Buschmann: "Kretzsche ist labil"

Frank Buschmann (l.) und Stefan Kretzschmar treten am 6. September beim "Tag des Handballs" gegeneinander an.

Frank Buschmann hat als Kommentator und Moderator Kultstatus bei den Sportfans erlangt! Im exklusiven Interview mit Bravosport.de spricht Buschi über seinen Kleinkrieg mit Stefan Kretzschmar, seine Drohung an Dirk Nowitzki und seine Beliebtheit bei den Fans.

Frage: Wie geht es eigentlich der Wade der Nation?

Frank Buschmann:Es gibt Leute die mir unterstellen, dass ich das nur vorschiebe. Ich kann gerne den Leuten mit einem Messer 80 bis 85 Prozent des Wadenmuskels abschneiden. Dann weiß man in etwa, was das für eine Verletzung ist. Wenn Doc Müller-Wohlfahrt sagt: 'Mach keinen Mist, fang nicht zu früh an', dann kommt man ins Grübeln. Aber ich bin mir sicher, dass ich am 6. September auflaufen werde.

Am 6. September ist der Tag des Handballs. Du spielst mit Team Buschi gegen Team Kretzsche, um den Handball in Deutschland wieder zu pushen. Hast du schon Angst vor dem Tag?

Nein! Man kann Angst bekommen, wie Kretzsche sich mir gegenüber verhält (lacht). Ich bin ja nicht so größenwahnsinnig und werde ins Eins-gegen-Eins gegen ihn gehen. Obwohl ich in Topform... (lacht). Ich bin ihm zwar physisch nicht gewachsen, aber psychisch bin ich der bessere. Da bin ich eine Macht.

Ist Kretzsche also psychisch labil?

Manchmal ist er labiler, als ihr alle glaubt. Der tut nur immer so hart. Der hat mir sogar Leute weggenommen! Florian Kehrmann, Blacky Schwarzer – ich weiß nicht, welche Drohungen er da ausgesprochen hat. Außer Olli Roggisch und Hennig Fritz hab ich keine deutschen Spieler bekommen!

Wie oft hast du schon einen Handball in der Hand gehabt?

Auch wenn es schon ein paar Jahre her ist: Ich habe an der Sporthochschule in Köln studiert und dort einige Sportarten gelernt. Wann ich aber das letzte Mal ein Handballtraining gemacht habe? Puh, da war Kretzsche definitiv noch aktiv. Aber ich bin ein Naturtalent, da hab ich keine Angst (lacht).

Kretzsche ist schon fleißig in der Vorbereitung. Wie sieht es da bei dir aus?

Das würde ich auch gerne machen. Aber das geht nur, wenn man so ein Paradiesleben wie Stefan Kretzschmar hat. Ich muss zwischendurch auch arbeiten. Ihm fliegt das alles ja zu.

Hast du eigentlich schon eine Position für dich entdeckt?

Ich werde Rückraummitte spielen. Ich hatte ja erst den Plan aus acht, neun Meter hochzugehen und einen einzuschweißen. Aber das wird wohl nicht passieren. Mit Spielverständnis und Auge werde ich meine Mitspieler einsetzen. Und wenn Kretzsche in der Abwehr aufrückt, kommt der Pass und anschließend lauf ich zurück in die Abwehr.

Welche Promis sind alles dabei?

Ich weiß von Paul Panzer – der stellt sich sogar ins Tor, dieser Verrückte! Oliver Pocher, Elton, der Schlagzeuger von Rammstein (Christoph Schneider, Anm. d. Red.) sind dabei. Außerdem Christoph Metzelder und Uli Borowka. Ich bin aktuell unter anderem mit Dirk Nowitzki, Hans Sarpei und Ansgar Brinkmann, dem "weißen Brasilianer", in Verhandlungen. Dirk hat mir aber gesagt, dass auch Kretzsche ihn gefragt hat. Wenn er da spielen sollte, wäre das ein Skandal! Dann würde ich unmittelbar nach dem Spiel meinen kompletten Rücktritt aus dem gesamten Sport erklären!

Wie stehst du aktuell in Kontakt mit Kretzsche?

Es ist ruhiger geworden. Anfangs haben wir ja Trashtalk in den sozialen Netzwerken betrieben, nun ist aber fast Funkstille. Ich glaube einfach der Kerl hat so dermaßen die Hose voll, dass er mich nicht mehr provozieren möchte.

Warum interessieren sich so viele Leute für dich?

Einige würden jetzt sagen, weil er ein Selbstdarsteller ist. Ich finde es schon geil, wenn Leute auf das, was ich von mir gebe, reagieren. Ich finde es aber gar nicht so geil, wenn Leute sagen: 'Der ist ein Proll.' Ich lasse eine gewisse Nähe zu. Und gottverdammt: Die Leute lieben mich scheinbar einfach dafür, wie ich kommentiere. Auch wenn es jetzt doof klingt, wenn ich sowas selbst sage. Andere sagen dann auch: ‚Der geht mir fürchterlich auf den Sack‘.