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Gold ist geil - doch wie viel Geld ist das nette Edelmetall wert?

Gold lässt Geld regnen - Die Ansicht vertreten viele, das ist allerdings nicht unbedingt korrekt. Erst kürzlich beschwerte sich der deutsche Diskus-Olympiasieger Robert Harting über die magere Ausbeute für seinen Triumph. Mit einem Sieg bei den Olympischen Spielen haben die Athleten längst keine finanzielle Absicherung - zumindest nicht in Deutschland.

Mit Gold ausgesorgt? Wie viel ist ein Olympiasieg eigentlich wert?

Bei den Olympischen Spielen die Goldmedaille zu gewinnen, ist für jeden Sportler wohl das Größte in seiner Karriere. Der Lohn für die harte Arbeit und den ganzen Stress während der Vorbereitungsphase auf den Kracher-Wettbewerb. Neben dem Ruhm und der Anerkennung für die erbrachte Leistung, spielt für die goldenen Sportler noch ein weiterer Aspekt eine wesentliche Rolle: Die Kohle!

Ganz allgemein gesagt, lassen sich die finanziellen Ausbeuten der Olympiasieger nicht vergleichen. Ob ein Sportler von seinem Olympia-Triumph leben kann, hängt von ganz vielen unterschiedlichen Faktoren ab. Während besonders markante Athleten nach der Goldmedaille viele Sponsorenverträge an Land bringen und gut kassieren, tun sich andere schwer. Besonders Randsportarten haben Probleme auch nach Olympia im medialen und öffentlichen Fokus zu bleiben.

Außerdem bekommen die Sportler Sieg-Prämien, die sie jeweils von ihrer Nation erhalten. Die Höhe der Prämien fällt in jedem Land anders aus. Diskus-Star Robert Harting sorgte nach seinem Erfolg in London erst für heftige Diskussionen über die Entlohnung in Deutschland. Der Berliner Möchtegern-Hürdenläufer beschwerte sich über das kleine Geld: "Der Olympiasieg ist wenig wert." Für den WM-Titel hatte er 60.000 Dollar brutto bekommen, als Olympiasieger wird ihn die Stiftung Deutsche Sporthilfe mit 15.000 Euro unterstützen. So viel bekommen auch die anderen deutschen Goldsternchen. Ein nettes Taschengeld, aber davon Leben kann man noch lange nicht.

Andere Nationen greifen für ihre Olympia-Helden dagegen tiefer in die Tasche:

60.000 Euro (Bosnien)

60.000 Euro (China) + eigene Wohnung, einen Luxuswagen und eine lebenslange Rente

72.000 Euro (Indonesien)

75.000 Euro (Philippinen)

50.000 Euro (Italien)

80.000 Euro (Griechenland)

200.000 Euro (Malaysia)

.000.000 Euro (Türkei)

Dazu werden Universitätsstipendien, Zusatzrenten und kostenlose Krankenversicherungen ausgelobt.

Dagegen sieht die deutsche Ausbeute lächerlich aus: Der frühere 100-m-Weltrekordler Armin Hary hat die Olympiaprämien für die deutschen Sportler kritisiert. "Eine Goldmedaille ist unbezahlbar, danach spricht die ganze Welt über das Land, das sie gewonnen hat. Es ist ein Unding, dass deutsche Goldmedaillengewinner nur 15.000 Euro bekommen", sagte der 75 Jahre alte Sprint-Olympiasieger von 1960 dem Magazin Bunte.

Wen wundert es da, dass sich Deutschland weit hinter China und in der Medaillenwertung bewegt? Während sich Sportler in anderen Nationen komplett auf ihre Karriere konzentrieren können, müssen schwarz-rot-goldenen Athleten ihren Verdienst auch anders sicherstellen.

Was meint ihr dazu? Ist es fair, dass deutsche Sportler nur so wenig Kohle für ihren Sieg bekommen?