Badstuber verletzt

Trainer Jupp Heynckes spricht Badstuber nach der Verletzung gut zu!

Das Top-Duell in der Fußball-Bundesliga zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund blieb nicht ohne Folgen: Der Münchner Abwehrspieler Holger Badstuber hat sich einen Kreuzbandriss zugezogen und fällt längere Zeit aus.

Autsch! Das tut ja schon beim Hinsehen übelst weh: In der Top-Begegnung am 15. Spieltag zwischen dem Deutschen Meister und dem Deutschen Rekordmeister zieht sich der Münchner Abwehrspieler Holger Badstuber eine heftige Verletzung zu. Diagnose: Kreuzbandriss!!! Sechs Monate muss der Nationalspieler schätzungsweise pausieren!

Wie es passiert ist: Holger Badstuber will Mario Götze den Ball abnehmen, setzt zum Grätschen an und bleibt mit dem rechten Fuß im Rasen hängen. Dabei verdreht er sein Knie und geht schmerzverzerrt zu Boden! Sofort war klar: Das wird was ernstes sein! Der FCB-Verteidiger wird gegen Jerome Boateng ausgewechselt. Schon während des Spiels macht die bittere Diagnose die Runde.

„Das sah schlimm aus“, weiß Bayern-Trainer Heynckes: „Die Mannschaft kam in die Kabine, hat den Holger Badstuber gesehen – da haben wir nach der Pause zehn, 15 Minuten gebraucht, um den Rhythmus wieder zu finden.“

 

Warum fallen Spieler so lange aus?

Aber warum bedeuten die Verletzungen der Bundesliga-Stars meistens so lange Pausen?

1. Diagnose muss gefunden werden!

Bis die genaue Verletzung festgestellt ist, dauert es manchmal Tage oder Wochen! Bei Arjen Robben zum Beispiel tappten die Bayern-Docs 2010 lange im Dunkeln, ehe die Diagnose Schambeinentzündung feststand.

2. Ruhephase für den Spieler

Ist die Verletzung genau diagnostiziert, folgt meist eine lange Ruhephase, in der der verletzte Körperteil komplett ruhig gestellt wird. Beim Kreuzbandriss beträgt diese nach der notwendigen Operation meist etwa zwei Monate. Bei einem Bänderriss (zumindest wenn mehrere Bänder im Sprunggelenk betroffen sind) mehrere Wochen, selbst bei Muskelverletzungen schnell bis zu zwei Wochen.

3. Reha

Darf der Spieler wieder mit lockerem Aufbautraining beginnen, muss zunächst mal am Muskelaufbau gearbeitet werden. Und dabei gilt die Regel: Um die muskuläre Power wieder zu kriegen, die man vor der Verletzung hatte, braucht es mindestens so lange, wie die Pause gedauert hat. Heißt zum Beispiel bei einem Kreuzbandriss: etwa zwei Monate!

4. Rückkehr ins Mannschaftstraining bis zum Comeback

Darf der Spieler wieder am Mannschaftstraining teilnehmen, bedeutet das, dass er sich wieder allen körperlichen Belastungen aussetzen darf. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Comeback. Aber: Das ist ja nur ein Zwischenziel. Schließlich will der Spieler die Leistungsfähigkeit von der Zeit vor der Verletzung erreichen. Dazu braucht es auch im Mannschaftstraining einige Wochen, denn hier wird – anders als im Aufbautraining - im maximalen Belastungsbereich gearbeitet. Also ähnlich wie im Spiel!

Nun müssen auch die Bewegungsabläufe wieder so einstudiert werden, wie sie im topfitten Zustand waren. Und: Konditionell muss der Spieler natürlich auch noch einiges aufholen. Die Grundlagenausdauer wird meist schon in der Reha und im Aufbautraining wieder aufgepeppt. Doch bei Maximalbelastungen sind andere konditionelle Qualitäten nötig. Die kommen erst bei längerem Training wieder. Und dann folgt der letzte Schritt: Man muss die Konkurrenten aus der eigenen Position im Training übertrumpfen, um ihnen den Stammplatz wieder abzunehmen.