Felix Sturm: Comeback verpasst

Felix Strum unterliegt Sam Soliman in Düsseldorf nach Punkten – eine nicht ganz unumstrittene Entscheidung.

Es sollte Felix Sturms großes Comeback werden – stattdessen entwickelte sich der WM-Ausscheidungskampf gegen den Australier Sam Soliman zu einem handfesten Debakel für den bosnischen Ex-Weltmeister aus Deutschland: Eine Niederlage nach Punkten – obwohl viele Beobachter Sturm knapp vorne gesehen hatten.

Acht Kämpfe maximal wollte Felix Sturm noch maximal im Ring bestreiten – nach der zweiten Niederlage in Folge muss der 34-jährige Ex-Weltmeister aber schon jetzt über ein Karriere-Ende nachdenken. Obwohl der deutsche Boxer bosnischer Herkunft den Fight gegen den Australier ungewohnt verhalten begonnen hatte, dominierte er besonders Runde Eins und Zwei. Trotz defensiver Strategie schickte er Soliman bereits im zweiten Durchgang auf die Bretter. Im weiteren Verlauf des Kampfes gab er aber mehr und mehr die Zügel aus der Hand, musste mehrere schwere Treffer einstecken und unterlag dem Australier in zwölf Runden schließlich nach Punkten (116:111, 114:113 und 114:113). Ein Ergebnis, das viele Experten und Beobachter überraschte, schließlich hatten sie den 34-Jährigen vorne gesehen – wenn auch nur knapp. Selbst Ringsprecher Michael Buffer war irritiert, rief Sturm sogar zunächst als Sieger aus. Der ohrenbetäubende Jubel im Düsseldorfer ISS Dome verstummte aber abrupt, als Buffer sich korrigieren musste und Sam Soliman den Sieg zusprach.

Sturms zweite Niederlage zeichnetet sich spätestens nach der zehnten Runde ab, als sein Coach Fritz Sdunek ihm verklickerte, dass ihm nur noch ein K.O. den Sieg bescheren konnte. "Für mich war es ein krasses Fehlurteil. Felix hat die klareren Treffer gesetzt. Ich war geschockt, als ich nach der achten Runde hörte, dass wir zurücklagen, und ich kann mir die Wertung der Punktrichter nicht erklären", fasste er nach dem Fight zusammen. Sturm selbst zeigte sich schwer enttäuscht: "Was soll ich sagen? Ich bin kein Punktrichter!"

Dabei wäre der Sieg für ihn so wichtig gewesen, hätte ihm die Möglichkeit eröffnet, noch einmal gegen Solimans Landsmann Daniel Geale anzutreten, an der er den WM-Gürtel im September 2012 abgeben musste – ebenfalls nach einer nicht unumstrittenen Wertung der Punktrichter. Auch wenn ein Karriereende für Sturm an dem Abend nicht zur Debatte stand, will er jetzt im Urlaub mit der Familie erst einmal abschalten. Zurückkommen wird er auf jeden Fall – ob im Ring oder als Box-Promoter daneben wir die Zeit zeigen.