Buschmann: Liebe die Bundesliga

Frank Buschmann steht für eine klare Meinung. So hat er sich auch im Interview mit Bravosport.de präsentiert.

Frank Buschmann hat als Kommentator und Moderator Kultstatus bei den Sportfans erlangt! Im exklusiven Interview mit Bravosport.de spricht Buschi über die neue Bundesliga-Saison, die Weltmeisterschaft und warum er kein Fan von der Fanmeile ist.

Frage: Was ist dir lieber, WM oder Bundesliga?

Frank Buschmann: Als Fan geht’s mir wie jedem anderen auch: Die WM ist die Sahne oben drauf! Obwohl ich eigentlich ein Kind der Bundesliga bin. Was mich so ein bisschen stört, ist der Event-Charakter einer Weltmeisterschaft. Ich finde es auch spannend, wie Löw schon zum Abschuss freigegeben wurde und nun alles ein toller Plan gewesen sein soll.

Also ist dir die Fanmeile zu viel?

Ich will den Leuten das nicht nehmen. Wenn sie feiern wollen, dann sollen sie das tun. Ich bin da nicht so der Typ für. Ich bezweifle auch, dass es der Mannschaft irgendetwas gibt, wenn sie das auf der Fanmeile mitbekommen.

Kam der Rücktritt von Philipp Lahm für dich überraschend?

Ich hab mir da vorher überhaupt keine Gedanken drüber gemacht und wenn ich ehrlich bin: hinterher auch nicht. Er ist zurückgetreten und Aus die Maus! Das ist seine ganz persönliche Entscheidung. Wie ich ihn erlebt habe, ist das sehr, sehr gut durchdacht und das hat man schlicht und einfach zu akzeptieren.

Wer wird seine Rolle als Kapitän jetzt einnehmen können?

Für mich ist der echte Kapitän – auch schon bei der Weltmeisterschaft – Bastian Schweinsteiger gewesen. Der hat seit vielen Jahren gezeigt, dass er ein Führungsspieler ist. Und es passt so schön in das Bild der WM: Er wurde im Finale immer wieder umgehauen, ist immer wieder aufgestanden, dann noch mit seiner Verletzung unter dem Auge. Ob er nun ein doofes Lied auf einer privaten Party singt oder nicht – das interessiert mich einen feuchten Pups.

Wurde die Geschichte mit dem Schweinsteiger-Video, wo er den BVB beleidigt hat, zu sehr aufgebauscht?

Das ist der Fluch der sozialen Medien und der schnellen Internetwelt.

Aber damit kann er doch rechnen, dass davon ein Video gemacht wird.

Ganz ehrlich: Ich fände es geil, wenn man damit nicht rechnen müsste. Am meisten ärgert mich der Typ, der das Video ins Netz gestellt hat! Das wird nur dazu führen, dass die Jungs noch vorsichtiger werden und irgendwann haben wir nur noch Roboter.

Du bist ein Kind der Bundesliga hast du gesagt. Warum?

Die Bundesliga ist das tägliche Brot und das esse ich gerne. Da bin ich mit groß geworden. Und Woche für Woche kann man wieder sehen, dass man keine Ahnung vom Fußball hat, weil alles anders kommt als man dachte. (lacht) Das stinkt mehr nach Blut, Schweiß und Urin. Bei den großen Turnieren wie der WM, ist mir das alles zu aalglatt.

Wer kann die Bayern in diesem Jahr stoppen?

Ich glaube, dass Dortmund länger mithalten kann als die letzte Saison. Aus dem BVB-Kader lassen sich schon fast zwei gute Mannschaften machen. Trotzdem: Bayern ist der Topfavorit.

Ist Paderborn das Beispiel, dass man auch ohne viel Geld erfolgreich sein kann?

Mit Äpfel und Birnen bezahlen die ihre Spieler auch nicht. Ich mag solche Cinderella-Storys ja. Aber der Erfolg solcher Mannschaften wird immer die Ausnahme bleiben. Mich nervt eh die blöde Diskussion um die Tradition einzelner Clubs. Dortmund, Bayern, Schalke – alles Traditionsclubs, ohne Frage. Aber auch da stecken Konzerne dahinter, die die ganze Musik bezahlen.

Im zweiten Teil des Interviews sprechen wir mit Buschi über seinen Kleinkrieg mit Stefan Kretzschmar, seine Drohung an Dirk Nowitzki und seine Beliebtheit bei den Fans.