Formel 1: Das Reifen-Geheimnis

Red-Bull-Mechaniker holen Reifen aus einem Thermo-Mantel – so kommen Vettels Pneus schneller auf Temperaturen.

Das vergangene Rennwochenende hat es wieder einmal gezeigt: Das Thema Reifen kann in der Formel-1 über Sieg und Niederlage entscheiden. Fuhr Vettel im Training noch eine Bestzeit nach der anderen, musste er sich letztendlich doch mit Platz drei begnügen. Den ersten Platz holte Kimi Räikönnen – nicht zuletzt weil er seine Pneus schonend fuhr und somit auf einen dritten Boxenstopp verzichten konnte.

Sebastian Vettels Hungry Heidi hat sich in Melbourne als wirklich hungrig erwiesen – und die Reifen regelrecht gefressen. Der Red-Bull-Pilot musste deshalb drei Mal in die Box, zum Tanken und zum Wechseln der abgefahrenen Pneus. Der Lotus von Melbourne-Sieger Kimi Räikkönen kam hingegen mit nur zwei Boxenstopps aus.

 

Die Mischung macht's!

So richtig runtergefahren – bei diesem Pneu geht nichts mehr!
So richtig runtergefahren – bei diesem Pneu geht nichts mehr!

Dass das Thema Reifen dieses Rennsaison über Sieg und Niederlage entscheiden kann, liegt auch an Pirelli. Die italiensiche Reifenschmiede mit Sitz in Mailand ist seit zwei Jahren der einzige Ausstatter der Formel-1 – somit also auch Alleinherrscher über die Gummimischung der Pneus. Und die ist im Vergleich zur letzten Rennsaison noch mal ein gutes Stück weicher geworden! Das hat Vor- und Nachteile. Auf der einen Seite ist eine weichere Mischung schneller auf Temperaturen, so haben die Boliden früher genügend Grip, sprich Bodenhaftung.

 

Pirelli: Die Action aufpeppen

Ein Reifenspezialist misst die Bodentemperatur der Piste.
Ein Reifenspezialist misst die Bodentemperatur der Piste.

Der großte Nachteil ist aber, dass sich weichere Reifen auch schneller abnutzen. Und: Kein Formel-1-Team hat Erfahrung mit der aktuellen Gummimischung. Ähnlich wie in der letzten Saison, wo es in den ersten sieben Rennen sieben unterschiedliche Sieger gab, könnten die Reifen auch dieses mal zum Zünglein an der Waage werden. Pirelli wollte mit der neuen Mischung die "Action aufpeppen". Das ist den Italienern auf jeden Fall gelungen. Jetzt liegt es an den Teams, mit den Reifen zu experimentieren und Erfahrungen zu sammeln. Wer das am schnellsten und besten bewerkstelligt hat gute Chance, in der Gesamtwertung ganz oben mitzufahren.

Das nächste Rennwochenende verspricht auf jeden Fall interessant zu werden, denn: In der Hitzeschlacht von Malaysia werden nicht nur an die Piloten sondern auch an das Material – und insbesondere an die Reifen – extrem hohe Anforderungen gestellt. Die Ingenieure und Mechaniker können durch Fein-Tuning der Boliden ebenso Einfluss auf die Reifenabnutzung nehmen wie die Fahrer durch ihren Fahrstil.