Das Reifen-Theater hört nicht auf – Teams drohen mit Aufstand

Sebastian Vettel ist sauer über das dauernde Reifen-Theater.

Auch nach dem Spanien-GP wird wieder heftig über die Reifen geschimpft. Nun droht sogar der Aufstand der Teams gegen Hersteller Pirelli. Sebastian Vettel ärgert sich genauso, wie Nico Rosberg und Lewis Hamilton.

Es vergeht kein Formel-1-Grand Prix ohne Theater um die Reifen. Auch nach dem Spanien-GP, den Fernando Alonso am Wochenende gewann, gibt es wieder Zoff um die Pneus. Und die Teams beginnen langsam aber sicher ihre Attacken auf Hersteller Pirelli zu verstärken. Denn der neue, extra-harte Reifen, der in Barcelona das erste Mal zur Verfügung stand, war laut Sebastian Vettel "ein Griff ins Klo." Der Red-Bull-Pilot legt nach: "Es ist schade, wenn man nicht eine einzige Runde hat, in der man ordentlich aufs Gas treten kann", sagt Vettel. Das Problem der Reifen war dasselbe wie auch bei den weicheren Exemplaren: Sie bauen viel zu schnell ab. Extrem genervt war davon auch Mercedes-Pilot Lewis Hamilton. Der Brite kam nur als Zwölfter ins Ziel und war richtig geladen. Sein Bolide kam genau wie der seines Teamkollegen Nico Rosberg überhaupt nicht mit den Reifen zurecht. Mehrfach wurden die Fahrer der "Silberpfeile" von ihrem Kommandostand aufgefordert langsamer und damit reifenschonender zu fahren. Irgendwann schimpfte Hamilton über den Bordfunk: "Ich kann nicht noch langsamer fahren!"

 

Teams planen Aufstand gegen Pirelli

In der aktuellen BRAVO SPORT erfahrt ihr mehr über den Aufbau eines F1-Boliden!
In der aktuellen BRAVO SPORT erfahrt ihr mehr über den Aufbau eines F1-Boliden!

Schaut man sich Bilder der Reifen nach dem Rennen an, sieht es nicht so aus, als könnte man mit diesen Belägen sicher über 300 Km/h schnell fahren. Abgesehen von den Sicherheitsaspekten haben einige Teams die Taktiererei wegen der Pneus satt. Mercedes-Funktionär und TV-Experte Niki Lauda fordert "entweder neue Reifen, oder die Fahrer brauchen einen Kurs, wie sie damit umgehen sollen." Und Red Bull gibt noch mehr Gas: "Wir müssen den Druck auf Pirelli steigern", sagt Boss Helmut Marko. Und Teamchef Christian Horner sieht eine ganz schlechte Entwicklung auf die Formel 1 zukommen: "Es geht immer mehr in Richtung Schach. Und Schach hat nicht so viele Zuschauer." Selbst der Sieger des Spanien-GPs, Fernando Alonso, ist nicht einverstanden mit dem Verlauf der Rennen. Obwohl er mit seinem Ferrari am besten mit den Gummi-Belägen klar kam, ist er nicht glücklich über die Situation. "Die Zuschauer wissen doch teilweise gar nicht mehr, wer grade vorne ist", sagt der Spanier. Bei bis zu vier Boxenstopps pro Fahrer ist vor allem an der Strecke kaum noch nachvollziehbar, wer aktuell Erster ist. Pirelli reagiert und hat Änderungen angekündigt. Nur: Wenn sie so wenig bringen, wie die jetzigen, kann sich der Hersteller die Mühe sparen.

Seid ihr genervt von dem ständigen Reifen-Theater? Oder gehört das für euch schon zur Formel 1?