Nachruf auf Robert Enke

Robert Enke

Als wäre es gestern gewesen ... Die vergangenen drei langen Jahre haben nichts von dem Schrecken genommen, den der Tod von Robert Enke ausgelöst hat. Völlig überraschend hatte sich der Torwart am 10. November 2009 das Leben genommen.

Bis heute kann man es nicht begreifen, es nicht verstehen: Robert Enke wirft sich vor einen Zug und beendet sein Leben viel zu früh. Schwere Depressionen plagen den Fußballer über Jahre hinweg, lassen das Leben für ihn schließlich nicht mehr lebenswert erscheinen. Die Angst zu versagen, dem Druck des Profi-Fußballes nicht mehr standhalten zu können, begleitet den Torwart täglich. Auch den Tod seiner kleinen Tocher, die 2006 an einem angeborenen Herzfehler stirbt, kann er bis zuletzt nicht verkraften.

Nicht nur deutsche Fußballfans trauern über den unfassbaren Verlust – ganz Europa ist fassungslos angesichts der Tragödie, die sich hinter der makellosen Fassade des Profi-Fußballs abspielt. Depressionen und Ängste: So etwas gibt es in der heilen Welt der Bundesliga?

Dass der Tod von Robert Enke mitten ins Herz traf, lag sicher auch daran, dass der Torwart ein besonderer Sympathieträger war. Er engagierte sich für den Tierschutz, protestierte aktiv in verschiedenen Kampagnen für die Tierschutzorganisation PETA – und galt als zurückhaltend und bescheiden.

Seine Witwe Teresa sitzt heute im Vorstand der Robert-Enke-Stiftung, die der Deutsche Fußball-Bund, Hannover 96 und die Deutsche Fußball Liga gegründet haben. Die Stiftung setzt sich unter anderem mit „Depression im Leistungssport“ auseinander und versucht zu verhindern, dass es anderen Sportlern genauso ergeht wie Robert Enke.