Frag den Guru!

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Die Frage des Tages:

Tobias, was kostet eigentlich so eine EM?

Der Löwenanteil der Kosten fällt im Ausbau und der Aufwertung der so genannten Infrastruktur an. Unter der Infrastruktur versteht man gewissermaßen die Grundausstattung einer Stadt oder eines Landes bezüglich Verkehr, Architektur und ähnlichem. Im Hinblick auf die Europameisterschaft sind verkehrstechnisch natürlich der Ausbau von Flughäfen, Bahnhöfen und Straßen wichtig, damit die Fans komfortabel an und abreisen können. Genauso wichtig sind natürlich die Schaffung von ausreichend Übernachtungsmöglichkeiten. An erster Stelle steht aber ganz klar der Neu- und Umbau der EM-Stadien.

Allein in der Ukraine rechnet man für die EM mit 16 Milliarden Euro Kosten für die Infrastruktur. Zum Vergleich: das ist 16 Mal so viel, wie die EM 2008 in der Schweiz und Österreich gekostet hat.

Warum ist die EM in Polen und der Ukraine derart teuer? Nun, das liegt zum Einen daran, dass man mit den Baumaßnahmen im Verzug liegt und deshalb Doppel- und Dreifachschichten geschoben werden müssen. Zum andere liegt es daran, dass die Austragungsländer überdurchschnittlich stark unter Korruption und Vetternwirtschaft leiden, wie die Wochenzeitung ZEIT berichtet hat.

Doch nicht nur die Ausrichtungsorte und Veranstalter greifen für die EM ordentlich in die Tasche: Für die Übertragung von 27 der insgesamt 31 Spiele haben die beiden Fernsehsender ARD und ZDF 120.000.000 Euro hingelegt. Kein Wunder, denn bei der 14. EM werden Rekordquoten bei den Partien der DFB-Elf erwartet. Auch in den Stadien wird sicher kein Sitzplatz leer ausgehen. Mit einer Kapazität von 70.050 Plätzen ist das Olympiastadion Kiew das größte Stadion und wird demnach auch das Finale der EURO beheimaten. Klar, dass die zahlreichen Fans darauf hoffen, dass unter den 16 teilnehmenden Mannschaften IHR Team am 31. Juli hier auflaufen wird.