Der Spielabbruch

Massives Security-Aufgebot beim Skandalspiel zwischen Fortuna Düsselsdorf und Hertha BSC Berlin.
 

Die Frage des Tages:

Im Rückspiel der Relegation ging es ja ganz schön zur Sache. Jetzt wird diskutiert, ob Wolfgang Stark das Spiel hätte abbrechen müssen. Aber wie ist das eigentlich, wann kommt es zum Spielabbruch?

Grundsätzlich sind Schiedsrichter vom DFB dazu angehalten, Spielabbrüche zu vermeiden und nur als letztmögliche Konsequenz durchzusetzen. Manchmal ist ein Spielabbruch jedoch unumgänglich. Das kann verschiedene Ursachen haben.

Es müssen beispielsweise klare Sichtverhältnisse herrschen. Verhindert etwa Nebel die Sicht von Tor zu Tor, muss ein Spiel abgepfiffen werden. Extreme Temperaturen unter -15°C sind ebenfalls Grund genug für einen Spielabbruch.

Auch ein Ausfall der Flutlichtanlage bei Dunkelheit kann zum Abbruch führen – allerdings frühestens nach 30 Minuten. Kann der Schaden in der Zwischenzeit behoben werden, geht's weiter. Wenn die Anlage nur teilweise instand gesetzt werden kann, liegt es beim Schiri, das Spiel fortzusetzen oder abzubrechen.

Der fünfte Platzverweis für eine der Mannschaften führt automatisch zum Abbruch, da pro Team mindestens sieben Spieler auf dem Rasen stehen müssen.

Massive Bedrohungen oder ein tätlicher Angriff könne ebenfalls Grund für das vorzeitige Ende einer Partie sein. Wird ein Referee, ein Assistent, ein Spieler oder ein Teamoffizieller zum Beispiel von einem Wurfgeschoss getroffen, kann der Schiedsrichter nach eigenem Ermessen das Spiel weiterlaufen lassen, unterbrechen oder sogar komplett abbrechen.

Einflüsse von außen wie die Zuschauerausschreitungen beim Relegationskampf in der Düsseldorfer ESPRIT-Arena können ebenfalls einen Spielabbruch begründen.

Ob ein abgebrochenes Spiel wiederholt oder zugunsten eines Teams gewertet wird, entscheidet dann der DFB-Kontrollausschuss im Nachhinein. Allerdings: Ein Spiel abzubrechen liegt einzig und allein in der Macht des Schiedsrichters. Da Wolfgang Stark im Relegationsspiel von dieser Option keinen Gebrauch gemacht und das Spiel wieder freigegeben hat, ist es eher unwahrscheinlich, dass es zur Wiederholung der Partie kommt.