Gefängnis: Breno kämpfte um Leben

Breno wartet auf das Urteil

Das Urteil traf Breno wie ein Schlag: Wegen schwerer Brandstiftung sollte der ehemalige Bayern-Star für drei Jahre und neun Monate ins Gefängnis. Doch der Brasilianer kämpfte aus der Zelle um seine Zukunft!

Als Richterin Rosi Datzmann im Landgericht München das Urteil verkündet, schreit aus den dunklen Augen von Breno Borges das blanke Entsetzen: Für drei Jahre und neun Monate soll der ehemalige Bayern-Profi in den Knast. Vom gefeierten Fußballstar zum verurteilten Brandstifter – einen tieferen Absturz hat’s in der Bundesliga noch nie gegeben! Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Brasilianer in der Nacht vom 19. auf den 20. September 2011 seine gemietete Villa im Münchner Nobelvorort Grünwald mutwillig in Brand setzte. 


Am Boden zerstört

Mit dem harten Urteilsspruch vom 4. Juli steht Breno jetzt vor den Trümmern seines Lebens. „Ich weiß, es ist alles sehr schwierig im Augenblick, und ich verspreche dem Gericht, dass ich mich nicht entziehen werde – nicht diesem Verfahren und auch nicht meiner Verantwortung“, äußert er im Prozess sein Bedauern. „Ich möchte mich für diese Nacht entschuldigen.“ Ein Eingeständnis seiner Schuld? Nein – denn an die Umstände in der Tatnacht kann sich der 22-Jährige nicht erinnern. 


Trost im Alkohol

Brenos Gedächtnislücken sind glaubhaft. Denn angeblich hatte er bei seiner Festnahme noch 2,5 Promille Alkohol im Blut. Über den Tag verteilt soll er große Mengen Bier sowie Portwein und Whisky getrunken haben. Sein Ex-Manager berichtet, dass es auch in der Vergangenheit schon zu Alkohol-Exzessen gekommen sei. Zudem soll Breno regelmäßig Schlaftabletten genommen haben. Ein gefährlicher Cocktail! Wollte er so seine Schmerzen von Körper und Seele betäuben?


Bei Bayern gescheitert

Den hohen Erwartungen konnte das Abwehr-Talent, das 2008 für satte 12 Mio. Euro von Brasilien zum großen FC Bayern wechselte, jedenfalls nie gerecht werden. Schwere Knieverletzungen an Kreuzband und Meniskus warfen den Innenverteidiger zudem immer wieder zurück. Auf ganze 33 Einsätze in viereinhalb Jahren brachte es Breno beim FC Bayern. Eine riesige Enttäuschung!

Heimweh

Als das Knie im September 2011 erneut operiert werden muss, setzt bei Breno etwas aus: Rußverschmiert soll er die Beamten in jener verhängnisvollen Brandnacht gefragt haben: „Kann ich jetzt endlich nach Hause?“ Psychologen kennen dieses Phänomen. Im 19. Jahrhundert sollen Dienstmädchen die Villen ihrer Herren in Brand gesteckt haben, um zurück in ihre Heimat zu gelangen.

Kämpfen für Breno

Statt nach Brasilien geht’s erst mal in eine acht Quadratmeter große Zelle der JVA Stadelheim. Von dort aus kämpft Breno um seine Zukunft – und sein Leben. Seine Frau hat er im Gefängnis angefleht: „Verlass mich nicht. Wenn du gehst, dann sterbe ich hier!“ Aber Renata steht zu ihrem Mann. „Wir gehen in Revision und kämpfen weiter!“, sagt Brenos Anwalt Werner Leitner (53). Für einen Freispruch müsste der Star-Verteidiger allerdings formelle Rechtsfehler nachweisen. Ein kleines Fünkchen Hoffnung für Breno.