Bayern: Was ist los mit Martinez? FC Bayern: Warum dauert der Transfer von Javi Martinez so lange?

Javi Martinez beim Torjubel für Athletic Bilbao. Wann ist er endlich bei den Bayern?

Das Gezerre zwischen dem FC Bayern und Athletic Bilbao um Javi Martinez nimmt kein Ende. Eigentlich ist schon klar, dass der Mittelfeldspieler nächste Saison beim FCB spielen wird. Warum der Deal trotzdem noch nicht fix ist und ob er noch scheitern kann erklärt dir der Guru.

Es ist ein Hin und Her, das kein Ende zu nehmen scheint. Der FC Bayern und Javi Martinze von Athletic Bilbao sind sich offenbar einig. Der Spieler will unbedingt zum FCB, der FCB will Martinez unbedingt haben. Die Ablösesumme von 40 Millionen Euro ist fix, Bilbao rückt davon keinen Cent ab. Weil die Bayern aber nicht mehr als 30 Millionen zahlen wollen, übernimmt Martinez 10 davon. Alles klar, oder? Dann kann's ja für den spanischen Nationalspieler in München losgehen. Aber der Wechsel ist noch nicht perfekt. Warum eigentlich?

 

Warum dauert der Transfer von Javi Martinez so lange?

Letzte Woche kam bereits das O.K. des Bayern-Aufsichtsrats, der damit die hohe Ablösesumme freigegeben hat. Der Spieler will auch wechseln, aber sein jetziger Klub, Athletic Bilbo wehrt sich gegen den Transfer. Besser gesagt, dessen Präsident Jose Urrutia. Der will Martinez nämlich gar nicht gehen lassen und wirft den Bayern deswegen Steine in den Weg, wo es nur geht. So verweigert er im Moment jeden Kontakt mit dem FC Bayern. Und er beharrt darauf, dass sich Martinez selbst aus dem Vertrag kauft. Das ist in Spanien so üblich. Die Spieler oder dessen Berater hinterlegen bei der Liga eine Sicherheit oder einen Scheck über die Ablösesumme, die gibt das Geld an den Verein weiter und der Deal ist geritzt. Das Problem: Überweist der FC Bayern 40 Millionen an Martinez, gilt das in Spanien eventuell als Gehalt. Dann würden nochmal 15% Steuern oben drauf kommen – 6 Millionen Euro. Rein theoretisch könnten die Bayern die 40 Millionen Euro auch direkt an Athletic Bilbao bezahlen. Dann wären keine Steuern fällig. Aber da sperrt sich Urrutia. Der droht dem FCB und Javi Martinez damit, dass er den Spieler dann sperren könnte. Laut Vertragsklausel muss sich Martinez nämlich selbst freikaufen. Tut er das nicht, sondern der Verein, verstoßen beide gegen eine FIFA-Regelung, die besagt dass Spieler unter 28 Jahren ihren Vertrag erfüllen müssen, wenn der Verein darauf besteht. Die Folge: 4 Monate Sperre für Martinez und im Schlimmsten Fall ein Transferverbot für die nächsten beiden Wechselperioden.

 

Wie geht's jetzt weiter? Scheitert der Martinez-Deal?

Javi Martinez (2.v.l) beim Training in Bilbao
Javi Martinez (2.v.l) beim Training in Bilbao

Die Bayern und die Spielerberater des "Sechsers" sind heute bei der spanischen Liga und versuchen dort eine Lösung für das Problem zu finden. In erster Linie geht es darum, einen Weg zu finden um die 40 Millionen zu hinterlegen ohne Steuern bezahlen zu müssen. Wie kooperativ die Liga in diesem Fall ist, wird man erst noch sehen. Finden die Unterhändler keine Möglichkeit, die Steuern zu umgehen, könnte der Deal sogar ernsthaft in Gefahr geraten. Die Bayern wollen nicht mehr bezahlen, als die 30 Millionen. Bilbao mauert, denn der Verein beschäftigt nur Spieler mit baskischen Wurzeln. Und davon gibt es nicht so viele. Außerdem will der Präsident Stärke zeigen. Eine schwierige Situation, vor allem für Martinez. Eigentlich soll er diese Woche in München vorgestellt werden. Klappt das nicht, droht ihm eine harte Saison. Denn bei seinem jetzigen Verein wird er von den Fans als Söldner bezeichnet und angepöbelt.