Khedira und Kroos

Auch gegen Österreich baute Jogi Löw auf die Doppel-Sechs Khedira und Kroos.

Bravo Sport verrät euch, warum Bundestrainer Joachim Löw Toni Kroos neben Sami Khedira aufstellt wenn Bastian Schweinsteiger ausfällt und warum diese Paarung auf der Doppel-Sechs nicht ganz ideal ist...

Normal steht im defensiven Mittelfeld der deutschen Nationalelf Bastian Schweinsteiger neben Sami Khedira. Doch der Bayern-Star ist wieder mal nicht ganz fit und deswegen muss der Bundestrainer umbauen. Im Spiel gegen die Färöer Inseln ersetzte Löw Schweinsteiger mit dem offensiv spielenden Götze. Somit war Khedira der einzige Sechser. Kein Problem gegen so einen Fußball-Zwerg, da kaum Gegenwehr zu erwarten ist. Doch selbst die Färöer Inseln kamen zu nicht ganz ungefährlichen Kontern. Beim Aufeinandertreffen mit Österreich setzte Löw dann wieder auf die Doppel-Sechs und stellte Khedira den Bayern-Star Toni Kroos zur Seite. Diese Entscheidung berut darauf, dass Löw einen defensiveren, kreativen Aufbauspieler auf dem Feld haben will, der gleichzeitig auch noch mehr internationale Erfahrung hat, als die Alternativen Gündogan und Bender. Da Khedira ein starker Box-to-Box(Strafraum-zu-Strafraum)-Spieler ist und auch oft mit nach vorne geht, soll Kroos ihn absichern, um unnötige Lücken zwischen Mittelfeld und eigener Viererkette zu verhindern.

 

Doch warum passen sie nicht zusammen?

Wie man am Spiel gegen Österreich sehen konnte, entstehen die Lücken, die Kroos füllen soll jedoch immer wieder. Dieses Problem liegt an der zu offensiven Einstellung beider Spieler. Wie Khedira schaltet sich auch Kroos gerne in den Angriff ein. Da aber die Abstimmung zwischen den beiden fehlt, entstehen somit oft die angesprochenen Räume zwischen Mittelfeld und Viererkette, in denen spielerisch starke Gegner brandgefährlich agieren können. Gegen Österreich ging das noch einmal gut, doch schon vor der Europameisterschaft gegen die Schweiz kassierte Deutschland mit Khedira und Kroos in Startelf fünf Gegentore! Und auch im Testspiel gegen Frankreich im Februar liefen Khedira und Kroos zusammen auf. Das Spiel wurde mit 1:2 verloren.

 

Woran liegt der Offensivdrang der beiden?

Ganz einfach: Toni Kroos spielt bei den Bayern normalerweise nicht auf der Sechser- sondern auf der Zehner-Position. Damit ist er automatisch offensiver eingestellt. Sami Khedira hingegen ist es gewohnt auf der Sechs zu spielen. Sein Drang am Angriffsspiel teilzunehmen hat zwei Gründe: Erstens spielt bei Real Madrid Xabi Alonso neben ihm. Der Spanier ist hauptsächlich defensiv aktiv und sichert Khedira perfekt ab - somit hat Khedira mehr Freiheiten nach vorne. Zweiter Grund ist, dass Real Madrid bei so gut wie allen Spielen die überlegene Mannschaft ist und das Spiel macht. Logischerweise ist Khedira dann mehr mit offensiveren Aufgaben beschäftigt als mit defensiven...