Lance Armstrong gibt Doping zu Doping-Beichte

Lance Armstrong hat im Radsport viel gewonnen – offensichtlich alles mit Doping

Der ehemalige Radsport-Held Lance Armstrong hat offenbar zugegeben jahrelang gedopt zu haben. Bisher hatte er das immer geleugnet, sogar als mehrere Zeugen ihn belastet hatten und auch Doping-Proben auf einen Betrug des siebenmaligen Tour de France-Siegers hingewiesen hatten. Jetzt kommt also doch die Doping-Beichte.

Lance Armstrong hat gestern bei einer Aufzeichnung der Talkshow "Oprah" mit Oprah Winfrey offenbar endlich gestanden, jahrelang mit Dopingmitteln betrogen zu haben. Das Geständnis ist lange überfällig, denn Armstrong gilt schon seit langem als überführter Dopingsünder. Zeugen haben den siebenmaligen Gewinner der Tour de France stark belastet. Außerdem gibt es positive Doping-Proben von Armstrong. Trotzdem hatte der einstmals gefeierte Radsportler immer behauptet, er wäre sauber gewesen.

Jetzt hat er die Kehrtwende vollzogen. Sämtliche Titel seit 1998 wurden ihm sowieso schon aberkannt, der Radsport-Verband UCI hat ihn lebenslang gesperrt. Außerdem laufen mehrere Schadensersatz-Klagen gegen Armstrong. Viel hat der 41-Jährige also nicht mehr zu verlieren. Dennoch droht ihm durch seine Beichte eine Gefängnisstrafe. Vor Gericht hatte er ausgesagt, dass er nie gedopt habe. Deswegen könnte er nun wegen Meineids (Lügen vor Gericht) angeklagt werden. Allerdings gehen die meisten Beobachter davon aus, dass Armstrong versuchen wird einen Deal mit der Justiz zu machen. In diesem Fall würde er den Ermittlern die Namen einiger Doping-Ärzte und Hintermänner geben und dafür straffrei davonkommen.

 

Die Doping-Vorwürfe gegen Lance Armstrong

Die Vorwürfe gegen Lance Armstrong sind ziemlich heftig. Er soll jahrelang mit verschiedenen leistungssteigernden Mitteln gefahren sein. Epo, Testosteron und Kortison sollen ihm zu Erfolgen verholfen haben, außerdem sind wohl noch andere Medikamente im Spiel gewesen. Hinzu kommt, dass Armstrong Teamkollegen dazu gezwungen haben soll, ebenfalls zu dopen. Dass er nicht "sauber" gefahren ist, hat ihm die US-Doping-Agentur USADA anhand mehrerer Zeugenaussagen bereits nachgewiesen. In welchem Umfang er andere dazu angestiftet hat und vor allem, welche Hintermänner noch an diesem groß angelegten Betrug beteiligt waren, ist aber noch unbekannt. Wie die "Welt" berichtet, hat Armstrong bei "Oprah" angekündigt, dass er gegen "mehrere mächtige Personen im Radsport" aussagen wird.

Den Grund seiner Beichte sehen die meisten Experten darin, dass er ein gesellschaftliches Comeback anpeilt. In den USA verzeiht die Öffentlichkeit ihren Helden häufig Fehltritte, wenn diese bereit sind sie zuzugeben. Öffentliche Geständnisse haben schon einigen Stars geholfen, ihr Image nach Skandalen zu bereinigen.

Die Talkshow wird am Donnerstag in den USA ausgestrahlt, in Deutschland kann man sie live beim Discovery Channel (3.00 in der Nacht von Donnerstag auf Freitag) oder am Freitag bei DMAX sehen (19.15 Uhr).

Ist die Vergangenheit von Armstrong verzeihbar? Oder ist das, was er jahrelang betrieben hat zu heftig?