Green Blog: Keine Trauer zum Abschied, ein Tor für's Vertrauen!

Julian Green genießt seinen wohlverdienten Urlaub.
Julian Green findet deutliche Worte über seine Zeit beim HSV.

Hallo zusammen,

heute werde ich ein letztes Mal in Form dieses Blogs auf die vergangenen Tage zurückblicken. Dafür gibt es nochmal einiges zu erzählen.

Für den HSV hat die Saison mit dem Klassenerhalt am Montag im letzten Augenblick noch ein gutes Ende genommen. Mich freut das für die Mannschaft und die einzelnen Spieler, denen ich auf diesem Weg nach einer harten Saison einen schönen Urlaub wünschen möchte. Was den Verein und die Organisation angeht, gibt es dagegen viel Arbeit und viel zu verbessern, um zu Recht weiter zu den erstklassigen Vereinen zu gehören. Denn die Erwartungen die ich am Anfang meiner Ausleihe an diesen traditionsreichen und namhaften Club hatte, wurden leider ziemlich enttäuscht.

Ich bin zum HSV gewechselt, habe das als großartige Chance gesehen und war zu 100 Prozent motiviert in meiner ersten Bundesliga-Saison alles zu geben. Die ersten Trainingseinheiten haben mich darin bestätigt, dass es die richtige Entscheidung war. Dann das erste Spiel, der erste Einsatz. Leider eine Niederlage und dann die Entlassung von Mirko Slomka. Ab diesem Zeitpunkt hat sich die Situation schon verändert. Zwar bin ich im Spiel gegen den FC Bayern noch 20 Minuten auf dem Platz gestanden. Spätestens nach meiner Rippenverletzung habe ich aber keine Unterstützung von irgendwem mehr gespürt und hatte das Gefühl, dass ich keine Rolle mehr spiele und keine Chance mehr kriegen werde. Wenn so mit einem umgegangen wird, dann fällt es schwer, sich mit einem Club zu identifizieren. Und ich möchte den Spieler sehen, der es dann schafft, sein volles Potential abzurufen.

Ich war deshalb nicht traurig, die Relegationsspiele durch meinen Einsatz für die US-U23 Nationalmannschaft im Turnier von Toulon nicht vor Ort sehen zu können. Denn so hatte ich die Chance zum Abschluss dieser Saison in vier Spielen jeweils über 60 Minuten auf dem Platz zu stehen. Ich habe jede einzelne Minute davon genossen und mich von Spiel zu Spiel besser hineingefunden. Gestern gegen Katar habe ich dann das Tor zum 1:0 Sieg geschossen.

Auch wenn wir nach der Gruppenphase ausscheiden sollten, gehe ich dadurch mit einem sehr guten Gefühl in die Sommerpause. Ich werde mit meinem Bruder und einem Freund meinen Vater in den USA besuchen, zwei Wochen lang Sonne, Meer und Palmen genießen.

Und dann freue ich mich extrem auf die Rückkehr nach München.  Die Erfahrungen aus der letzten Saison haben meine Motivation nochmal gesteigert alles zu geben, um mir bei meinem Heimatverein Einsatzzeiten zu erspielen und es beim FC Bayern zu schaffen. Das ist die Herausforderung, der ich mich mit neuer Kraft in der nächsten Saison stellen möchte.

Bis dahin aber erstmal beste Grüße aus Frankreich und euch allen eine gute Zeit!

Euer Julian