Kießling vs. van Persie

Stefan Kießling geht ab! 4 Tore und 3 Vorlagen in 5 Spielen ist seine bisherige Bilanz in der Bundesliga.

Bayer Leverkusen meldet sich zurück in der Königsklasse und steht mit dem Auswärtsspiel bei Manchester United vor einer schweren Aufgaben. Dennoch fährt die Werkself mit breiter Brust nach England. Die Hoffnungen des Tabellendritten liegen dabei auf Goalgetter Stefan Kießling. Im Old Trafford (Stadion von ManU) kommt es zum Showdown der Torschützenkönige: Kießling vs. van Persie.

Eigentlich sind die Vorzeichen klar: ManU gewann schon dreimal die Champions League, Bayer noch nie. Der englische Rekordmeister hat 31 nationale Titel gesammelt, Leverkusen einen. Der Marktwert der Red Devils ist viermal so hoch wie der des deutschen Vertretes. Dennoch läuft in Manchester nicht alles nach Plan. Die Presse sprach bezüglich der Einkaufspolitik von Team-Manager David Moyes von einem "Transfer-Desaster". Nach vier Spielen steht United auf Platz fünf in der Premier League.

Und somit macht sich Bayer Hoffnungen in dem schweren Auswärtsspiel bestehen zu können. Stefan Kießling weiß das Spiel realistisch einzuordnen, glaubt insgeheim jedoch an einen Sieg: "Wir gehen auch in dieses Spiel, um es zu gewinnen. Aber wir wissen natürlich genauso gut, dass wir der Underdog sind und man uns keine großen Siegchancen einräumt. Wir können das Spiel unseres Lebens machen, oder es wird eine Lehrstunde."

Genau vor diesem Kießling haben die Engländer "eine Menge Respekt. Kießling ist ein sehr guter Spieler, mit dem Kopf wie mit dem Fuß gleich stark". Diese Worte stammen von Moyes, der den deutschen Stürmer gerne mal verpflichtet hätte: "In all den Jahren bei Everton habe ich ihn immer wieder beobachtet." Leider fehlte ihm das Geld.

Zum Glück für Bayer: Denn der Ex-Nürnberger ist die Lebensversicherungen der Leverkusener. Bereits in dieser Saison hat erschon wieder vier Tore in fünf Spielen erzielt. Sein Kontrahent auf der Gegenseite ist kein geringerer als Robin van Persie. Auch er ist Torschützenkönig in seiner Liga. Und der Holländer traf bisher in vier Spielen drei Mal. Das riecht nach Toren.

In der CL-Vorschau erfahrt ihr alles über die Spiele ManU gegen Bayer 04 und Bayern vs. Moskau

 

Kießlings Karriere

In seiner fränkischen Heimat kommt Kießling im Jahr 1988 zum TSV Eintracht Bamberg – seine Position: Torwart. In Bamberg wird man allerdings schnell auf die Torjäger-Qualitäten des Nachwuchs-Spielers, dessen Vater den Klub mitgründete, aufmerksam, so dass "Kies" schon bald als Sturmspitze auf dem Platz steht. 13 Jahre trägt Kießling das Bamberger Trikot, bevor er zu "höheren Aufgaben berufen" wird. 2001 wechselt das Sturm-Talent in die Jugendabteilung des großen 1. FC Nürnberg, ein Jahr später spielt er zum ersten mal für die Profis beim "Club". Kießlings Debüt geht mit 0:4 gegen den HSV gründlich in die Hose, am Ende der Saison 2002/2003 steigen die Nürnberger sogar ab. Doch Kießling bleibt.

Stefan Kießling gelang beim 1. FC Nürnberg der Durchbruch.
Stefan Kießling gelang beim 1. FC Nürnberg der Durchbruch.

Im fränkischen Derby gegen Greuther Fürth feiert "Kies" in der Zweitligasaison 2003/2004 sein erstes Profi-Tor – es sollte nicht bei einem bleiben. Nach dem Wiederaufstieg schafft Kießling in der Saison 2005/2006 den endgültigen Durchbruch in der Bundesliga. Seine Saisonbilanz: 10 Tore für den "Club" – die Interessenten für den Stürmer stehen Schlange. Kießling entscheidet sich für Bayer Leverkusen. Bei den Rheinländern erhält "Kies" einen Vierjahresvetrag. Seine erste Hütte für Bayer erzielt er am 12. Spieltag ausgerechnet gegen Bayern München. Seine erste Saison in Leverkusen beendet "Kies" auf Platz fünf – seine erste Qualifikation für das "internationale Geschäft".

Im Bayer-Sturm entwickelt sich der Junge aus Franken immer mehr zum Leistungsträger. Seine Torquoten bewegen sich in den folgenden Spielzeiten immer im zweistelligen Bereich. Besonders in der Saison 2009/2010 fluppt es bei Kießling richtig, was ihm die Nominierung für die WM in Südafrika einbringt. Nach einer schweren Verletzung zu Beginn der Saison 2010/2011, die "Kies" fast für die gesamte Hinrunde außer Gefecht setzt, kämpft der Goalgetter sich zurück: Operation, Reha, Aufbautraining und dann das Comeback: Kießling steht am 16. Dezember 2010 wieder auf dem Platz – in der Europa League gegen Atletico Madrid. "Kies" und Bayer Leverkusen werden am Saisonende Vizemeister und packen die Qualifikation für die Champions League, in der das Team in der Folgesaison das Achtelfinale erreicht.

Unter dem Trainer-Duo Sami Hyypiä/Sascha Lewandowski, das Bayer ab April 2012 trainiert, blüht "Kies" so richtig auf, schießt ordentlich Buden und wird zum gefährlichsten BL-Torschützen im Jahr 2012 – insgesamt 25 Mal netzt er ein.

 

Kießlings Steckbrief

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Spitzname: "Kies"

Geburtstag: 24. Januar 1984

Geburtsort: Lichtenfels, Deutschland

Größe: 1,91 m

Position: Sturm, Mittelstürmer

Marktwert: ca. 12 Millionen Euro

Fuß: Rechts

Bisherige Vereine als Aktiver: 1. FC Nürnberg (2002-2006)

Bayer Leverkusen (2006-heute)