Guru: Jugend-Transfers

Eins der vielen erfolgreichen Barca-Nachwuchsteams

Am Mittwoch geriet der FC Barcelona in die Schlagzeilen. In den nächsten beiden Transferperioden dürfen die Katalanen keine neuen Spieler verpflichten. Warum? Sie haben gegen den Fifa-Paragraphen 19 verstoßen, der die Transfers von Minderjährigen reguliert. Nur unter bestimmten Voraussetzungen dürfen Minderjährige ins Ausland wechseln. Welche das sind und warum der Paragraph Sinn macht, erklärt euch der Guru!

Als in der Vergangenheit minderjährige Spieler noch zu Vereinen ins Ausland wechseln durften, gab es solche Vorfälle: Hatten die Vereine keine Verwendung mehr für diese Spieler, wurden die manchmal einfach vor die Tür gesetzt und mussten gucken, wie sie im fremden Land zurechtkommen. Das passierte vor allem bei afrikanischen Jugendlichen, die ihr in Glück in Europa versuchten. Oft für das letzte Geld ihrer Familien wurden diese Jugendlichen nach Europa vermittelt. Blieb der Erfolg beim europäischen Klub aus, landeten die Jungs manchmal schnell auf der Straße und schafften es nur schwer wieder zurück in ihr Heimatland. Deshalb führte die Fifa den Paragraphen 19 ein, der die Transfers von minderjährigen Spielern verbietet. Aber es gibt eine Hintertür: Ein Elternteil muss mit ins Land des neuen Vereins ziehen und dem dortigen Verband eine Arbeitsstelle vorweisen können. Dann gilt der Schritt ins Ausland aus "non footballing reasons", also aus Gründen, die nichts mit Fußball zu tun haben. Der Nachteil an Paragraph 19 ist, dass meistens keine minderjährigen Austauschschüler oder Ähnliches im neuen Land spielen dürfen – weil eben kein Elternteil mit vor Ort ist.