Gianluigi Buffon

Gianluigi "Gigi" Buffon erwarten in Italien möglicherweise weitere Polizei-Ermittlungen

Bei der EM läuft es super für den Italien-Keeper. Aber zuhause erwarten ihn Probleme ohne Ende: Spielsucht, Depression, Manipulation von Spielen: Die negativen Schlagzeilen um ­Italiens Welt­klasse-Keeper reißen nicht ab. Zerbricht ­Gianluigi Buffon an diesem Druck?

Auf den ersten Blick ist Gianluigi Buffon (34) ein echter Gewinner­typ. Neben mehreren Meister­titeln mit seinem Stammklub ­Juventus ­Turin konnte er mit Italien 2006 sogar die Weltmeisterschaft gewinnen. Insgesamt vier Mal wurde er zum bes­ten Torhüter der Welt ­gewählt. Trotzdem gibt es derzeit wohl nur wenige Menschen, die mit dem Super-Keeper tauschen wollten. Denn abseits des Spielfeldes hat ­„Gigi“ (so lautet sein Spitzname) mit einer ganzen Reihe von Problemen zu kämpfen. Depression, Spielsucht – und zuletzt neue, besonders heftige Vorwürfe: Spielmanipulation! Es grenzt schon fast an ein Wunder, dass er sich überhaupt auf die derzeit stattfindende Europameisterschaft konzentrieren kann.

Bei der EM hat Buffon gute Laune, doch wie lange hält sie?
Bei der EM hat Buffon gute Laune, doch wie lange hält sie?

ITALIEN OHNE "GIGI" UNDENKBAR: „Er ist stark und verfügt über eine große Persönlichkeit“, erklärt Italiens Teamchef Cesare Prandelli (54). „Aber auch für ihn ist so eine Situation­ nur schwer zu verkraften.“ Kurios: Ausgerechnet Prandelli legt großen Wert auf das Verhalten seiner Spieler. Nicht nur auf dem Platz, sondern auch im Privatleben. Denn: Er will den einst guten Ruf des italienischen Fußballs wieder herstellen. Trotzdem hat er keine Sekunde daran gedacht, Buffon nicht zur EM mitzunehmen. Die „Squadra Azzurra“ ohne ihren größten Helden? Für ihn undenkbar!

IDOL VON MILLIONEN: Die treuen Fans stehen nach wie vor zu Buffon, unterstützen ihn, so gut es geht. ­Vorwürfe hin oder her, für sie ist er nach wie vor „San Gigi“ („der heilige ­Gigi“). Doch wie lange noch? Nach außen lässt sich der Welttorhüter nur wenig anmerken: „Wir müssen jetzt mit Mut und Bestimmtheit in die kommenden Spiele gehen. In solchen Situationen zeigt sich, ob wir Männer sind oder nicht!“ Bei der EM zeigt Buffon Top-Leistungen. Scheinbar haben ihn seine Probleme nicht zum Turnier begleitet. Aber ganz vorbei sind sie deswegen trotzdem nicht.

 

Die lauernde Gefahr: Depression!

Im Tor ist Buffon für Italien immer noch unersetzbar
Im Tor ist Buffon für Italien immer noch unersetzbar

ZUSAMMENBRUCH: Bereits Ende 2003 hatte Gianluigi Buffon erstmals mit schweren Depressionen zu kämpfen. Und das, obwohl es zu diesem Zeitpunkt sportlich bestens lief. „Ich war unzufrieden mit meinem Leben“, erklärt er rückblickend. Eine Psychologin half ihm, mit den Problemen fertig zu werden.

NEUER HALT: Der Torhüter widmete sich fortan neuen Interessen, wurde zum Kunst-Fan. Besonders der Maler Marc Chagall hat es ihm seitdem angetan: „Ich kann stundenlang auf seine Bilder schauen.“ Auch dank der Kunstwerke fand er wieder ins Leben. Aber: Die Depres­sionen können jederzeit zurückkehren. Vor allem in stressigen Situationen ist er nach wie vor gefährdet!

 

Der heftige Vorwurf: Manipulation

DIE SCHANDE: Seit vielen Jahren bekämpft die italienische Liga das Verschieben von Spielen. Buffons Klub Juventus Turin musste darum vor sechs Jahren sogar in die Zweite Liga absteigen. Krass: Auch sein aktueller Trainer Antonio Conte (42) soll bei seinem letzten Klub Siena direkt in die schlimmen Manipu­lationen verwickelt gewesen sein.

WAS WUSSTE ER? „Wenn zwei Mannschaften unentschieden spielen wollen, ist das ihre Sache“, kommentiert Buffon den Skandal. Und verteidigt damit verbotene Absprachen! Kritiker wollen ihm nun an den Kragen. Sie glauben, dass er nicht nur Bescheid wusste, sondern auch selbst mitmachte.

 

Verzockt er sein ganzes Geld? Spielsucht

EIN TEURES HOBBY: Kürzlich verriet die Ex-Frau des italienischen Megastars, dass er bereits mehrere Millionen Euro bei Sportwetten verloren habe. „Was ich mit meinem Geld mache, geht niemanden etwas an“, reagiert Buffon erbost über die Berichte. „Ich muss mit niemandem sprechen. Und ich muss mich auch ganz sicher nicht rechtfertigen!“

HARTE STRAFEN: Allerdings: Profi-Kickern in Italien ist es unter­sagt, Wetten auf Fußballspiele zu platzieren! Ermittler wollen nun herausgefunden haben, dass der vierfache Welttorhüter genau das jahrelang getan hat. Fakt ist: Regelmäßig wurden

von seinem Konto hohe Summen an ein Wettbüro überwiesen. Erhärten sich diese Vorwürfe, drohen ihm auch noch harte Sanktionen.