Bayern - wohin mit Martinez? Mittelfeld

Sechser, Innenverteidiger oder Abstellgleis? Wohin mit Javi Martinez?

Das Mittelfeld ist das Prunkstück im Bayern-Spiel. Zur Rückrunde hat Pep Guardiola ein Überangebot an Spielern, die dort auflaufen können. Es gibt keine Verletzten und Philipp Lahm, der zu Beginn der Hinrunde für viele als Notlösung auf der "Sechs" galt, wird wohl auch weiterhin in der Zentrale agieren. Dort, wo in der letzten Saison unter Jupp Heynckes Javi Martinez groß aufspielte. Ist jetzt kein Platz mehr für den 40-Millionen-Mann?

Fünf Mittelfeld-Positionen hat Guardiola zu vergeben, einen linken und einen rechten Außenspieler sowie drei in der Zentralen. Dabei ist es zunächst unwesentlich, ob der Trainer mit einem Sechser und zwei Achtern (spielen etwas offensiver vor dem Sechser) oder mit zwei Sechsern und einer Art Spielmacher (auch "Zehner" genannt) agieren lässt.

Auf den Flügeln überzeugen Franck Ribery und Arjen Robben seit Jahren. Mit Thomas Müller, dem wiedergenesenen Mario Götze und mit leichten Abstrichen noch Xherdan Shaqiri ist die Konkurrenz auf diesen Positionen groß. Andere Spieler werden dort kaum zum Zuge kommen. Müller und vor allem Götze können aber auch zentral offensiv beziehungsweise als Falsche Neun spielen. Auch wenn Guardiola das System mit hängender Spitze – so wie es Barcelona mit Lionel Messi praktiziert – bevorzugt, wird er es bei den Bayern eher selten spielen lassen. Zu stark war Mario Mandzukic in der Vergangenheit, an Robert Lewandowski mag man gar nicht denken.

Bleiben also die drei zentralen Positionen. Im Trainingslager spielte Philipp Lahm überwiegend auf der Sechs. Auch wenn er dort zunächst nur als Notlösung wegen größere Verletzungssorgen (z.B. Thiago) galt, hat er in der Schaltzentrale so sehr überzeugt, dass sein Coach ungern auf ihn verzichten möchte. Bastian Schweinsteiger hatte in den letzten Jahren seinen Stammplatz sicher und wird nach überstandenen gesundheitlichen Problemen wieder zu viel Einsatzzeit kommen. Doch auch ohne den Vize-Kapitän ist das Zentrum mit Thiago Alcantara und Toni Kroos bestens besetzt. Guardiola schätzt die Ballsicherheit dieser beiden Spieler ungemein. Die Bayern können also aus dem vollen Schöpfen und Perspektivspieler, wie Pierre-Emile Höjbjerg, sind hier erstmal nicht beachtet.

 

Wohin mit Martinez?

Im Testspiel gegen den Kuwaiter SC (8:0) erwischte Javi Martinez keinen guten Tag, ließ sich mehrmals vernaschen. Das ist auch Pep Guardiola nicht entgangen. "Er hatte viele, viele Probleme in der Hinrunde." Auch wenn der Trainer damit wohl eher die lange Pause nach einer Leistenoperation anspricht, wird der Spanier es unter seinem Landsmann nicht leicht haben. Martinez ist nicht der filigrane Kurzpasspieler, lebt eher von seiner Physis. Genau diese Eigenschaften schätzte Heynckes so sehr - damit half er dem FC Bayern auf dem Weg zur besten Saison der Vereinsgeschichte. Doch anscheinend sind diese Qualitäten jetzt nicht mehr gefragt. Ist kein Platz mehr für den 40-Millionen-Mann?

 

Ausweg Innenverteidigung?

In der Winterpause in Dubai trainierte Martinez vorrangig auf der zentralen Abwehrposition. Guardiola sagt dazu: "Ob er Innenverteidiger oder Sechser ist? Er kann beide Positionen spielen." Verkommt Martinez zum Notnagel? Danach sieht es aus, denn Jerome Boateng und Dante sind hinten gesetzt, Daniel van Buyten gilt bisher als erster Stellvertreter.

Martinez selbst gibt sich kämpferisch: "Ich werde immer dort spielen, wo der Trainer mich hinstellt. Er weiß am besten, wo ich meine Qualitäten voll ausschöpfen kann." Ob Guardiola ihn überhaupt aufstellt, bleibt abzuwarten...