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Antonio Cassano

Antonio Cassano spielt bei der EM trotz Herzproblemen eine gute Rolle

Das Drama um den Italien-Star: Für einige Tage schien das Leben von Antonio ­Cassano am seidenen Faden zu hängen. Der italienische Superstar ­hatte einen Hirnschlag erlitten. Ursache: ein ­angeborener Herzfehler.

Die Freude über den Sieg bei AS Rom war bei Spielern, ­Betreuern und Verantwortlichen des AC Mailand schnell verflogen. Auf dem Rückflug klagte Angreifer Antonio Cassano (29) plötzlich über starken Schwindel sowie Seh- und Bewegungsstörungen. „Dabei habe ich zehn Minuten vor der Landung noch mit ihm gescherzt“, erzählte ­Milan-Vizepräsident Adriano Galliani (67). Nach der ­Ankunft in Mailand wurde Cassano sofort ins Krankenhaus ­gebracht. „Es geht Antonio nicht gut“, sagte Klub-Arzt ­Rudy ­Tavana sorgenvoll.

War’s ein Schlaganfall? ­Tagelang herrschte Unklarheit über das Schicksal des Fußball-­Profis. Vieles deutete zunächst auf einen Schlag­anfall hin – eine schreckliche Befürchtung! Angehörige, Kollegen und ­Fußball-Fans aus aller Welt bangten um das Leben des beliebten Stars. ­„Alle für Antonio“, lautete eine Titelschlagzeile der „Gazzetta dello Sport“, ­Italiens wichtigster Sportzeitung. ­Milan-Coach Massimiliano ­Allegri (44) kündigte vor der CL-Partie in ­Borissow wenige Tage nach Cassanos Schwäche­­anfall an: „Wir ­spielen für ihn.“ Doch kurz darauf konnten alle erst mal aufatmen: Die Ärzte teilten mit, Cassano habe „nur“ einen leichten Hirnschlag erlitten, der keine ­bleibenden Schäden hinterlasse.

Gewohntes Bild: Antonio Cassano wird ausgewechselt
Gewohntes Bild: Antonio Cassano wird ausgewechselt

Das Schlimmste verhindert: Ursache war ein unentdeckter Herzfehler, ein kleines Loch zwischen den Herzvorhöfen. Schätzungen zufolge ­haben 25 Prozent aller Erwachsenen diesen Defekt. In der Regel verur­sacht das ­keine Probleme. Doch ­Antonio Cassano hatte „Glück im ­Unglück“, wie ­Galliani feststellte. Dank der schnellen Versorgung des Patienten konnte die Gefahr eines größeren, folgenreichen Schlaganfalls abgewendet werden. Und: In einem 35-­minütigen Eingriff ­verschlossen die Ärzte die ­Öffnung. Cassano geht es inzwischen deutlich besser. Die gute Nachricht: Er wird seine Fußball-Karriere fortsetzen können.

Trotzdem zur EM: Zunächst sah es so aus, als ob Cassano nicht mit zur EM fahren könnte. Aber er hat es geschafft und ist einer der Leistungsträger der italienischen Nationalmannschaft. Aber seine Probleme sind dennoch immer wieder zu sehen, noch ist Cassano nicht in der Lage ein Spiel über 90 Minuten zu machen. Die Kondition lässt bisher noch nicht mehr zu.

Auch Italiens Torhüter Gianluigi Buffon spielt übrigens nicht ohne Sorgen bei der EM.

 

Der Cassano-Schock im Detail:

Antonio Cassano im Spiel gegen den AS Rom
Antonio Cassano im Spiel gegen den AS Rom

Der Schock: Hirnschlag!

Plötzlicher Schwächeanfall: Nach dem Spiel mit AC Mailand bei AS Rom am Abend des 29. Oktobers klagt ­Antonio Cassano auf der Rückreise plötzlich über Schwindel, Seh- und Sprachstörungen. Er wird sofort in eine Mailänder Spezialklinik gefahren, dort behandelt und untersucht.

Schreckliche Ungewissheit: Gerüchte von einem Schlaganfall verbreiten sich. Nach vielen Untersuchungen erklären die Ärzte am 2. November: Cassano hatte einen leichten Hirnschlag – ausgelöst durch einen angeborenen Herzfehler, ein Loch zwischen den Vorhöfen.

Operation: Cassano wird knapp eine Woche nach dem Schwächeanfall operiert. In einem 35-minütigen Eingriff wird das Loch geschlossen.

 

Alle bangen um Cassano:

Milan im Schockzustand: Beim AC Mailand wird Fußball erst mal zur Nebensache. Ob Spieler, Trainer oder Verantwortliche: Alle eilen zur Klinik, um den Kranken zu besuchen und ihm Mut zuzusprechen. Trainer Massimiliano Allegri sagt: „Die ganze Mannschaft ist geschockt.“

Fußball-Welt nimmt Anteil: Viele Fußball-Stars machen sich Sorgen um Cassano. Italiens Nationalspieler Alberto Gilardino (29) veröffentlicht auf seiner Homepage Genesungswünsche. Und sogar Legende Diego Maradona (51) meldet sich: „Der Fußball braucht dich“, schreibt er in einem Brief.