Keine Angst vor Spanien

Spaniens Jubel nach dem Finaleinzug.

Spanien steht im EM-Finale. Mal wieder. Aber so wie sich Cesc Fabregas und Co. durch das Turnier geschummelt haben, müssen wir vor ihnen keine Angst haben, wenn wir gegen Italien gewinnen. Hier wird erklärt, warum!

Der Jubel der Spanier nach dem Elfmeterschießen war natürlich riesig. Aber man konnte dem amtierenden Welt- und Europameister anmerken, dass die Spieler extrem erleichtert sind, dass sie den Finaleinzug geschafft haben. Denn selbst wenn Spanien gegen Ende der Verlängerung große Chancen auf ein Tor hatte und nochmal Druck aufbauen konnte – wirklich überlegen waren sie im kompletten Halbfinale nicht. Portugal hatte in der regulären Spielzeit sogar mehr Torschüsse (11) als Spanien (8). Die Dominanz und Leichtigkeit von Xavi, Iniesta und dem Rest des Teams ist nicht mehr da. Es sieht mehr nach Verkrampfung und starrem Festhalten an einem System aus. Nur funktioniert das System im Moment nicht.

 

Spaniens System funktioniert nicht mehr

Spaniens Spiel war bisher so aufgeabaut, dass sie Spieler im Zentrum viele Pässe spielen bis sich eine Lücke ergibt. Das haben mittlerweile aber alle Gegner verstanden und stellen das Zentrum dementsprechend zu. Die Folge: Spanien spielt weiterhin viele Pässe, kommt aber nicht nach vorne. Gegen Portugal sah man hohe Bälle Richtung Strafraum, Flanken und sogar Fernschüsse – ein Ausdruck der Verzweiflung, denn das ist überhaupt nicht das Spiel der Spanier. Eine von 24 Flanken kam an.

 

Warum Deutschland keine Angst haben muss

Andres Iniesta sollte bei einem Finale gegen Deutschland ebenso zittern wie hier.
Andres Iniesta sollte bei einem Finale gegen Deutschland ebenso zittern wie hier.

Sollte unsere Elf gegen Italien gewinnen, müssen sich eher die Spanier Gedanken machen. Deutschland ist im Zentrum mit Bastian Schweinsteiger und dem zur Zeit überragenden Sami Khedira hervorragend gerüstet. Khedira kennt die Spielweise der Spanier außerdem aus der Liga und weiß, wie er gegen die spanischen Ballkünstler agieren muss. Die linke Angriffs-Seite der Spanier ist die gefährlichere – dort verteidigt bei uns Jerome Boateng. Der hat in der Vorrunde Cristiano Ronaldo aus dem Spiel genommen und kann es auch mit Andres Iniesta aufnehmen.

Und die Abwehr Spaniens? Das Bollwerk dort wackelt. Gerard Piqué zeigte gegen Portugal Unsicherheiten, die Portugiesen erarbeiteten sich viele Chancen. Versiebt haben sie die hauptsächlich wegen fehlender Präzision. Und da sind unsere Top-Angreifer weltklasse. Spanien? Macht uns keine Angst!