Alles über die Ehrendivision

Rekord: 2012 gewann Ajax zum 31. Mal die holländische Meisterschaft.

Immer wieder überraschen uns Talente aus Holland, die plötzlich zu den besten Kickern der Welt gehören. Die meisten von ihnen haben mal ganz klein angefangen – in der holländischen Ehrendivision.

Erstmals 1956 ausgetragen besteht die oberste Fußballliga Hollands heute aus 18 Vereinen pro Saison und belegt Rang 10 in der 5-Jahres-Wertung. Diese Platzierung beschert den Holländern bis zu sechs Startplätze in den internationalen Wettbewerben: Der Meister (2011/12: Ajax Amsterdam) ist direkt für die Gruppenphase der Champions League qualifiziert, der Zweite startet in der CL-Qualifikation. Der drittplatzierte Klub spielt direkt in der Europa League, der Vierte kann über die Quali noch in die EL rutschen. Dann wird's knifflig: Als einzige Liga in Europa lässt die "Eredivisie" Playoff-Spiele um den letzten EL-Startplatz austragen. Der 5. der vergangenen Spielzeit tritt in Hin- und Rückspiel gegen den 8. an und der 6. gegen den 7., ehe die Sieger im Finale – wieder in zwei Matches – um den letzten Platz fighten. Einen zusätzlichen Starter stellt der Gewinner des KNVB-Pokals (2011/12: PSV Eindhoven). 2012 qualifizierte sich zudem Twente Enschede über die Fair-Play-Wertung. Direkt absteigen muss nur das Schlusslicht der Liga, der Letzte und Vorletzte spielen in der Relegation gegen den Zweiten und Dritten der zweiten Liga, der Jupiler League.

Arjen Robben spielte von 2002 bis 2004 für den PSV
Arjen Robben spielte von 2002 bis 2004 für den PSV

Rekordmeister Hollands ist mit 31 Meisterschaften Ajax Amsterdam vor dem PSV Eindhoven (21). In den letzten 25 Jahren wurde nur viermal ein anderes Team Meister! Da ist es fast logisch, dass die beiden Branchenführer auch die meisten Mega-Talente rausbringen. Bei Ajax wurden unter anderem Rafael van der Vaart, Wesley Sneijder, [search:Huntelaar]Klaas-Jan Huntelaar[/search], Zlatan Ibrahimovic und der legendäre Marco van Basten zu Weltstars. Eindhoven hält mit Größen wie Ronaldo (der dicke), Mark van Bommel, [search:Robben]Arjen Robben[/search], Ruud van Nistelrooy, Ibrahim Afellay oder früher Ruud Gullit dagegen.

Dost wechselte im Sommer für 7 Mio. nach Wolfsburg
Dost wechselte im Sommer für 7 Mio. nach Wolfsburg

Holland ist traditionell eine "Stürmer-Nation". Die Nationalmannschaft ("Elftal") steht deshalb seit Jahren für spektakulären Offensiv-Fußball. Mit aktuell Robben, Afellay, [search:van der Vaart]van der Vaart[/search], Sneijder, Huntelaar und van Persie hat Bondscoach Louis van Gaal ein Überangebot gestandener Weltklasse-Angreifer im Kader. Da wundert man sich, warum "Oranje" bei der EM 2012 sank-, klang- und punktlos mit nur zwei Törchen in der Vorrunde nach Hause fahren musste. Mit Blick auf die WM 2014 könnte van Gaal so auf zwei weitere Stürmer kommen, die bislang kaum zum Zug kamen: Gladbachs Luuk de Jong (22) und der Wolfsburger Bas Dost (23). Beide wechselten im Sommer aus der Ehrendivision in die Bundesliga. Dost wurde 2011/12 mit 32 Treffern Torschützenkönig, de Jong mit 25 Buden sein Vize. Vielleicht sind die beiden ja die nächsten Weltstars, die in der "Eredivisie" groß wurden – die Bundesliga würde es freuen!

 

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