Dortmund: Wars ein Elfmeter? Borussia Dortmund vs. Manchester City: War das ein elfmeterwürdiges Handspiel von Neven Subotic?

Die Szene aus dem Spiel Borussia Dortmund gegen Manchester City die zum Elfmeter führte.

Nach dem Champions League-Spiel zwischen Manchester City und Borussia Dortmund gibt es große Diskussionen um den Elfmeter für ManCity. In der 89. Minute pfeift Schiedsrichter Pavel Kralovec nach einem Handspiel von Neven Subotic Strafstoß. War's wirklich ein Elfer?

Borussia Dortmund hätte den Sieg im Champions League-Spiel gagen Manchester City sicher verdient gehabt. Aber wie das im Fußball häufig ist, bekommt der BVB noch ein Gegentor und muss vielen verpassten Chancen hinterhertrauern. Besonders ärgerlich ist, dass das Gegentor per Elfmeter zustande kam. Und der Elfer ist dazu noch absolut umstritten. Wir untersuchen die Szene, die den Strafstoß verursacht hat. Aber um eins vorweg zu nehmen: Die Sache ist ziemlich knifflig! Wir checken dazu die DFB-Regeln, die mit denen der UEFA übereinstimmen.

 

War die Hand von Neven Subotic am Ball?

Subotics Oberarm ist ganz klar am Ball
Subotics Oberarm ist ganz klar am Ball

Was ist genau passiert? Sebastian Kehl verlängert eine Hereingabe in den Sechzehner unabsichtlich per Kopf zu Sergio "Kun" Agüero. Der versucht den Ball direkt aus der Drehung Richtung Tor zu bringen, der Ball wird allerdings von Neven Subotic geblockt. Wie man auf dem Bild links sehen kann, ist er ganz eindeutig mit dem Oberarm am Ball. Laut Regel zählt der gesamte Arm, wenn es um Handspiel geht.

Punkt Eins ist also schon mal geklärt: Neven Subotic war mit der Hand am Ball.

In den Regeln steht aber auch:

Das Berühren des Balls (mit der Hand) an sich ist noch kein Vergehen.

Deswegen müssen wir die Szene noch mal genauer unter die Lupe nehmen.

 

War es wirklich ein Elfmeter?

Die Regeln besagen, dass jedes Vergehen, das zu einem direkten Freistoß führen würde im Strafraum einen Elfmeter verursacht. Zu diesen Vergehen zählt auch das Handspiel. Die Diskussion ob ein "elfmeterwürdiges" Handspiel vorliegt ist eigentlich Quatsch, denn zwischen Hand außerhalb und innerhalb des Sechzehners gibt es – laut Regel – keinen Unterschied.

Die Regel besagt Folgendes:

Ein Handspiel liegt vor, wenn ein Spieler den Ball mit seiner Hand oder seinem Arm absichtlich berührt.

Subotic war, wie oben bereits geklärt eindeutig mit der Hand am Ball. Aber war es auch Absicht?

Absichtliches Handspiel von Subotic?
Absichtliches Handspiel von Subotic?

Auf den Bildern sieht es nicht so aus, als ob Neven Subotic den Ball absichtlich mit der Hand spielt. Er wird aus relativ kurzer Distanz angeschossen und führt eigentlich keine Bewegung zum Ball aus. Das Bild links ist der unmittelbare Moment vor dem Handspiel. Man erkennt, dass Subotic beide Arme ausgestreckt hat, aber es sieht so aus, als würde er nicht aktiv mit der Hand zum Ball.

Ein Blick auf die Regel:

Der Schiedsrichter achtet bei der Beurteilung der Situation auf

- die Bewegung der Hand zum Ball (nicht des Balls zur Hand),

- die Entfernung zwischen Gegner und Ball (unerwartetes Zuspiel)

So gesehen ist es eine Fehlentscheidung, denn beide Dinge sprechen für Subotic. Er bewegt den Ball nicht zur Hand, die Distanz aus der er den Ball abbekommt ist sehr gering. Allerdings: Unerwartet war das Zuspiel eher nicht, Subotic muss zumindest geahnt haben, dass Agüero den Ball direkt spielt.

 

Fehelentscheidung? Oder vertretbar?

Neven Subotic ist am Boden zerstört
Neven Subotic ist am Boden zerstört

Dazu kommt noch ein weiterer Satz in den Regeln, denn der Schiedsrichter muss auch auf

die Position der Hand achten. Und die spricht ganz klar gegen Subotic, denn seine Arme haben dort oben nichts verloren. Und er blockt einen Ball, der auf's Tor gehen könnte bzw. eine gefährliche Situation einleiten kann.

Wie oben schon angedeutet. Die Sache ist knifflig. Der Schiedrichter kann nach der Regel in beide Richtungen entscheiden. Subotic spielt zwar nicht absichtlich mit der Hand, verhindert aber eine Torchance, weil seine Arme weit vom Körper weg sind.

Schiedsrichter Pavel Kralovec stand ziemlich gut zur Situation und reagierte auch sofort mit dem Pfiff. Offensichtlich bewertete er die weit ausgestreckten Arme als ausreichend um den Elfer zu geben. Eine vertretbare Entscheidung, wenn auch in dem Moment hart für die Borussia. Und es ist eine Entscheidung, die nicht jeder Schiri getroffen hätte. Leider sind die Regeln in diesem Fall nicht 100%ig formuliert, was zu viel Interpretationsspielraum zulässt.

[size:1]Die DFB-Regeln könnt ihr euch hier anschauen und runterladen.[/size]

Was meint ihr denn? Muss man den Elfer geben? War die Entscheidung zu hart? Oder absolut richtig?