Darum fehlen Verletzte so lange Darum fallen verletzte Spieler so lange aus

Fällt lange aus: Kuba Blaszczykowski

Welche Fußball-Verletzung bedeutet welche Pause? Warum zum Teufel sind deine Stars bei einem Kreuzbandriss ein halbes Jahr weg vom Fenster? Hier kommt die Erklärung.

Seit Monaten liegt Bayern-Stürmerstar Mario Gomez auf Eis. Grund: Eine Knochenabsplitterung am Fuß. Eigentlich sollte er nach vier Wochen zurück sein. Seitdem sind über drei Monate vergangen. Noch schlimmer trifft es einen Spieler, der mit Kreuzbandriss ausfällt – wie momentan Wolfsburg-Knipser Patrick Helmes. Dann lautet die Voraussage: mindestens ein halbes Jahr Pause. Oder BVB-Star Jakub "Kuba" Blaszczykowski, der mit einem Syndesmoseriss noch Wochen auf's Comeback warten muss. Aber warum bedeuten die Verletzungen der Bundesliga-Stars meistens so lange Pausen?

1. Diagnose muss gefunden werden!

Bis die genaue Verletzung festgestellt ist, dauert es manchmal Tage oder Wochen! Bei Arjen Robben zum Beispiel tappten die Bayern-Docs 2010 lange im Dunkeln, ehe die Diagnose Schambeinentzündung feststand.

2. Ruhephase für den Spieler

Ist die Verletzung genau diagnostiziert, folgt meist eine lange Ruhephase, in der der verletzte Körperteil komplett ruhig gestellt wird. Beim Kreuzbandriss beträgt diese nach der notwendigen Operation meist etwa zwei Monate. Bei einem Bänderriss (zumindest wenn mehrere Bänder im Sprunggelenk betroffen sind) mehrere Wochen, selbst bei Muskelverletzungen schnell bis zu zwei Wochen.

3. Reha

Darf der Spieler wieder mit lockerem Aufbautraining beginnen, muss zunächst mal am Muskelaufbau gearbeitet werden. Und dabei gilt die Regel: Um die muskuläre Power wieder zu kriegen, die man vor der Verletzung hatte, braucht es mindestens so lange, wie die Pause gedauert hat. Heißt zum Beispiel bei einem Kreuzbandriss: etwa zwei Monate!

4. Rückkehr ins Mannschaftstraining bis zum Comeback

Darf der Spieler wieder am Mannschaftstraining teilnehmen, bedeutet das, dass er sich wieder allen körperlichen Belastungen aussetzen darf. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Comeback. Aber: Das ist ja nur ein Zwischenziel. Schließlich will der Spieler die Leistungsfähigkeit von der Zeit vor der Verletzung erreichen. Dazu braucht es auch im Mannschaftstraining einige Wochen, denn hier wird – anders als im Aufbautraining - im maximalen Belastungsbereich gearbeitet. Also ähnlich wie im Spiel!

Nun müssen auch die Bewegungsabläufe wieder so einstudiert werden, wie sie im topfitten Zustand waren. Und: Konditionell muss der Spieler natürlich auch noch einiges aufholen. Die Grundlagenausdauer wird meist schon in der Reha und im Aufbautraining wieder aufgepeppt. Doch bei Maximalbelastungen sind andere konditionelle Qualitäten nötig. Die kommen erst bei längerem Training wieder. Und dann folgt der letzte Schritt: Man muss die Konkurrenten aus der eigenen Position im Training übertrumpfen, um ihnen den Stammplatz wieder abzunehmen.

Für Mario Gomez wird speziell das noch eine Menge Arbeit, denn: Mario Mandzukic hat dessen Verletzungs-Zeit ausgenutzt!