Die belgische Liga

Meisterjubel: Lucas Biglian, Kapitän des RSC Anderlecht, mit dem Meisterpokal der belgischen Liga im Mai 2012.

Die belgische Liga ist nur europäisches Mittelmaß, liegt im Fünfjahres-Ranking der UEFA auf Platz 13. Aber: Immerhin sind die Saisons in unserem Nachbarland meist sehr spannend – das garantiert schon der Modus. Denn der sieht außer der "regulären Saison" mehrere Playoff-Runden vor. Wie das genau abläuft – und weitere Top-Facts aus der "Jupiler Pro League" –, erfahrt ihr hier.

Achtung, jetzt wird's kompliziert! In der belgischen Liga ist der Modus, nach dem Meister, Europapokal-Teilnehmer und Absteiger ermittelt werden, so vertrackt wie in kaum einer anderen Fußball-Liga Europas. Seit der Saison 2009/10 besteht die "Jupiler Pro League" aus 16 Mannschaften. Zunächst fängt alles ganz "normal" an. In der regulären Saison spielt jeder gegen jeden, in Hin- und Rückspiel – macht insgesamt 30 Spieltage. Doch danach geht’s erst richtig los. Denn dann starten die Teams je nach Tabellenplatz in eine von drei Playoff-Runden.

 

Meister-Playoffs in der belgischen Liga

Die ersten sechs der Tabelle nach der regulären Saison ermitteln den Meister. Jede Mannschaft nimmt in diese Runde die Hälfte ihrer vorher erkämpften Punkte mit. In den Playoffs spielt wieder jeder gegen jeden in Hin- und Rückspiel. Wer am Ende die meisten Punkte hat, hat den Titel in der belgischen Liga im Sack. Außer dem Champion darf übrigens auch der Zweite in die CL-Quali. Puh, blickt ihr noch durch?

Okay, dann weiter.

 

Playoffs fürs Liga-Mittelfeld

Die Mannschaften auf den Positionen 7 bis 14 tragen ebenfalls eine Playoff-Serie aus. Und das nur zu einem Zweck: Der Beste dieser Playoff-Runde spielt – Achtung! – gegen den 4. der Meister-Playoffs, um den dritten EL-Starter (neben dem Tabellendritten und dem Pokalsieger) zu ermitteln.

Gut, das hätten wir auch.

 

Abstiegs-Playoffs

Bleiben noch der 15. und der 16. Die steigen einfach ab? Von wegen. Sie spielen in 5 Playoff-Spielen gegeneinander, wobei der 15. drei Punkte Vorsprung erhält. Alles klar? Der Verlierer des Duells steigt ab – und der Gewinner darf in einer weiteren Playoff-Runde gegen drei Teams aus der 2. Liga um den Ligaverbleib fighten.

Kein Wunder, dass dieser Modus von vielen kritisiert wird. Spannend mag das ja sein, aber doch ziemlich kompliziert, findet ihr nicht?

 

Die Topteams in Belgien

Amtierender Meister ist der RSC Anderlecht, der mit Matias Suarez auch den wertvollsten Spieler der Liga (Marktwert: ca. 10 Mio. Euro) in seinem Kader hat. Der 24-jährige Argentinier war im Sommer sogar bei Bayern München im Gespräch. Ansonsten fehlen große Namen – macht ein Spieler einigermaßen von sich reden, kauft ihn in der Regel ein Klub aus einer größeren Liga. So angelte sich jetzt Werder Bremen Kevin de Bruyne, der vom KRC Genk kam, inzwischen allerdings beim FC Chelsea unter Vertrag steht und als Leihgabe bei Bremen spielt.

Genk ist zuletzt neben Rekordmeister Anderlecht (31 Titel) einer der Top-Klubs in Belgien, wurde seit 2001 drei Mal Meister. Dazu kommen noch Standard Lüttich (bisher 10 Mal Meister) und der FC Brügge (13).

 

Tor-Highlights der belgischen Liga 2011/12