Neue Reifen für Vettel und Co.

Reifenhersteller Pirelli steht im Formel-1-Zirkus mächtig unter Druck.

Das Reifen-Thema bestimmt die Formel 1 derzeit wie kein anderes! Fernando Alonso und Kimi Räikkönen sind zufrieden und kassieren jede Menge Punkte und Podiumsplätze, während der dreifache Weltmeister [tag:vettel]Sebastian Vettel[/tag] gar nicht mehr aufhört zu meckern. Dies wird sich aber jetzt wohl ändern: Denn Red Bull setzt sich mit seinen Wünschen durch und Formel-1-Boss Bernie Ecclestone spricht ein Machtwort. Bereits zum Kanada-Rennen wird ein anderes Reifen-Modell zum Einsatz kommen.

Jubel bei Red Bull Racing und Weltmeister Sebastian Vettel! Das Dauer-Theater um die Reifen in der Formel 1 könnte bald beendet sein. Denn Formel-1-Boss Bernie Ecclestone hat ebenfalls die Faxen dicke und fordert neue Pneus. Die Teams von Ferrari und Lotus dürften sich dagegen über die neuste Entscheidung von Formel-1-Boss Bernie Ecclestone nicht freuen. Diese Teams fanden die richtige Abstimmung von Fahrzeug und Reifen und holten in den letzten Rennen einige Punkte im Kampf um die Weltmeisterschaft. Nicht zuletzt weil Ferrari-Pilot Fernando Alonso und Lotus-Fahrer Kimi Räikkönen schonender mit ihren Rennwagen und der empfindlichen Reifen umgehen. Anders als der dreifache Weltmeister Sebastian Vettel und auch Mercedes-Fahrer Lewis Hamilton. Vettel äußerte sich nach dem Soanien-GP sehr verärgert über die Reifenqualität: "Die neuen Reifen waren ein Griff ins Klo." Auch Red-Bull-Teamchef Christian Horner sieht das ähnlich: "Unser Limit waren zuletzt weder der Fahrer noch das Auto. Stattdessen mussten wir unseren Speed den Reifen anpassen."

Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel sieht sich seine Reifen nach dem Rennen an und ist alles andere als glücklich.
Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel sieht sich seine Reifen nach dem Rennen an und ist alles andere als glücklich.

 

Vettel: "Die neuen Reifen waren ein Griff ins Klo."

Anders sieht das Formel-1-Pilot Räikkönen, der nach seinem zweiten Platz in Spanien erklärte: "Wir haben das eben besser gelöst. Warum sollte man etwas ändern?" Lotus-Teamchef Eric Boullier lehnt den neuen, robusteren Reifen ab. Einen möglichen Austausch bezeichent er als "nicht fair". Das scheint Bernie Ecclestone aber nicht zu beeindrucken: "Die Reifen sind falsch und nicht das, was wir von Pirelli erwartet hatten." Nach Gesprächen mit dem Reifenhersteller liefert Pirelli bereits zum Kanada Grand Prix – drei Wochen früher als zunächst geplant – ein anderes Reifenmodell: "Wir werden zum Reifentyp der vergangenen Saison zurückkehren, der uns enge Rennen beschert hat," sagt der 82-jährige Ecclestone. Das neue Reifenmodell soll laut Hersteller eine Mischung aus den altbekannten Reifen des Vorjahres und der aktuellen Version sein. Dass zeitnah gehandelt werden muss, sieht auch Pirelli-Motorsportchef Paul Hembery ein: Denn die 82 Reifenwechsel der 22 Rennwagen beim Rennen in Barcelona seien definitiv "viel zu viele" gewesen.

Fakt ist, dass die Formel 1 derzeit durch die Reifen und den Umgang bestimmt wird, und nicht mehr das schnellste Auto mit dem hitzigsten Fahrer und dem besten Team die Nase vorn hat. Der Red-Bull-Rennstall hat zwar ein super schnelles Fahrzeug auf dem Asphalt gebracht, aber die schnell verschleißenden Rädern von Pirelli bringen das Team seit Saisonstart um wertvolle Punkte.

Die aktuellen Pirelli-Reifen weisen einen sehr schnellen Verschleiß auf, zumindest aus Sicht von Red Bull und Mercedes.
Die aktuellen Pirelli-Reifen weisen einen sehr schnellen Verschleiß auf, zumindest aus Sicht von Red Bull und Mercedes.