Boateng hält Rede vor UN

Milan-Star Kevin-Prince Boateng mit der UN-Kommisarin für Menschenrechte, Navanethem Pillay und dem ehemaligen französischen Nationalspieler Patrick Vieira, der in seiner Karriere unter anderem für Arsenal, Inter Mailand und Manchester United kickte.

Nach den rassistischen Beleidigungen in einem Testspiel seines AC Mailand gegen einen italienischen Viertligisten hat Kevin-Prince Boateng eine Rede zum Thema "Rassismus" bei einer Diskussionsrunde der Vereinten Nationen (UN) im schweizerischen Genf gehalten. "Boa" gilt als neues Gesicht der Anti-Rassismus-Bewegung im internationalen Fußball. Checkt die Bilder aus, die "Boa" und seine Freundin Melissa Satta aus Genf getwittert haben.

"Zu glauben, man könnte den Rassismus besiegen, indem man ihn ignoriert, ist der größte Fehler, den wir machen können", sagte "Boa" während der Diskussion und erklärte: "Es ist wie eine Krankheit, gegen die es keine Antibiotika gibt. Man muss in den Sumpf gehen und dagegen ankämpfen." Kevin-Prince Boateng: Vom Rüpel-Kicker zum Anti-Rassismus-Botschafter der UN – er hat sich gewandelt und stellt sich offen und klar gegen Diskriminierung und rassistische Tendenzen, fordert aber auch von der Fußballwelt, dass sie ihrer Verantwortung gerecht wird: "Der Sport hat eine soziale Verantwortung und kann viel tun", sagte Boateng in Genf.

Die Reaktionen in Italien auf den mutigen Auftritt waren überwältigend. So schreibt zum Beispiel die "Gazzetta dello Sport": "Rassistische Schande. Wir sind alle Boateng! Wir beneiden ihm nicht das Talent, den Ruhm, das Gehalt oder die schöne Freundin: Seine Geste, seine Revolte gehören uns allen. Wir sind schwarz wie er, schwarz im Gesicht, in der Seele, schwarz vor Wut wegen einer riesigen Beleidigung gegen die Vernunft und das zivile Verhalten."

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