Guru: Die Taktik von Real Madrid und die Frage Mesut Özil oder Luka Modric?

Was ändert sich im Real-Spiel, wenn man Mesut Özil und Luka Modric tauscht?

Real Madrid hat in dieser Saison einige Probleme, konstant auf Top-Niveau zu spielen. Hinzu kommt, dass Trainer José Mourinho anfängt, auf der Zehner-Position zu rotieren, was bei der Taktik der Madrilenen für Schwierigkeiten sorgt. Diese Position ist bei Real nämlich ganz besonders wichtig.

Bei Real Madrid gibt es Ärger um Mesut Özil. Der deutsche Nationalspieler musste zuletzt herbe Kritik einstecken und wurde auf die Bank gesetzt. Real-Trainer José Mourinho deutete in der spanischen Presse an, dass er nicht mit Özils Privatleben einverstanden sei und dass der Mittelfeldspieler einfach nicht fit wäre. Das Problem dabei: Die Zehner-Position, die Özil normalerweise spielt, ist bei Real enorm wichtig. Und wenn er durch Luka Modric ersetzt wird, verändert sich das Spiel.

 

Die taktische Grundaufstellung von Real Madrid

Die taktische Grundausrichtung von Real Madrid
Die taktische Grundausrichtung von Real Madrid

Die Grundaufstellung von Real ist üblicherweise ein 4-2-3-1. Auf der Doppelsechs spielen Xabi Alonso (XA) und Sami Khedira (SK), davor Mesut Özil (MÖ), oder Luka Modric. Wer von beiden ist in der Grundausrichtung erstmal nebensächlich. Links spielt Cristiano Ronaldo (CR), rechts Angel di Maria (ADM), im Sturm Karim Benzema (KB).

Die Angriffe von Real sind meistens so aufgebaut, dass die Bälle auf die beiden Außen gespielt werden und diese entweder Richtung Zentrum ziehen, oder zur Grundlinie gehen. Karim Benzema soll sehr offensiv agieren, dahinter deckt der Zehner – leicht unterstützt von Sami Khedira – einen ziemlich großen Raum ab. Da Cristiano Ronaldo und Angel di Maria ihre Seiten halten sollen und wenig rochieren, kommen Mesut Özil die Aufgaben zu, beidseitig anspielbar zu sein, die Bälle im Aufbau zu verteilen und bei Angriffen den Rückraum zu besetzen.

Die offensiven Räume von Real
Die offensiven Räume von Real

Schaut man sich die übliche Raumaufteilung der Real-Offensive an, fällt der große Raum, den Özil abdecken muss sofort ins Auge. Xabi Alonso spielt meist einen eher defensiven Sechser, Sami Khedira rückt zwar nach. Da Mourinho aber ein eher starres System bevorzugt, sind weite Vorstöße Khediras nicht die Regel. Im Prinzip deckt Özil also fast das komplette Zentrum des Real-Mittelfelds ab. Deswegen ist die "Zehn" bei Real auch so wichtig. Für die die Angriffe bedeutet das übrigens, dass Real versucht möglichst viele Attacken auf das gegnerische Tor zu spielen und dadurch die Wahrscheinlichkeit eines guten Angriffs zu erhöhen. Außerdem spielt Real besonders gerne schnelle Konter, dafür sind Cristiano Ronaldo und Angel di Maria die optimalen Spieler. Sie können sowohl im Eins-gegen-Eins ihre Gegenspieler stehen lassen, als auch in hohem Tempo lange Bälle erlaufen. Dazu kommen präzise Flanken oder flache Hereingaben und die Fähigkeit selbst abzuschließen.

Die Raumaufteilung mit Luka Modric
Die Raumaufteilung mit Luka Modric

Daran ändert sich auch nichts, wenn Luka Modric (LM) für Mesut Özil spielt. Das Grundprinzip bleibt bestehen, allerdings spielt Modric bisher meist defensiver als Özil. Er wurde auch schon mehrfach auf der Sechser-Position eingesetzt und spielt dann gemeinsam mit Özil. Spielt Modric auf der Zehn, bleibt entweder eine kleine Lücke (weißer Raum), oder Benzema muss ein wenig mehr nach hinten arbeiten. Die Durchschlagskraft im Angriff wird dadurch etwas geringer, dafür ist natürlich die Defensive stabiler. Für Modric spricht, dass er mit seiner Beidfüßigkeit wie geschaffen für die zentrale Position ist. Durch seinen hohen Einsatz fallen eventuelle Lücken zwar nicht so stark auf, aber das Spiel ändert sich. Denn je nach Geschwindigkeit des Angriffs fehlt eine Anspielstation.

 

Fazit – Mesut Özil oder Luka Modric?

Die "richtige Lösung" ist in diesem Fall schwer zu finden. Mesut Özil hat sicherlich prinzipiell die besseren Karten, er spielt schon länger bei Real und sein fußballerisches Können ist dem von Modric noch einen Hauch überlegen. Außerdem ist er als klassischer Zehner auf der Position geschulter als Modric. Dessen defensive Stärken hätten Real besonders in der Champions League helfen können. Real bekam diese Saison 9 Gegentore in der Königsklase (letzte Saison 2). Das liegt natürlich nicht an Özil, sondern zeigt vielmehr, dass die mannschaftliche Geschlossenheit in der Abwehrarbeit nicht stimmt. Und hier liegt auch der Schlüssel: Konstanz im Zentrum! Denn nicht nur auf der Zehn wechselt Mourinho, sondern auch auf der extrem wichtigen Doppel-Sechs. Dort spielten mit Alonso, Khedira, Diarra, Essien, Modric und dem jungen José Rodriguez schon sechs Spieler in verschiednenen Kombinationen. Ein stabiles Zentrum ist das nicht.

747d575c9be60635eb571c7efbe17deb

In der aktuellen BRAVO SPORT:

Fußball – international

Titel schon (fast) weg:

REAL IN DER KRISE

Mega-Rückstand auf Barça, Probleme in der CL! BRAVO SPORT weiß, warum es bei Real Madrid so schlecht läuft.

Und außerdem wie immer jede Menge Analysen und Hintergründe rund um die Bundesliga und den internationalen Fußball!