Aogo und seine rätselhafte Auszeit Der Linksverteidiger von HSV stellt sich öffentlich seinen mentalen Problemen

Dennis Aogo ist ein deutscher Fußballspieler, der aktuell beim Hamburger SV spielt

Nationalspieler Dennis Aogo war für ein paar Wochen abgetaucht. Angeblich hatte ihm eine verschleppte Grippe schwer zu schaffen gemacht. Jetzt spricht der Linksverteidiger vom HSV über die wahren Gründe seiner Auszeit.

"Am Ende der Saison-Vorbereitung ist es mir immer schwerer gefallen, aufzustehen. Ich dachte, das sei nur eine Phase. Ich habe trotzdem versucht, mich durchzuschleppen. Aber dann kam der Punkt, an dem es nicht mehr ging."

Weiter erklärt der zehnmalige Nationalspieler: "Wenn der Körper nicht mehr funktioniert, gehts in den Kopf. Ich war mental niedergeschlagen und hatte das Gefühlt, dass ich nicht mehr ich selbst war."

Der Fußballer wollte sich mal gründlich durchchecken lassen und begab sich in ärztliche Behandlung. "Die ersten zehn Tage bin ich erstmal runtergekommen. Danach kamen der Elan und die Motivation zurück. Ich bin täglich gelaufen, Fahrrad gefahren und gewandert", berichtet der Linksverteidiger.

 

"Ich war nicht mehr ich selbst", so Dennis Aogo

[search:aogo]Aogo[/search] ist nicht der erste Spitzensportler, der mentale Probleme hat. Aber anders als Nationaltorwart [search:Enke]Robert Enke[/search], der wegen psychischer Probleme Selbstmord begann, hat Aogo die Kraft, sich öffentlich seinen Problem zu stellen, um so auch dem medialen Druck zu entgehen.

Dennis Aogo spielt seit 2008 beim Hamburger SV
Dennis Aogo spielt seit 2008 beim Hamburger SV

Der 25-Jährige wird zunächst nur ein spezielles Training mit Athletik-Trainer Markus Günther durchlaufen. Wegen der Länderspielpause hat er aber ausreichend Zeit, um bis zum nächsten Bundesligaspiel am 21. Oktober, gegen den VfB Stuttgart, wieder fit zu werden.

Seinen HSV-Stammplatz hat er allerdings an Marcell Jansen verloren. Aber aufgeben kommt für den Profispieler nicht infrage: "Ich weiß, dass ich geduldig sein und mein Ego zurückstecken muss. Aber natürlich bin ich davon überzeugt, mir meinen Platz zurückerkämpfen zu können. Sonst bräuchte ich doch hier gar nicht mehr anzutanzen."

Aogo erklärt: "Heute kann ich sagen, dass ich mich endlich wieder richtig gut fühle. Und das ist ein tolles Gefühl."

Wir wünschen dem zehnmaligen Nationalspieler alles Gute!