"In der Kabine herrscht Krieg!" Real Madrid

Der Zoff bei Real Madrid um Iker Casillas droht völlig zu eskalieren.

Spanische Medien berichten, dass bei Real Madrid "offener Krieg" ausbricht, seitdem José Mourinho erneut gegen Iker Casillas hetzte. Der Trainer hatte in einer Pressekonferenz gegen den Keeper geschossen und damit sogar Verbündete wie Cristiano Ronaldo gegen sich aufgebracht.

Bei Real Madrid droht der seit langem brodelnde Konflikt kurz vor Saisonende zu eskalieren. Nachdem Trainer José Mourinho am Wochenende eine aufsehenerregende Pressekonferenz gab, schreiben spanische Medien, dass "offener Krieg" in der Real-Kabine herrscht. Denn mit seinen Äußerungen brachte Mourinho nicht nur einige Fans gegen sich auf, sondern auch Spieler, die bisher zu ihm standen. Der Coach hatte auf die Frage, ob er etwas anders machen würde, wenn er noch einmal seinen ersten Tag bei Real hätte geantwortet: "Das ist eine schwierige Frage. Aber ich denke, ich hätte in einigen Sachen aktiver sein müssen. Ich wollte Diego Lopez zum Beispiel schon am Ende meiner ersten Saison, aber da habe ich zu wenig Druck ausgeübt." Im Klartext: Mourinho wollte schon seit 2011 unbedingt einen anderen Keeper als Iker Casillas. Dass die beiden nicht das beste Verhältnis haben, ist schon lange klar. Diese Attacke auf Casillas setzt dem Ganzen aber die Krone auf. "San Iker" (der heilige Iker) ist bei den Fans schon jetzt eine Legende. Auch innerhalb der Mannschaft hat der Torhüter ein gutes Standing, selbst wenn es schon mal zu Reibereien kam. Zum Beispiel mit Cristiano Ronaldo. Doch sogar dem Megastar, der bisher eher zu Mourinho hielt, geht diese Attacke zu weit.

 

Cristiano Ronaldo unterstützt Casillas

Iker Casillas tröstet Cristiano Ronaldo
Iker Casillas tröstet Cristiano Ronaldo

Beim Aufwärmen vor dem Spiel gegen Real Valladolid machte Cristiano mehrfach Gesten der Unterstützung in Richtung Casillas. Auch nach dem Ausscheiden gegen Borussia Dortmund in der Champions League sah man die beiden nach dem Spiel herzlich miteinander umgehen. Mourinho klebte dagegen bei den Toren von Ronaldo auf der Bank. Kein Jubel, kein Abklatschen. Cristiano sagte zu der Situation: "Man muss Iker mehr Respekt zeigen. Er ist hier nicht der Böse. Wir sind alle bei ihm."

Nach dem Spiel setzte dann Pepe, bisher einer der größten Unterstützer von Mourinho noch einen drauf. Der Verteidiger hatte während des Spiels eine gute Kopfballchance. Als er nach der Partie darauf angesprochen wurde, sagte er: "Schade, dass der Ball nicht drin war. Ich wäre gern zu Iker gerannt und hätte ihm das Tor gewidmet." Ein weiterer Affront eines bisherigen Vertrauten gegen Mourinho. Provoziert der Coach jetzt endgültig seinen Rauswurf? Die Anhänger von Real Madrid sind mittlerweile fast geschlossen gegen den Trainer.

 

Mourinho:"Barca ist das beste Team der letzten 20 Jahre"

Mourinho (Kreis) bleibt bei einem Ronaldo-Tor regungslos sitzen.
Mourinho (Kreis) bleibt bei einem Ronaldo-Tor regungslos sitzen.

Auf der Pressekonferenz schoss er nämlich nicht nur gegen seinen Kapitän, er beleidigte die Real-Fans zusätzlich auf die schlimmste Art und Weise, die sie sich vorstellen können. Er lobte nämlich den Erzrivalen aus Barcelona: "Unser Punktrekord mit 100 Punkten ist nicht leicht zu schlagen. Aber der FC Barcelona kann es diese Saison schaffen. Und wenn sie es schaffen, dann deswegen weil sie das beste Team der letzten 20 oder 30 Jahre sind", sagte Mourinho. Und damit nicht genug. "Das ist mehr wert, als das was wir erreicht haben." Ein unglaubliches Statement für einen Trainer von Real Madrid. Dementsprechend wurde er auch beim Heimspiel am Samstag empfangen. Die Anhänger pfiffen den Trainer gnadenlos aus. Als sein Name bei der Aufstellung genannt wurde, tobte das Santiago Bernabeu. Bald hat Präsident Florentino wohl keine andere Wahl mehr, als den Trainer rauszuwerfen.

Schadet Jose Mourinho mit seinem Verhalten dem Klub? Oder ist es ok, was er tut?