Football-Star Björn Werner

Björn Werner präsentiert sein Trikot der Indianapolis Colts am Draft-Abend.

Björn Werner hat es geschafft! Der Berliner ist in der ersten Runde der NFL-Talentauswahl von den Indianapolis Colts gewählt worden. Jetzt winken eine Millionen-Karriere und Star-Ruhm!

Als NFL-Boss Roger Goodell das blaue Trikot der Indianapolis Colts an Björn Werner (22) überreicht, kann der 120-Kilo-Koloss nicht mehr aufhören zu ­grinsen. Denn: In diesem Moment wird dem Jungen aus Berlin bewusst, dass er – vorerst – am Ziel angekommen ist. Er ist jetzt Football-Profi. „Mein Traum wird wahr. Jetzt kann es in der NFL für mich losgehen.“ Doch bis hierhin war es ein ­langer und schwerer Weg!

Frühreif: „Durch einen Freund, der bei den Berlin Adlern spielte, bin ich mit zwölf Jahren zum Vereins-Football gekommen“, ­erinnert sich Björn im Gespräch mit BRAVO SPORT. „Ich habe mich schnell entwickelt und schon früh mit den älteren Spielern ­trainiert.“ Da American Football in Deutschland jedoch eine Randsportart ist, rät sein Coach Jörg Hofmann ihm zu einem Wechsel an eine US-Highschool. Björn folgt dem Rat – und geht schon mit 16 in die USA. ­Anfangs ­eine harte Herausforderung: ­fremde Sprache, fremdes Land – und in ­seinem Team in Salisbury (Connecticut) wird der Neuling zunächst kritisch beäugt. „Ich war ganz auf mich allein gestellt“, ­erzählt Björn. Aber: Auf dem Platz überzeugt der ­Deutsche alle Skeptiker schnell, erarbeitet sich Respekt. „Das hat die ­Eingewöhnung ­enorm erleichtert.“

Björn Werner im Trikot der FSU.
Björn Werner im Trikot der FSU.

College-Star: Nach zwei Jahren an der Highschool ist Björn schon so gut, dass er sich aussuchen kann, an welchem College er seine Karriere fortsetzt. Er entscheidet sich für Florida State. „Es war die ­beste Entscheidung, die ich treffen konnte“, blickt er zurück. Zwei Jahre bleibt er am C­ollege und entwickelt sich zu einem der besten Defensiv-Spieler seines Jahrgangs. Aber: Geld verdient er an der Uni nicht. Deutschland besuchen oder die ­Familie einladen? Ist mangels Kohle nicht drin. „Meine Eltern haben mich hier noch nie live spielen sehen.“

Goldene Zukunft: Doch Geldsorgen sind für Björn jetzt Vergangenheit. Da er schon in der ersten Draft-Runde gewählt wurde, verdient er in den nächsten vier Jahren umgerechnet ­circa sechs Millionen Euro. Und: Experten sind überzeugt, dass er auf Jahre ein Topstar in der besten Liga der Welt sein wird.

 

Björns steile Football-Karriere

Berliner Junge: Björn Werner wird in Berlin geboren und lebt dort bis zu seinem USA-Abenteuer mit seinen Eltern Martina und Andreas. „Er war ein ruhiges Kind“, erinnert sich die Mutter. Bevor er zum ersten Mal ein Football-Ei in der Hand hält, ist Björn übrigens ein begeisterter Fußballspieler.

Vor seinem Wechsel in die USA spielte Werner (l.) für die Berlin Adler.
Vor seinem Wechsel in die USA spielte Werner (l.) für die Berlin Adler.

Vier Jahre ein Adler: Mit zwölf Jahren startet Björn seine American-Football-Karriere bei den Berlin Adlern. „Er war groß, schnell und konnte sich gut bewegen“, erzählt Jugendcoach Jörg Hofmann. „Sein Weg konnte nur in die USA führen.“ Björn erklärt: „Ich wollte es unbedingt! Kleine Hürden waren mir egal!“

Björn Werner beim Pro Day.
Björn Werner beim Pro Day.

Durchsetzungsvermögen: Am College muss sich Björn mit den besten Spielern seines Jahrgangs messen. Beim sogenannten Pro Day werden die Spieler schon vorab von den Scouts der NFL-Teams unter die Lupe genommen. Björn kann auch hier überzeugen.

Björn Werners Autogramme waren heißbegehert.
Björn Werners Autogramme waren heißbegehert.

Local Hero: Beim College-Team Florida State Seminoles zählt Björn Werner zu den absoluten Stars des Teams. Bei den Spielen pilgern bis zu 80.000 Menschen ins Stadion. Und: Die Fans sind heiß auf Stuff von ihrem „Germinator“.

 

German Wunderkind Nr. 2?

Werner trägt künftig blau-weiß.
Werner trägt künftig blau-weiß.

Jetzt geht’s los: Björn Werner ist der erste Deutsche, der jemals in der ersten Runde der Talentauswahl von einem NFL-Team ausgewählt wurde. Kurios: Er ist auch der erste „Björn“, der in der NFL auflaufen wird.

Dirk-Vergleich: Björn wird oft mit NBA-Basketball-Held Dirk Nowitzki („German ­Wunderkind“) verglichen. „Er ist ein großes Vorbild, wenn es darum geht, sich im US-Sport durchzusetzen“, sagt der neue deutsche Star.

Abräumer: Björn Werner spielt auf der Position des Defensive Ends. Seine Aufgabe ist es, die gegnerischen Laufspielzüge zu unterbinden oder zum Quarterback durchzubrechen und ihn zu Boden zu reißen („to sack“).

„Ziel“ Peyton Manning: Einen Quarterback in der NFL zu sacken wird schwerer als am College. Besonders gern würde sich Björn Legende Peyton Manning (New Orleans) schnappen. „Einfach nur, um sagen zu können: Ich habe Peyton Manning gesackt“, lacht Björn.

 

Björn Werners Highlight-Clip