EM-Teamcheck Griechenland

Riesenjubel bei [seo-b]Griechenland[/seo-b] nach dem Einzug ins Viertelfinale. [seo-b]Kyriakos Papadopoulos[/seo-b] hat sich einen ungewöhnlichen Partner zum Jubeln gesucht (l.).

Wie vermutet: Ein Fußball-Feuerwerk war von den Griechen wieder mal nicht zu erwarten. Aber mit ihrer starken Abwehr können sie der deutschen Nationalmannschaft im Viertelfinale das Leben schwer machen – auch dank zweier Bundesliga-Stars.

Wenn bei einer Europameisterschaft ein Spiel mit der griechischen Nationalmannschaft auf dem Programm steht, schauen auch die größten Fußball-Liebhaber – die griechischen Fans mal ausgenommen – oft weg. Denn: Partien mit Griechenland-­Beteiligung boten in der Vergangenheit meist öden Ergebnis-Fußball. Und auch 2012 ist das nicht anders. ­Trainer Fernando Santos sagt hinsichtlich seiner Auswahl für den Kader: "Taktische Fähigkeiten sind mir am wichtigsten. Technische ­Qualitäten stehen erst an zweiter ­Stelle!" Und nach dem Testspiel ­gegen ­Belgien am 29. Februar 2012 (1:1) stellte er fest: "Es war offensichtlich, dass wir ein ­Problem mit ­unserem ­Offensivspiel haben." Das war in den Gruppenspielen der Griechen ebenfalls zu sehen. Drei Tore in drei Spielen sind schon sehr wenig. Das Weiterkommen Griechenlands ist schon eine Sensation.

 

Einfaches Erfolgsrezept:

Konstantinos Katsouranis muss die Griechen gegen Deutschland anführen
Konstantinos Katsouranis muss die Griechen gegen Deutschland anführen

Doch trotz der Offensivschwäche des Europameisters von 2004 wird sich die deutsche Elf nicht besonders auf das Aufeinandertreffen bei der EURO freuen. Auch in der Quali ­rissen sie nämlich im Angriff ­keine ­Bäume aus. 14 Mal trafen die Griechen in zehn Spielen ins ­Schwarze – eine mäßige Ausbeute! Aber: Trotzdem wurden sie Gruppen­erster, ließen die stärker eingeschätzten Kroaten hinter sich. Das Erfolgsrezept von Coach Santos ist einfach: "Das Piratenschiff" vermeidet das ­Risiko, lässt den ­Gegner das Spiel machen – und stellt sich ihm mit einem massiven Abwehr­bollwerk entgegen. Fünf ­Gegentore waren der viertbeste Wert in der EM-Quali (Deutschland und Spanien ­etwa ­kassierten sieben ­beziehungsweise sechs). "Wir setzen auf taktisches Verständnis, Teamgeist und Erfahrung in wichtigen Spielen", ­erläutert Santos die Stärken seines Teams. ­Das garantieren ­einerseits die "alten Hasen" , ­allen voran Kapitän Georgios ­Karagounis (35) und ­Konstantinos Katsouranis (32). Mit ­ihrer ­Erfahrung von zusammen über 200 Länderspielen verleihen sie der Elf die nötige Stabilität – und sorgen schon im Mittelfeld dafür, dass der ­Gegner kaum Räume hat. Gegen Deutschland gibt es hier aber ein Problem, denn Karagounis ist für's Viertelfinale wegen zweier gelben Karten aus der Vorrunde gesperrt.

 

Hoffnungsträger aus der Bundesliga:

Sokratis Papastathopoulos verteidigt knallhart – hier gegen Alexander Kerschakow
Sokratis Papastathopoulos verteidigt knallhart – hier gegen Alexander Kerschakow

Auf der ­anderen Seite werfen in der Abwehr-Viererkette zwei Top-Youngster ihre Kampfkraft ins Rennen: Kyriakos ­Papadopoulos vom [search:schalke]FC Schalke 04[/search] und Sokratis Papastathopoulos von Werder Bremen. "Unser Ziel ist es, erst mal die Gruppenphase zu über­stehen. Dann schauen wir weiter", sagt Sokratis zu den Aussichten ­seines Teams. Die Hoffnungen auf ein erfolgreiches Turnier ruhen unter anderem auf ­Papadopoulos, der erst am 4. Juni 2011 sein Debüt im Nationalteam gab. In ­seinen vier Quali-Einsätzen traf er ­sogar zwei Mal selbst ins Netz.

 

Griechenlands Taktik:

Defensives 4-3-3: Auf dem Papier sieht die Taktik der Griechen ­offensiv aus: drei Stürmer bieten sie auf. Aber: Das Team ist extrem ­defensiv gestaffelt. Die Angriffsreihe attackiert ziemlich weit hinten.

Ein "Sechser": Die zweikampfstarken Katsouranis und Karagounis beackern die Seiten, Tziolis sichert als einziger "Sechser" direkt vor der Abwehr ab.

Kompakte Viererkette: Die eisenharten Innen­verteidiger Papadopoulos und Sokratis räumen alles weg. ­Während "Papa" speziell bei Standards auch mit nach vorne geht, bleiben die Außenverteidiger meist stur hinten.