Extrem - extremer - Baumgartner

Felix Baumgartner auf dem Weg in die Kapsel

Mit einem Sprung aus der Stratosphäre will der österreichische Extremsportler neue Weltrekorde aufstellen. Aber wer ist eigentlich dieser Verrückte?

Felix Baumgartner machte eine Lehre zum Maschinenschlosser und arbeitete anschließend als Kfz-Mechaniker. Mit 18 Jahren verpflichtete er sich für fünf Jahre beim österreichischen Bundesheer. Dort wurde er zum Panzerfahrer ausgebildet und diente später als Instrukteur und Fallschirmspringer. Später trat einem Boxverein bei und absolvierte 1992 einen Profikampf gegen den Kroaten Dinko Porobija, den er durch K.o. in Runde 1 gewann. Im Jahr 1996 folgte sein erster Objektsprung, am sogenannten Bridge Day, von der New River Gorge Bridge.

Seitdem absolvierte Baumgartner über 2600 Fallschirm-Absprünge, davon 130 Objektsprünge und gilt seit 1997 als professioneller Basejumper. Seit dieser Zeit ist Red Bull sein Sponsor.

 

Felix Baumgartner – Sein aktueller Sprung aus der Stratosphäre

Der Extremsportler wurde 1969 in Salzburg geboren
Der Extremsportler wurde 1969 in Salzburg geboren

Für [search:baumgartner]Baumgartner[/search], der als erster Mensch im freien Fall die Schallmauer durchbrechen will, sind optimale Windverhältnisse beim Start unbedingte Voraussetzung. Bereits am Montag wollte Baumgartner zu seinem Rekordvorhaben in die Stratosphäre aufbrechen, doch eine Kaltfront verhinderte dies. Und nachdem der Start am Dienstag mehrfach um Stunden verschoben werden musste, ging es gegen Mittag endlich los. Baumgartner saß schon in der Kapsel in Roswell im US-Bundesstaat New Mexico, sein Ballon wurde gerade mit Helium befüllt, da kam eine 30-km-Böe und der Sprung vom Rand des Weltalls wurde abgesagt. Denn zu großer Windwiderstand könnte die Außenhülle des Ballons, der zehnmal dünner ist als eine herkömmliche Plastiktüte, beschädigen. Dies hätte zu einem Absturz bereits am Beginn der Mission führen können. Fallschirme könnten Baumgartner in dieser Distanz vermutlich nicht ausreichend schützen. Der Salzburger stieg sichtlich enttäuscht aus seiner Kapsel. Ein neuer Starttermin, der für Donnerstag angepeilt war, wurde wegen der Wettervorhersage auch wieder verworfen. Der nächste Versuch könnte vielleicht am Sonntag stattfinden. Theoretisch ist ein Rekordversuch noch bis Mitte November möglich, doch das Wetter wird immer instabiler. Wenn es in diesem Jahr nichts mehr wird, muss der Sprung auf den nächsten Sommer verlegt werden.

 

Baumgartner: „Ich bin nicht geil auf die Angst, aber die Angst macht ein Ziel erst wertvoll. Daher gehört die Angst dazu.“

Das Projekt wird von Red Bull gesponsert und läuft unter dem Namen "Red Bull Stratos"
Das Projekt wird von Red Bull gesponsert und läuft unter dem Namen "Red Bull Stratos"

Für diesen imposanten Sprung bereitete sich Baumgartner über mehrere Jahre vor. Zum seinem Beraterteam gehört auch der bisherige Weltrekordhalter Joseph Kittinger. Damit beim Aufstieg der Stickstoff nicht im Gewebe und den Blutgefäßen ausperlt, atmet der Springer bereits zwei Stunden vor dem Aufstieg nur reinen Sauerstoff ein. Der abfallende Druck ab einer Höhe von 18 km würde die Gasblasen im Blut ausdehnen und die Adern zum Platzen bringen. Zudem verhindert die geringe Luftdichte, dass er in den ersten 30 Sekunden nach dem Absprung seine Position durch Arm- und Kopfbewegungen anpassen kann. Der erwartete Temperaturunterschied wird von minus 70 bis plus 25 Grad Celsius vangegeben. Bislang unklar sind die Auswirkungen auf einen Menschen, der im freien Fall die Schallmauer durchbricht.

