Mit Hightech auf Torejagd! Torlinien-Technologie

Tor oder nicht? ­Hightech-Kameras ­sehen deutlich mehr als das menschliche Auge!

Tor oder nicht? Das entscheiden bei der WM 2014 zum ersten Mal auch Kameras und Computer mit! BRAVO SPORT erklärt das Hightech-System.

Für England und besonders Frank Lampard (34) kommt natürlich jede Hilfe zu spät. Aber: Krasse Fehlentscheidungen wie nach dem Schuss des Chelsea-Stars gegen Deutschland 2010 (siehe Bild unten auf dieser Seite, es gab kein Tor!) wird es beim nächsten großen Turnier in Brasilien nicht mehr geben. Zum ersten Mal hat der Schiedsrichter nämlich eine elektronische Hilfe, um auf Tor oder nicht zu entscheiden.

200.000 Euro teuer:

Das Rennen um die Technik machte eine deutsche Firma aus Würselen (in der Nähe von Aachen). Goal Control 4D setzt auf 14 Highspeed-Kameras pro Stadion und stach damit Konkurrenten wie den „Chip im Ball“ aus. Der Vorteil von „Goal Control“: Am Stadion, den Bällen oder den Toren muss nichts geändert ­werden. Für 200.000 Euro pro Stadion werden Kameras unters Dach gehängt – den Rest erledigen Hochleistungscomputer, und zwar in Echtzeit. Beim Confed-Cup 2013 kommt das System erstmals zum Einsatz. BRAVO SPORT zeigt euch schon jetzt, wie die Torlinien-Technologie funktioniert.

 

Für 200.000 Euro Highspeed-Kameras

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Jeweils 7 Kameras sind unter dem Stadiondach angebracht und auf den Tor­bereich ausgerichtet. Warum so viele? Weil sonst der Ball eventuell verdeckt sein könnte!

500 Bilder pro Sekunde kann jede Kamera dabei aufzeichnen. Zum Vergleich: Ein normaler Kinofilm läuft nur mit 24 Bildern pro Sekunde ab. Den Grund für die Highspeed-Aufnahmen erkennt man, wenn man sich auf Youtube ein Standbild eines Fußballspiels anschaut: Bei weniger Bildern pro Sekunde wird der Ball unscharf.

2 Gigabyte Daten produziert das System – pro Sekunde! Diese werden an eine zentrale Recheneinheit gesendet.

 

3-D-Bilder aus dem Super-Computer

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Ein Netzwerk aus 15 Rechnern verarbeitet die Bilder der Kameras in Echtzeit!

Die Computer bestimmen zuerst die Position des Balles, aller Spieler, der Schiedsrichter usw. in Tornähe.

Spezielle Filter blenden nun alles außer dem Ball aus. Das ist wichtig, um die genaue Position des Balles zu bestimmen. Das Verfahren ist übrigens millimetergenau!

Jetzt wird aus den Einzelbildern ein 3-D-Modell des Torraums mit Ball berechnet. Das Verfahren nennt sich „Triangulation“ und funktioniert so ähnlich wie eine GPS-Ortung. Übrig bleiben die Koordinaten des Balles. Jetzt erkennt der Computer, ob die Pille im Tor ist. Cool: Die ganze Rechnerei dauert nicht länger als eine Sekunde!

 

Entscheidend bleibt der Schiedsrichter!

Wenn die Torlinie durch den Ball in vollem Durchmesser überschritten wurde, sendet das System dem Schiedsrichter ein Signal (und einen Vibrationsalarm) auf seine Uhr. Das Signal erscheint, bevor der Ball im Netz einschlägt! (Siehe dazu auch das Video)

Nur der Schiri sieht das Signal. Und nur er allein entscheidet danach auf Tor – oder nicht!

 

FIFA-Anforderungen an das System

1. Die Technologie gilt aus schließlich für die Torlinie und dient allein dazu, zu bestimmen, ob ein Tor erzielt wurde oder nicht.

2. Das GLT-System muss hundertprozentig genau sein. „GLT“ steht übrigens für „Goal Line Technology“.

3. Ob ein Tor erzielt wurde, muss sofort angezeigt und binnen einer Sekunde automatisch bestätigt werden. Der Spielfluss darf nicht unterbrochen werden.

4. Das Signal, dass ein Tor erzielt wurde, wird allein den Spieloffiziellen übermittelt.

 

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