Alles über Portugals Erste Liga

Die Mannschaft des FC Porto feiert den Meistertitel 2012.

Portugals Nationalelf hat gerade bei der EM wieder gezeigt, was sie draufhat – die höchste portugiesische Spielklasse dagegen steht deutlich im Schatten der großen europäischen Ligen. Dabei bringt die "Primeira Liga" immer wieder tolle Stars hervor – und mischt auch in den europäischen Wettbewerben oft kräftig mit.

Real-Superstar Ronaldo, Portugal-Legende Luis Figo, ManU-Ass Nani – diese drei großen Fußballer haben eines gemeinsam: Sie haben angefangen in der Ersten portugiesischen Liga. Wie viele andere Stars verließen sie ihr Heimatland aber früh und gingen zu den großen Klubs Europas (Real, Manchester usw.). Portugals Top-Vereine können solche Ausnahmespieler einfach nicht halten. Der Grund: klar, die Kohle.

Ein Problem: die miesen Zuschauerzahlen. Die dominierenden Vereine aus Lissabon und Porto kommen auf rund 30.000 bis 40.000 Fans im Schnitt. Damit würden sie in der Bundesliga im unteren Drittel beim Zuschauerzuspruch landen.

Ein zweites Problem: die eher geringen TV-Einnahmen. Circa 75 Mio. Euro jährlich erhalten die Vereine der "Liga Zon Sagres" (offizieller Name der portugiesischen Top-Liga) – Deutschlands Klubs bekommen mehr als 600 Mio.

Er ist es! Cristiano Ronaldo begann seine Profi-Karriere bei Portugal-Klub Sporting Lissabon, kickte von von 2002 bis 2003 in der 1. Liga.
Er ist es! Cristiano Ronaldo begann seine Profi-Karriere bei Portugal-Klub Sporting Lissabon, kickte von von 2002 bis 2003 in der 1. Liga.

Trotzdem: Die besten Teams Portugals spielen immer sehr ansehnlichen Fußball und stellen auch international große Gegner oft vor Probleme. Benfica Lissabon und der FC Porto holten immerhin je zwei Mal die Champions League, Porto zuletzt 2004. Besonders 2011 trumpften die Teams aus dem Nachbarland Spaniens auch in der Europa League mächtig auf: Mit Benfica, dem FC Porto und Sporting Braga kamen gleich drei ins Halbfinale, Porto entschied das Finale gegen Braga für sich. Solche Erfolge führen natürlich erst recht dazu, dass herausragende Spieler ins Rampenlicht rücken – und von Top-Klubs aus Europa weggekauft erden. Nach dem EL-Erfolg 2011 war’s Super-Torjäger Falcao, der für 47 Mio. Euro nach Spanien zu Atletico Madrid wechselte – und diese übrigens ein Jahr später ebenfalls zum EL-Sieg ballerte. Auch diesen Sommer musste Porto wieder seinen besten Stürmer ziehen lasse. Brasil-Ass Hulk wechselte für die Rekordsumme von 55 Mio. Euro zu Zenit St. Petersburg nach Russland.

Ist weg: Für Porto schoss Hulk in 169 Pflichtspielen 78 Treffer.
Ist weg: Für Porto schoss Hulk in 169 Pflichtspielen 78 Treffer.

Der FC Porto ist seit Jahren die dominierende Mannschaft in Portugal. Zwei Mal hintereinander holten sie zuletzt den Titel, in den letzten 20 Jahren waren sie am Ende 14 Mal ganz vorn. Bei insgesamt 26 Meisterschaften liegen sie aber noch hinter einem anderen Traditionsklub: Benfica Lissabon, das 32 Mal triumphierte, zuletzt 2010. Sporting Lissabon hinkt mit 18 Trophäen schon etwas hinterher – daneben gab es in der seit 1934/35 ausgetragenen Meisterschaft nur zwei weitere Vereine, die am Ende ganz oben standen (Boavista Porto und Belenenses Lissabon). Auch aktuell liegen Porto und Benfica wieder vorne, Sporting Braga, die sich letztes Jahr durch einen 3. Platz für die CL qualifizieren konnten, folgt dahinter.

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Der größte verbliebene Star ist wohl Joao Moutinho (Foto links). Der 26-jährige Mittelfeld-Spieler vom FC Porto ist auch ein Leistungsträger in Portugals Nationalteam und mit 26 Mio. Euro der Spieler mit dem größten Marktwert in der Liga. Trotz Mega-Einnahmen von 80 Mio. (Porto) bzw. 70 Mio. (Benfica) haben diese Klubs auch diesmal selbst nur mäßig tief in die Tasche gegriffen. Porto investierte knapp zwölf Mio., Benfica rund 24 Mio. Aber: Die größten Stars machen sich die portugiesischen Klubs immer wieder selbst … Wer wird der nächste sein?

 

Die geilsten Tore 2011/12