Countdown Handball-WM Weltmeisterschaft

Sven-Sören Christophersen (li.) und Christoph Theuerkauf

Am Freitag startet für Deutschlands Handballer wieder ein mega wichtiges Turnier! Es geht dabei um einiges – vor allem um die angekratzte Ehre! Bei der handball-WM in Spanien möchten die Deutschen endlich wieder vom Titel träumen. Und dennoch: Das Team um Trainer Martin Heuberger startet mit zahlreichen Ausfällen als Außenseiter in den Wettbewerb. Doch wie stehen ihre Titelchancen? Der Countdown läuft...

Insgesamt drei Mal holen sich die Deutschen den Weltmeistertitel im Handball – zuletzt im Jahr 2007. Ein Jahr nach dem schwarz-rot-goldenen Fußball-Sommermärchen 2006 lassen auch die fingerfertigen Ball-Künstler aufhorchen! Doch schon bald wendet sich die Favoritenrolle. Die Deutschen brechen gnadenlos ein und blamieren sich mit der verspielten Olympia-Teilnahme für London 2012 aufs Übelste. Und bei der letzten WM vor zwei Jahren landete Deutschland auf Platz 11. Damit will man sich in Spanien nicht zufrieden geben. Neues Turnier, neues Glück.

 

Die Mannschaft für die WM in Spanien

Die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes muss die Ausfälle von Leistungsträgern wie Uwe Gensheimer, Holger Glandorf und Lars Kaufmann verkraften. Dafür bekommen einige Neulinge die Chance ins Rampenlicht zu marschieren!

Eines der wichtigsten Standbeine der DHB-Auswahl ist Keeper Silvio Heinevetter (Füchse Berlin)! Der Schlussmann steht sowohl in der Liga als auch in der WM-Vorbereitung sicher im Kasten und bügelt den ein oder anderen Abwehr-Fehler der Deutschen aus. Carsten Lichtlein (TBV Lemgo) ist der zweite Keeper und ebenfalls ein konstant starker Rückhalt.

Michael Haaß (Frisch Auf Göppingen) ist der wahre Leader der Heuberger-Auswahl! Er ist ein super Allrounder, behält die Spielübersicht und ist dabei eine echte Kampfsau! Hassan (wie sein Spitzname lautet) ist die Geheimwaffe von Deutschland.

Das nächste Ass ist Oliver Roggisch (Rhein-Neckar Löwen). Er ist Abwehrchef und der erfahrene Typ in Aufgebot. Schon 2007 schnappt er sich mit Deutschland den Titel. Roggisch harmoniert perfekt mit Christoph Theuerkauf (HBW Balingen-Weilstetten) im Angriff-/Abwehr-Wechsel!

Insgesamt bleibt zu sagen, dass die geschlossene Teamleistung der Deutschen im Duell entscheidend sein wird. Die Mannschaft hat sicher keine überragenden Einzelkämpfer, aber gerade die Rolle als Underdog kann die Jungs unberechenbar machen.

 

Die Qualifikation im Rückblick

Als Siebter der EM 2012 ist das deutsche Team automatisch für die Playoffs zur WM qualifiziert und trifft dort auf das Team aus Bosnien-Herzegowina. Im Hinspiel verläuft alles nach Plan - das deutsche Team schlägt die Bosnier klar mit 36:23. Doch im Rückspiel wird es aus deutscher Sicht noch einmal unnötig spannend - 24:33 lautet das Ergebnis am Ende. Deutschland ist in der Summe um drei Tore besser als Bosnien-Herzegowina und qualifiziert sich so für die Weltmeisterschaft in Spanien.

 

Die WM-Vorbereitung

In drei Testspielen konnte die deutsche Mannschaft im neuen Jahr noch einmal den Ernstfall proben. Bundestrainer Martin Heuberger probierte in den Partien unterschiedliche Taktikvarianten aus, um das Optimum des neu formierten Teams zu erreichen. Den ersten Test brachte das Team erfolgreich hinter sich. Gegen die nicht für die WM qualifizierten Schweden gelang ein 26:20-Erfolg. Im zweiten Test, ebenfalls gegen Schweden, waren die deutschen Probleme dann größer - 28:28 hieß es am Ende im zweiten Schweden-Test. Letzter Testgegner war in Stuttgart der dreifache Weltmeister Rumänien, gegen den Deutschland eine gute Leistung zeigte und souverän 35:25 gewann - Generalprobe geglückt. Deutschland tritt ungeschlagen im WM-Jahr die Reise nach Spanien an.

 

Die Gruppengegner

Brasilien: Regelmäßiger WM-Teilnehmer, aber trotzdem Außenseiter. Pflichtaufgabe für das deutsche Team zum Auftakt.

Tunesien: Zehnte WM-Teilnahme in Folge. Stärker einzuschätzen als Brasilien. Um die Vorrunde zu überstehen, muss Deutschland siegen. Vorteil: Noch nie hat eine DHB-Auswahl gegen Tunesien verloren.

Argentinien: Der wahrscheinlich stärkste unter den "kleinen" Gruppengegnern. 2011 als einziges nicht-europäisches Team in der WM-Hauptrunde vertreten - Respekt. Mit Konzentration und der richtigen Taktik für Deutschland aber trotzdem schlagbar.

Montenegro: Kleines Land - großer Handball. Der deutsche Gegner aus der aktuellen EM-Quali gehört zu den aufstrebenden Nationen im Welthandball. Vorsicht ist geboten. Montenegro wird wohl der direkte Konkurrent für Deutschland im Kampf um Platz zwei sein - der direkte Vergleich ist daher umso wichtiger.

Frankreich: Der Titelverteidiger. Im Spiel gegen Frankreich ist Deutschland zumindest auf dem Papier chancenlos. Vorteil: Die Partie gegen Frankreich ist für die Deutschen die letzte der Gruppenphase. Im Idealfall macht das deutsche Team den Einzug ins Achtelfinale vorher klar und kann dann gegen Frankreich frei aufspielen.