NBA: Neuer Rassismus-Skandal

Bruce Levenson hat sich wegen rassistischen Äußerungen selbst angezeigt.
Bruce Levenson, der Eigner der Atlanta Hawks, hat sich wegen rassistischen Äußerungen selbst angezeigt.

Ein neuer Rassismus-Skandal überschattet die NBA! Gerade erst ist die Posse um Donald Sterling, dem ehemaligen Klubbesitzer der Los Angeles Clippers, beendet worden, sorgt ein weiterer Klubbesitzer für Negativ-Schlagzeilen: Bruce Levenson, der Eigner der Atlanta Hawks, hat sich bei der Liga wegen rassistischen Äußerungen selbst angezeigt!

Vor zwei Jahren hat Levenson eine E-Mail mit rassistischen Äußerungen verfasst. Unter anderem hat er sich über die geringe Zuschauerresonanz bei den Atlanta Hawks den Kopf verbrochen. Er wollte eine Fan-Base haben, die vermehrt aus Weißen bestehe. Diese Mail sei „unangebracht und beleidigend“ gewesen, gestand Levenson ein. Er zog auch die Konsequenzen und will das Team, in dem auch der deutsche Nationalspieler Dennis Schröder aktiv ist, verkaufen.

 

Levenson: "Habe unsere Fans trivialisiert"

Dennis Schröder spielt seit 2013 für die Atlanta Hawks.
Dennis Schröder spielt seit 2013 für die Atlanta Hawks.

„Indem ich klischeebehaftete Annahmen über ihre Interessen (z.B. Hip Hop vs. Country, schwarze vs. weiße Cheerleader etc.) gemacht und ihre gegenseitige Wahrnehmung (heißt: Weiße Fans könnten von unseren schwarzen Fans eingeschüchtert sein) stereotypisiert habe, habe ich unsere Fans trivialisiert, erklärte Levenson. Er ist der Meinung, dass rund 70  Prozent der Zuschauer bei Hawks-Heimspielen Afro-Amerikaner sind. Das würde Weiße davon abhalten, zum Spiel zu kommen. "Meine Theorie ist, dass die vielen Schwarzen unter den Zuschauern den Weißen Angst machen. Gleichzeitig gibt es aber nicht genug wohlhabende schwarze Fans um genügend Saisonkarten abzusetzen", schrieb Levenson damals in der E-Mail.

Doch damit nicht genug: "Versteht mich nicht falsch. Es ist in der Arena nie etwas Bedrohliches passiert, aber ich glaube, dass sich die weißen Südstaatler in einem Stadion oder einer Bar nicht wohlfühlen, wenn sie in der Minderheit sind", fügte er hinzu. Daher wollte er weiße Cheerleader, die Musik dementsprechend anpassen, dass sich „ein 40-jähriger Weißer“ wohlfühlt: „Ich hab sogar darüber gemeckert, dass die Kiss-Cam zu schwarz war.“

 

Levenson: "NBA sollte bei Rassismus eine Null-Toleranz-Linie fahren"

Im Rassismus-Skandal um Donald Sterling, hatte sich Levenson noch deutlich positioniert: „Die NBA sollte bei Rassismus eine Null-Tolerenz-Linie fahren!“ Nun ist ihm aber wohl seine Mail von vor zwei Jahren wieder eingefallen. Die erste Reaktion der NBA: „Ich finde es sehr löblich, dass sich Mr. Levenson selbst bei der Liga angezeigt hat, dass er mit der Liga und den unabhängigen Ermittlern vollständig kooperiert und dass er die Interessen der Hawks, der Community von Atlanta und der NBA an erste Stelle gestellt hat“, sagte NBA-Commisioner David Silver.

 

Skandal bei Atlanta weitet sich aus

Danny Ferry
Danny Ferry.

Inzwischen weitet sich der Rassismus-Skandal bei den Atlanta Hawks weiter aus. Denn auch General Manager Danny Ferry wird wegen rassistischen Äußerungen bestraft. Er soll sich über den britischen Forward Luol Deng abfällig geäußert haben. Dem lokalen Fernsehsender "WSB-TV" soll ein Brief vorliegen, in dem Ferry sagte, dass Deng "einen kleinen Afrikaner in sich" trage, was nicht unbedingt schlecht sei, er sei ein "zweigesichtiger Lügner und Betrüger".

"Ich habe diese Kommentare während eines Telefongesprächs wiederholt, als es um die Verpflichtung Dengs ging. Sie spiegeln nicht meine eigenen Ansichten wider", wird Ferry in einer Presseerklärung der Hawks zitiert.