Diskussion um die Notbremse Hummels

Hummels ahnt direkt nach dem Foul, was ihm blüht...

Am Wochenende traf es gleich zwei Bundesliga-Spieler. Der Dortmunder Mats Hummels bremste Nordtveit im Strafraum in letzter Sekunde, Ragnar Klavan brachte seinen Gegenspieler ebenfalls unsanft zu Fall. Beide sahen Rot, wurden gesperrt und ihre Mannschaften mussten oben drauf noch einen Elfmeter gegen sich hinnehmen. Die überharte Bestrafung nach einer Notbremse steht schon länger in der Kritik. Nun nimmt die Diskussion um die umstrittene Regelung wieder einmal Fahrt auf. Alle Fact's dazu gibt es hier!

 

Offizielle Regellage

Eine Notbremse ist ein Foul- oder Handspiel, mit dem eine klare Torchance verhindert wird. Ob eine offensichtliche Torchance vorlag, entscheidet allein der Schiedsrichter. Anhaltspunkte für die Entscheidung können die Position des Balls und der Spieler sein. Entscheidend ist aber nicht, ob der foulende Spieler der "letzte Mann" ist. Wenn der Schiedsrichter das Foul- oder Handspiel als Notbremse ansieht, erfolgt immer eine rote Karte und ein Platzverweis inklusive Spielsperre. Der Härtegrad des Fouls ist dabei nicht ausschlaggebend. Die Notbremse wird seit 1983 mit einer roten Karte geahndet. Erfolgte die Notbremse im Strafraum, wird zusätzlich auf Strafstoß entscheiden.

 

Aktuelle Diskussion

Vielen Verantwortlichen, Spielern und auch Schiedsrichtern ist die aktuelle Regelung nach einer Notbremse zu hart. Sie finden die Dreifachbestrafung aus Platzverweis, Spielsperre und Elfmeter nicht gerechtfertigt. DFB-Präsident Niersbach sagte zu diesem Vorgehen: "Diese Dreifach-Bestrafung ist eine der grössten Ungerechtigkeiten des Regelwerks. Damit können auch große Spiele kaputt gemacht werden." Besonders in K.O.-Wettbewerben wie der Champions League kann eine Spielsperre oder eine rote Karte den Ausgang eines Turniers stark beeinflussen. Das beste Beispiel dafür war das CL-Finale 2006, in dem Arsenal-Keeper Jens Lehmann nach wenigen Minuten auf Grund einer Notbremse vom Platz flog und Barcelona anschließend gewann.

Auch die Schiedsrichter melden sich zu Wort und kritisieren die bestehende Regelung. Schiedsrichter-Leiter Lutz Michael Fröhlich sagte, dass es völlig ausreichend wäre, "einen Strafstoß zu geben und allenfalls Gelb zu zeigen."

Der DFB und die Schiedsrichter sind sich also einig. Bei der FIFA hat der DFB deshalb schon mehrmals beantragt, dass Regelwerk zu ändern. Bisher hat die FIFA allerdings nicht reagiert. Ginge es nach den deutschen Verantwortlichen, sollte es nicht mehr zwingend die rote Karte geben. So würde es im Ermessen des Schiedsrichters liegen, wie er die Notbremse beurteilt.

Was meint ihr? Ist die aktuelle Regelung zu hart oder gerecht nach einer Notbremse? Schreibt uns eure Meinung zur Regel!