Bayern holt den Audi Cup!

Vier Tage vor dem Pflichtspielauftakt im DFB-Pokal sicherte sich der FC Bayern den nächsten Titel der Vorbereitung.

Die Bayern setzen ihre starke Saisonvorbereitung fort und sichern sich nach Telekom- und Hoeneß-Cup auch den nächsten kleinen Titel. Müller reißt das Ruder rum, Mandzukic wird zum Matchwinner. Trotzdem hatten nicht alle Grund zur Freude …

Nachdem ungefährdeten 2:0 am Vortag gegen den FC Sao Paulo ging es für den FC Bayern im Finale des Audi Cup gegen Manchester City. Der englische Vizemeister hatte sich im anderen Halbfinale mit 5:3 gegen den AC Mailand durchgesetzt, der das Spiel um Platz 3 1:0 gegen Sao Paulo gewann. Auffällig bei Bayern: Mit Neuer, Lahm, Martinez, Dante, Alaba, Schweinsteiger, Robben, Kroos und Ribery standen neun Spieler in der Startelf, die auch schon im Halbfinale begonnen hatten. Mandzukic musste Müller den Vorzug als einzige Sturmspitze lassen. ManCity dagegen setzte auf Rotation und tauschte bis auf Stürmer Stevan Jovetic und Fernandinho die komplette Mannschaft aus.

 

Bayern überlegen aber torlos

Nach einer überlegenen Anfangsphase der Bayern, in der aber kein Tor gelang, wurde City in den Minuten vor der Pause stärker, beschränkte sich nicht mehr auf die Defensivarbeit, sondern suchte den Abschluss. Zwei Flanken auf Neuzugang Alvaro Negredo prüften Manuel Neuer kurz vor dem Pausenpfiff. Der Triple-Sieger ging unverändert in den zweiten Durchgang, City-Coach Manuel Pellegrini brachte mit Yaya Touré und Jesus Navas zwei neue Stars. In der Folge wurde der englische Meister von 2012 auch im Abschluss gefährlicher und ging in der 63. Minute in Führung. Samir Nasri schickte Negredo mit einem langen Ball zwischen Bayerns Innenverteidiger, der Spanier gab sich keine Blöße und schob cool aus halbrechter Position, 14 Meter vor dem Tor ein. Den insgesamt starken Neuer traf keine Schuld, Dante und vor allem Martinez, der das Sprintduell gegen Landsmann Negredo verlor, sahen aber nicht gut aus. Die beiden gelten als Guardiolas Favoriten im Abwehrzentrum, spielen nach verspätetem Trainingsstart wegen des Cofed-Cups aber die schwächste Vorbereitung aller Innenverteidiger: Die eingewechselten Jerome Boateng (für Martinez), Daniel van Buyten (für Dante) und Jan Kirchhoff (für Schweinsteiger im defensiven Mittelfeld) machten allesamt eine bessere Figur. Dante schien das auch gemerkt zu haben: Selbst bei der Siegerehrung war der Brasilianer noch sichtlich bedient.

 

Mandzukic und Müller drehen das Spiel

Das Gegentor schien Bayern wachgerüttelt zu haben: Vier Minuten nach dem 0:1 chipte der eingewechselte Xherdan Shaqiri den ebenfalls neuen Mandzukic an, von dessen Kopf der Ball an die Hand von City-Rechtsvertediger Pablo Zabaleta prallte – unumstrittener Elfmeter! Thomas Müller trat an, ließ Keeper Pantilimon in die falsche springen und verwandelte flach unten rechts: Ausgleich! Bayern wurde wieder dominanter und schaffte 17 Minuten vor Schluss die Entscheidung durch eine erneute Co-Produktion von Müller und Mandzukic. Nach öffnendem Pass von Jerome Boateng flankte Müller vom rechten Flügel auf den zweiten Pfosten, wo Mandzukic problemlos einköpfte. Die große Schlussoffensive der Engländer blieb aus, sodass Bayern insgesamt verdient zum zweiten Mal nach 2009 den Audi Cup gewann. Einzig 2011 konnte der deutsche Rekordmeister das alle zwei Jahre ausgetragene Mini-Turnier nicht gewinnen. Ein gewisser Thiago Alcantara sicherte seinem FC Barcelona damals mit zwei Toren gegen Bayern den Titel. Entgegengenommen wurde der Pokal übrigens nicht wie sonst von Kapitän Philipp Lahm, sondern von Bastian Schweinsteiger, der gestern seinen 29. Geburtstag feierte.

 

Richtige Antwort von Mandzukic

Thomas Müller wurde von der Jury zum Player of the Match gewählt. Der größere Gewinner des Spiels war aber Mario Mandzukic, wie Müller an beiden Toren beteiligt. Der Kroate war schon am Mittwoch gegen Sao Paulo nur eingewechselt worden, was für ordentlich Frust bei gesorgt hatte. Der hatte sich nach seinem Tor zum 1:0 entladen, als er statt zu jubeln zwei böse Blicke in Richtung Trainer schickte. Mandzukic fühlt sich von Pep Guardiola links liegengelassen, der gerne ohne echten Stoßstürmer und mit Falscher Neun spielen lässt. Mit seinem erneuten Jokertor gab "Mandzo" aber die richtige Antwort und heimste nach dem Spiel sogar Lob von Guardiola ein: "Mario hat super gespielt! Gute Bewegungen, gute Performance." Damit dürfte Mandzukic im internen Stürmer-Ranking zumindest an Claudio Pizarro vorbeigezogen sein, der 90 Minuten auf der Bank saß.