jetzt ein Wahnsinns-Druck. Wenn Real keine Siege und Trophäen einfährt, könnte er schnell zum Hauptschuldigen der Fans werden", sagt der PSG-Star. Dabei denkt er an prominente Vorgänger des Rekord-Transfers. "Ich erinnere mich noch daran, dass Zinedine Zidane von den Real-Fans ausgepfiffen wurde. Und das als einer der besten Fußballer der Geschichte."

Zlatan Ibrahimovic schließt sich damit der immer größer werdenden Menge an Stars und Funktionären an, die die Ablösesumme für überzogen halten. Real Madrids Präsident Florentino Perez hatte sich früh darauf festgelegt, Bale unbedingt zu verpflichten. Da Tottenhams Präsident Daniel Levy ein zäher Verhanlungspartner ist, kam Perez um die horrende Ablöse nicht herum.