ManU fordert Real Madrid

Spionage in Old Trafford: Mourinho beim Spiel von ManU gegen Everton.

Es ist DAS Duell im Achtelfinale der Königsklasse: Real Madrid gegen Manchester United. Vor dem Hinspiel in Madrid geben sich beide Seiten betont entspannt und loben den jeweiligen Gegner. Die Freunde José Mourinho und Alex Ferguson freuen sich gleichermaßen auf das Gigantenduell und auch Real-Superstar Cristiano Ronaldo brennt mit großer Vorfreude auf die Spiele gegen seinen Ex-Klub. Viel Harmonie, dabei steht für beide Klubs viel auf dem Spiel, denn ein Scheitern im Achtelfinale wäre für United und erst recht für die Königlichen ein Desaster.

José Mourinho ist bekannt als ein Freund der großen Worte. Kaum verwunderlich also, dass der Coach von Real Madrid vor dem Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League gegen Manchester United vom "Spiel, auf das die Welt gewartet hat" spricht und tatsächlich: Es ist DAS Hammer-Duell in der Königsklasse – für viele sogar so etwas wie ein vorweggenommenes Endspiel. In diesem Fall übertreibt der Real-Trainer wohl nicht und auch sein Freund und Trainer-Kollege in Diensten von United, Sir Alex Ferguson, macht aus seiner Vorfreude keinen Hehl: "Ich freue mich schon seit der Auslosung darauf. Das ist ein fantastisches Spiel. Es wird nicht leicht. Ihre Heimbilanz ist toll."

Neben seiner Vorfreude drückt Ferguson damit aber auch direkt seine Beobachtungen aus: Die Heimstärke der Königlichen. Im Bernabeu-Stadion hat Real seit zwei Jahren kein Cl-Spiel mehr verloren und auch in der Liga gab es für Ronaldo und Co. seit 33 Spielen keine Pleite mehr – megastark! Doch nicht nur die Statitik beeindruckt den ManU-Trainer, der Real und vor allen Dingen Mourinho in den höchsten Tönen lobt: "Er hat einen fantastischen Kader aufgebaut und ich denke, es ist kein Geheimnis, dass er den Europapokal gerne gewinnen würde", sagte Ferguson. Doch auch Mourinho spart nicht mit Lob für die Legende auf der Trainerbank von ManU: "Ich glaube, dass der Verlierer auch ein bisschen Platz dafür haben wird, sich ein bisschen zu freuen, weil der Freund gewonnen hat. Ich fühle mich deshalb privilegiert, weil er so eine wichtige Person in der Fußballwelt ist und noch wichtiger: Er ist ein guter Mensch.”

 

Beide Teams in Top-Form – CR7 im Fokus

CR7 im Trikot von United, das er von 2003 bis 2009 trug.
CR7 im Trikot von United, das er von 2003 bis 2009 trug.

Bei Manchester United läuft es vor dem Kracher gegen die Königlichen rund. United führt die Tabelle der Premiere League mit einem fetten Vorsprung von 12 Punkten vor City an, schlug am Wochenende den FC Everton mit 2:0. United-Stürmer Wayne Rooney freut sich auf das Kräftemessen mit dem spanischen Rekordmeister: "Es soll ein großartiges Spiel mit zwei großartigen Teams werden. Ich bin sicher, dass es sehr schwierig wird, aber wir müssen fokussiert und auf alles vorbereitet sein", so der englische Nationalspieler.

Auch Real, das in der Liga zwar Barca ordentlich hinterhinkt, ist aktuell in guter Form – nur eine Niederlage in den letzten zwölf Pflichtspielen mussten die Königlichen verkraften. Am vergangenen Wochenende schickten die Jungs den FC Sevilla mit 4:1 nach Hause. Mann des Spiels war wieder einmal Cristiano Ronaldo, der den Südspaniern drei Hütten einschenkte. Ronaldo zu stoppen, darauf wird es für die Engländer ankommen. Doch: CR7 kennt United, trug von 2003 bis 2009 das Trikot der "Red Devils", gewann in Manchester dreimal den englischen Meistertitel und 2008 die Champions League, das gelang ihm mit Real bisher nicht.

Doch klar ist auch: Es wird auf Ronaldo ankommen. Ex-ManU-Kapitän Gary Neville, der noch zusammen mit CR7 spielte, sieht das genau so: "Seit seinem Wechsel zu Madrid hat er sich zu einem Monster gewickelt", stellte Neville unmissverständlich klar und auch Rio Ferdinand, der den Portugiesen ebenfalls aus seiner ManU-Zeit kennt schlägt in die gleiche Kerbe: "Man muss ihn mit so vielen Spielern wie möglich decken", so der Ex-Nationalspieler.

Da die Meisterschaft für Real futsch ist, liegt der Fokus ganz klar auf der Champions League. Das erste Hindernis auf dem Weg ins Finale ist für Real und seinen Superstar nun das Team, über das er sagt: "Manchester war eine sehr gute Zeit für mich. Ich habe dort alles gewonnen. Vielleicht war es die Zeit, wo ich den Fussball am meisten genießen konnte, weil ich noch so jung war." Trotz des Lobeshymnnen der Trainer und von CR7 – spätestens zum Anpfiff in Bernabeu werden alle Beteiligten die Freundschaft für 90 Minuten erstmal vergessen.