HSV-Stürmer mit einem Auge

Erfolgreich trotz Handicap: Mattia Maggio

Da Stürmer Pierre Michel-Lasogga für das Spiel gegen Leverkusen wegen einer Oberschenkelverletzung ausfällt, hat der HSV einen neuen Spieler in den Profi-Kader geholt. U23-Stürmer Mattia Maggio wird die Hamburger im Abstiegskampf unterstützen. Bei den Amateuren machte der 20-Jährige in dieser Saison schon neun Buden. Und das trotz eines Handicaps: Denn der Deutsch-Italiener besitzt auf dem linken Auge nur noch eine Sehkraft von zehn Prozent.

Bei einem Unfall Anfang 2010 hatte Maggio einen Glassplitter ins linke Auge bekommen. Zu seinem Handicap sagt Maggio: "Ich habe mich mittlerweile darauf eingestellt. Um den Überblick zu behalten, muss ich eben den Kopf drehen." Der 20-Jährige ließ sich nach seinem Unfall wenig unterkriegen. Im Sommer 2011 wechselte er von Stuttgart in die A-Jugend von Novara Calcio in Italien. Da blieb er, bis er sich im Januar 2013 den Amateuren des HSV anschloss. Am Freitag gegen Leverkusen wird er nun bei den Profis auf der Bank sitzen. HSV-Trainer Slomka: "Mattia hat sich die Chance verdient, einen Kaderplatz zu erhalten. Das ist eine tolle Sache für ihn. Er bringt Frische ins Team."

Dass ein Spieler es auch mit eingeschränkter Sehkraft im Fußball zu etwas bringen kann, bewies in den 70er- und 80er-Jahren Wilfried Hannes. Nach einem Tumor besaß der Abwehrspieler nur ein Auge, wurde im Laufe seiner Karriere aber zweimal Deutscher Meister mit Gladbach (1976,77) und gewann 1979 den UEFA-Cup. Zudem wurde er mit der Nationalmannschaft 1982 Vize-Weltmeister.

Und auch aktuell gibt es vergleichbare Beispiele: Polens Handball-Star Karol Bielecki sieht nach einer Verletzung am linken Auge nichts mehr, spielt aber weiterhin. Der Hamburger Schwergewichts-Boxer Ruslan Chagaev hat nach einer Netzhautablösung extreme Sehschwächen auf dem linken Auge. Trotzdem konnte Chagaev 2007 den Weltmeister-Titel gegen Nikolai Valuev gewinnen.