Im Oktober 2010 musste die Planungen aufgrund von Rechtsstreitigkeiten unterbrochen werden, bis Ende Juni 2011 ein außergerichtlicher Vergleich getroffen werden konnt. Im März 2012 wurde die Druckkapsel, die von Sage Cheshire Aerospace gefertigt wurde, der Öffentlichkeit vorgestellt.

 

Felix Baumgartner – Sein Anzug unter der Lupe

Der Anzug des Österreichers
Der Anzug des Österreichers

"Ich hatte Platzangst und Panikattacken in dem Anzug. Er engt mich ein, nimmt mir die Bewegungsfreiheit." Baumgartner fühlte sich mehr als unbehaglich, als er 2010 die Ausrüstung erstmals anprobierte. Hilfe holte er sich vom einem erfahrenen US-Psychologen: "Ich lernte durch mentale Tricks, eine positive Einstellung zum Anzug zu gewinnen und negative Gedanken blitzschnell durch positive abzulösen. Schließlich ermöglicht mir erst der Raumanzug, dass ich dort oben überlebe." Denn ohne diesen Druckanzug würde der atmosphärische Druck seine Organe und sein Blut explodieren lassen.

 

Red Bull Strato – Der Weltrekordversuch im Detail

Der Rekord im Detail
Der Rekord im Detail

Vier neue Weltrekorde strebt der Österreicher mit seinem Sprung aus der Stratosphäre an. Welche das genau sind, seht ihr in der Grafik. Auch die einzelnen Phasen des Weltrekord-Sprunges werden dort erklärt. Einfach draufklicken!

 

Felix Baumgartner – Seine Sprünge

999: Sprung vom 88. Stockwerk der Petronas Towers in Kuala Lumpur.

999: Sprung vom rechten Arm der Christusstatue auf dem Corcovado in Rio de Janeiro aus mit dem Fallschirm ab

2001: Sprung von den rund 120 m hohen Felsen von Meteora

2003: Erklomm gemeinsam mit Günter Karnutsch die Ostwand des 2.950 m hohen Sass Pordoi in Italien und sprang anschließend vom Gipfel aus per Fallschirm ab

2003: Baumgartner führte den Hauptstunt für die dritten Taurus World Stunt Awards in Hollywood durch. Mit einem Carbonflügel ausgestattet, veranstaltete er ein Wettfliegen gegen eine 368 kW starke Pilatus-Porter-Propellermaschine

2003: Baumgartner überquerte als erster Mensch in freiem Fall den Ärmelkanal von Dover bis Calais

2003: Sprung aus 140 m Höhe des Millennium Tower in Wien, dem höchsten Gebäude Österreichs

2004: Sprung von einer 59 m hohen Brücke über den Kanal von Korinth

2004: Sprang von der mit 343 Metern höchsten Brücke der Welt, der Viaduc de Millau

2004: Obejktsprung von der 108 Meter hohen Puente de las Américas, die Nord- und Südamerika verbindet

2006: Sprung vom Turning Torso in Malmö, Schweden, dem höchsten Gebäude Skandinaviens

2006: Sprung in den 190 Meter tiefen flaschenförmigen Höhlenschacht der Mamethöhle im Velebitgebirge (Kroatien)

2006: Sprung von 225 m Höhe des Torre Mayor in Mexiko-Stadt, dem höchsten Gebäude Lateinamerikas.

2007: Sprung in die rund 120 m tiefe Höhlenkammer Majlis al Jinn im Oman

2007: Sprung von der 390,2 Meter hohen äußeren Beobachtungsplattform der 91. Etage des 509 Meter hohen Wolkenkratzers Taipei 101 in Taipeh, der Hauptstadt Taiwans

 

Felix Baumgartner – Privat

Geboren:20. April 1969 in Salzburg

Spitzname: B.A.S.E. 502

Wohnhaft: Schweiz und USA

Hobbies: Klettern, Boxen, Moto Cross und Hubschrauber

Webseiten:

http://felixbaumgartner.com

http://felix-baumgartner.blogspot.com