Darum gehts beim Drogba-Streit

Weiterhin Transfer-Theater: Galatasaray-Stürmer Didier Drogba.

Schalke 04 legt offiziell Einspruch gegen die Wertung des Achtelfinal-Hinspiels der Champions League bei Galatasaray Istanbul (1:1) ein. Grund dafür ist der Zweifel der Schalker Verantwortlichen an der Spielberechtigung von Gala-Stürmer Didier Drogba. Dieser befindet sich noch im Vertrags-Streit mit seinem Ex-Klub Shanghai Shenua. BRAVO Sport erklärt, was genau los ist.

 

Der Fall Drogba im Detail

Hintergrund des Einspruchs von Schalke 04 gegen die Wertung der Partie ist das Wechsel-Theater um den ivorischen Stürmer, der im Januar von Shanghai Shenua zum türkischen Rekordmeister gewechselt war. Laut Darstellung des chinesischen Klubs handelte Drogba eigenhändig, eine Freigabe für einen Wechsel sei von Seiten des Vereins nie erteilt worden, hieß es in einem Statement aus Shanghai. Weiter wurde mitgeteilt, es würde darauf bestanden, dass Drogba seinen Vertrag erfülle. Der Klub aus Shanghai meldete den Fall anschließend beim Weltverband FIFA – der Vorwurf an Drogba: Vertragsbruch. Drogba und "Gala" zeigten sich vom Protest der Chinesen unbeeindruckt.

 

Prüfung des Falles durch die FIFA

Shanghai Shenua besteht darauf, dass Galatasaray und Drogba durch den Vertragsbruch die Transferregeln der FIFA verletzt haben. Mit dieser Begründung forderte man den Stürmer auf, seinen Vertrag bis 2014 zu erfüllen. Drogba argumentierte dagegen: Er habe über einen Zeitraum von drei Monaten kein Gehalt erhalten. Der Vertrag sei damit aus seiner Sicht hinfällig, ließ der Ivorer erklären. Die FIFA erteilte Drogba daraufhin eine vorläufige Spielberechtigung für die türkische Liga und für die europäischen Wettbewerbe. Shanghai meldete anschließend, dass man eine Klage gegen den Transfer bei der FIFA in Betracht ziehe. "Nun hat Shenhua eine Chance von 99 Prozent, einen Rechtsstreit vor der FIFA zu gewinnen", sagte ein Anwalt des Klubs.

 

Warum legt Schalke Einspuch ein?

Drogba im Trikot von Shanghai Shenua.
Drogba im Trikot von Shanghai Shenua.

Trotz der vorläufigen Spielberechtigung für Didier Drogba legt Schalke 04 Einspruch gegen die Wertung des Spiels in Istanbul ein, denn: Die Königsblauen sehen in der von der FIFA erteilten, vorläufigen Spielberechtigung, keineswegs die komplette Grundlage für den Einsatz von Drogba in der Champions League. Neben dieser Spielberechtigung des Weltverbandes muss auch die Spielberechtigung für die K.o.-Phase der Champions League vorliegen. Diese wird vom europäischen Verband, der UEFA, erteilt. Schalke 04 will dies von der UEFA nun prüfen lassen. "Jeder Verein muss selbst dafür sorgen, dass sein Spieler auch spielberechtigt ist", begründete Finanzvorstand Peter Peters das Vorgehen der Königsblauen. Manager Horst Heldt ergänzte: "Es wäre ja fahrlässig, das nicht überprüfen zu lassen."

Für diese Überprüfung muss ein Klub aus "formaljuristischen Gründen" Einspruch gegen die Wertung des Spiels einlegen. Einsprüche gegen Spielberechtigungen einzelner Spieler müssen bei der UEFA binnen 24 Stunden eingereicht werden. Dies hat Schalke 04 getan.

Die Frage, ob Drogba durch die vorläufige Spielberechtigung der FIFA erlaubterweise gegen Schalke 04 aufgelaufen ist oder nicht, kann selbst der GURU (noch) nicht beantworten. Dies wird nun die UEFA tun, die den Fall nach dem Schalker Einspruch jetzt genau prüfen muss.