Manager und Trainer

Aus zwei mach eins! Markus Babbel hat kein Bock mehr Trainer [seo-i]und[/seo-i] Manager in Hoffenheim zu sein!

Markus Babbel hängt sein Amt als sportlicher Leiter bei der TSG Hoffenheim an den Nagel. Der 40-Jährige möchte im Kraichgau nicht länger Trainer und Sportdirektor in einer Person sein. Warum machen manche Trainer gleichzeitig auch den Sportdirektor?

Was in der Premier League Gang und Gäbe ist hat sich in der Bundesliga nicht wirklich durchgesetzt. Trainer, die zugleich auch die Position des sportlichen Leiters ausfüllen gelten im deutschen Profifußball eher als Exoten. In kleinere Vereinen kommt es eher vor, das Trainer und Sportdirektor in Personalunion vereinigt sind. In der Bundesliga hat Felix Magath dieses Modell berühmt gemacht. In Wolfsburg hat er die Doppelrolle ausgefüllt – das hat super geklappt bei ihm. Sein Nachfolger Armin Veh war damit offenbar überlastet und ist bei den "Wölfen" nicht so gut klar gekommen! Was in das Aufgabenfeld eines Trainers fällt, ist klar aber was macht eigentlich ein Sportdirektor?

 

Aufgaben eines Sportdirektors

Der Sportdirektor ist Teil der Manager-Etage eines Sportvereins und in der Regel der Vorgesetzte des Trainers. Während der Coach sich um die sportlichen Belange des Kaders kümmert – also die taktische Ausrichtung der Mannschaft ausbaldowert, die technischen Skills der Spieler und ihre Kondition fördert – liegt das Aufgabenspektrum des Sportdirektors eher im Verwaltungsbereich. Das heißt, seine Kompetenzen umfassen im Wesentlichen die Organisation des Spielbetriebs – er gestaltet also Termin- und Spielpläne, koordiniert die An- und Abreise und die Unterbindung des Teams bei Auswärtsspielen. Und der Knackpunkt: Der Sportdirektor stellt den Kader zusammen!

 

Die Schnittstelle

Das bedeutet: Er hat das letzte Wort wenn es darum geht, welche Spieler verpflichtet werden, er handelt Vertragsverlängerungen aus und zeichnet sich für das Scouting verantwortlich, also das Erspähen und Anwerben neuer Talente!

Der Trainer muss mit dem Kader arbeiten, der ihm vom Sportdirekt vorgegeben wird, muss ihn trainieren und auswählen, wen er schließlich aufstellt. Damit eine Mannschaft optimal funktionieren kann, muss die Kommunikation zwischen Trainer und Sportdirektor gut funktionieren – beide müssen auf einer Wellenlänge liegen und sich ständig austauschen und alle wichtigen Entscheidungen abstimmen!

 

Die Personalunion

An dieser Stelle wird deutlich, warum so eine Personalunion, also die Vereinigung von zwei oder mehrere Funktionen in einer Person, sinnvoll sein kann. Der Trainer ist nah an der Mannschaft dran und weiß möglicherweise besser als ein Sportdirektor, welche Grundlagen geschaffen werden müssen, damit er als Coach vernünftig arbeiten kann. Besonders bei kleinen Klubs findet man eine Personalunion von Trainer und Manager nicht selten – das spart Personal und die ständigen Absprachen. Manchmal übernimmt auch ein aktiver Spieler den Posten des Sportdirektors.

 

Beispiel VfL Wolfsburg

Trainer und Sportdirektor in einer Person: Felix Magath (m.) holt mit den Wölfen 2009 den ersten Meistertitel!
Trainer und Sportdirektor in einer Person: Felix Magath (m.) holt mit den Wölfen 2009 den ersten Meistertitel!

Warum gibt es dann überhaupt einen extra Stelle für den Sportdirektor? Nicht in jedem Fall ist eine Personalunion sinnvoll. Der VfL Wolfsburg ist dafür das beste Beispiel: Als Felix Magath die "Wölfe" 2007 übernimmt, sind die gerade noch so am Abstieg vorbei geschlittert . Als er den VfL zwei Jahre später Richtung Schalke verlässt, hat er den Wolfsburger den ersten und einzigen Meistertitel in der Vereinsgeschichte beschert! Sein Nachfolger Armin Veh kann in Wolfsburg nicht Fuß fassen und an die Leistung der Vorsaison anknüpfen. Nach neun Pflichtspiele ohne Sieg und 38 kassierten Gegentoren trennt sich der Vereine von Veh – und beschließt, die Personalunion wieder zu splitten – bis Magath 2011 zurückkehrt und erneut beide Posten bekleidet.

Was denkst du? Ist es sinnvoll, Trainer und Sportdirektor in einer Person zu vereinen?