Bayern droht Stammplatz-Zoff!

Stress: Pep Guardiola muss seine Star-Truppe bei Laune halten

Siege am Fließband, fast jede Woche ein neuer Rekord, in allen Wettbewerben ganz vorne dabei – beim FC Bayern läuft's wie am Schnürchen! Und jetzt kommen auch noch die Langzeit-Verletzten zurück. Genau das könnte Trainer Pep Guardiola jetzt aber richtig Probleme machen. Es droht dicker Stammplatz-Zoff!

Die Stimmung beim FC Bayern ist top: "So einen Zusammenhalt wie bei uns in der Mannschaft habe ich selten erlebt", schwärmt Kapitän Philipp Lahm. Aber: "Wir haben einen Mega-Kader. Wenn alle zurückkommen, wird es mehrere Härtefälle geben." So krass es klingt: Das große "Glück" der Bayern ist in dieser Saison bisher, dass immer wieder Top-Stars verletzt ausfallen. Verletzungen setzten stets mehrere Stars außer Gefecht – und verhinderten, dass zu viele der millionenschweren Stammplatzanwärter auf der Ersatzbank schmoren mussten. Jetzt lichtet sich die "Krankenstation": Badstuber muss sich in Laufeinheiten langsam ans Team herankämpfen, Ribery steigt nach einer OP nächste Woche wieder ins Lauftraining ein. Aber sonst sind alle Top-Spieler am Start. Jetzt ist Pep gefragt. Der Trainer muss ab sofort jede Woche eine handvoll Superstars auf die Bank setzen und sie trotzdem irgendwie bei Laune halten. Sonst gibt's bei den Über-Bayern bald den Über-Zoff!

 

Schon Stress mit Mandzukic und Kroos!

Mandzukic
Mandzukic

Wie unangenehm es im Luxus-Team werden kann, weiß Mario Mandzukic am besten. Letzte Saison war er fester Bestandteil des Triple-Teams, traf auch im CL-Finale gegen Dortmund. Klar, dass der Kroate einen Stammplatz haben will! Mit bösen Gesten in Richtung Guardiola sorgte er schon zwei Mal für Zoff, weil er zu wenig spielte. Peps Reaktion: Vor dem Rückrundenauftakt strich er die Nummer 9 aus dem Kader. Stellt Pep dauerhaft Müller oder Götze als einzige Stürmer auf, wird "Mandzu" nicht lange stillhalten und wieder miese Stimmung verbreiten. Nach Mandzukic wurde zuletzt auch Toni Kroos frech – ein Spieler aus dem Mannschaftsteil, der Guardiolas größte Herausforderung wird: das Mittelfeld.

 

Zündstoff im Mittelfeld!

Schweini und Martinez
Schweini und Martinez

Die Mitte ist Bayerns Prunkstück, aber auch der Mannschaftsteil mit dem meisten Zündstoff: Schweinsteiger, Martinez, Lahm, Thiago, Kroos, Ribery, Robben, Müller, Shaqiri, Götze – zehn Spieler, die in jeder anderen BL-Mannschaft gesetzt wären, streiten sich um nur fünf Plätze in Bayerns 4-1-4-1. Am schwersten hat es Martinez, der verletzungsbedingt bisher fast die komplette Saison ausfiel. Schweini geht es ähnlich. 2012/13 noch als Doppelsechs gesetzt, haben beide in der Formation mit nur einem zentralen Mann vor der Abwehr die Pep-Lieblinge Lahm und Thiago vor sich. Schweini kann auch als Achter spielen, Martinez lief schon mehrmals als Innenverteidiger auf. Die Chancen, sich jetzt, in der entscheidenden Phase der Saison, einen Stammplatz im eingespielten Bayern-Team zu holen, könnten besser sein.

Beide "Sechser" könnten aber vom Fall Toni Kroos profitieren. Der bislang im linken offensiven Mittelfeld gesetzte Regisseur hat es sich mit dem Trainer verscherzt: Nach seiner Auswechslung gegen Stuttgart klatschte er nicht mit der Bayern-Bank ab, pfefferte stattdessen wütend seine Handschuhe auf den Boden. Seitdem ließ Guardiola ihn keine Minute mehr spielen! Zieht Pep seine Linie durch, könnte es Kroos ähnlich ergehen wie letzte Saison.

Shaqiri
Shaqiri

Da war er bis zum CL-Viertelfinale gesetzt, verletzte sich dann aber und fiel ausgerechnet zur "Titel-Ernte" aus. Nutznießer damals war Arjen Robben, der zum Triple-Hero wurde. Aus der Erfahrung weiß man: Wenn Robben auf die Bank muss, verwandelt sich der freundliche Holländer in einen Stinkstiefel. Pep ist zwar riesiger Robben-Fan, hat auf der rechten Seite aber auch Thomas Müller, der Wettbewerb übergreifend Bayerns Top-Scorer ist. Rechtsaußen ist also Zoff vorprogrammiert.

Xherdan Shaqiri durfte zuletzt als Flügel-Vertretung für die verletzten Ribery und Robben ran. Der Schweizer kann in der offensiven Viererkette überall spielen, hat als unerfahrenster Offensivspieler aber die schlechtesten Karten auf einen Stammplatz. Die Frage ist, ob er sich in seiner zweiten Saison genau so leicht mit Bankplätzen und Kurzeinsätzen zufriedengibt wie noch im ersten Jahr. Vor der Saison sagte er: "Ich will in den wichtigen Spielen auch mal von Anfang an spielen." Das durfte er bisher nur beim Ligaspiel in Leverkusen.

 

Gesetzte und "Null-Problem-Spieler"

Selbst im Luxus-Kader der Bayern gibt es aber Spieler, die normalerweise gesetzt sind: Neuer im Tor sowie Dante und Boateng als Innenverteidiger-Pärchen davor und Alaba auf links. Rechts muss Rafinha nur weichen, falls Lahm für Schweini oder Martinez wieder in die Verteidigung rückt. Neben diesem Block plus Thiago sitzen Götze und Ribery am sichersten im Sattel. Der Franzose ist links auch gesetzt, weil keiner seiner Konkurrenten gelernter Linksaußen ist. Shaqiri, Götze und Kroos können dort zwar spielen, es ist aber nicht ihre Paradeposition. Götze ist der einzige Mittelfeldler, der seit dem 8. Spieltag jedes BL-Spiel gemacht hat. Der 37-Millionen-Mann hat schon auf allen fünf Offensivpositionen gespielt, am häufigsten zentral als "Falsche 9" und "Achter".

Zum Glück für den Trainer gibt es aber auch einige "Kein-Problem-Spieler", um die er sich keine Sorgen machen muss: Daniel van Buyten, Claudio Pizarro, Diego Contento, Pierre-Emile Höjbjerg, Ersatzkeeper Tom Starke sowie Holger Badstuber, der gerade wieder ins Lauftraining eingestiegen ist, werden sich wohl ohne Murren auf die Bank setzen. Und im Moment kann Pep Guardiola um jeden einzelnen Spieler froh sein, der keinen Stress macht.