Selbstmordversuch aus Handy-Sucht!

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Weil ihre Mutter ihr das Handy wegnahm, rammte sich Sarah (13) ein Messer in den Bauch!

Der Rettungsdienst stürmt in eine Wohnung in Braunau, Österreich. Niemand ist zu sehen. Dann hören sie ein leises Wimmern: "Hilfe, Hilfe, bitte hilf mir doch jemand!"

Die Sanitäter folgen besorgt der Stimme. Im Wohnzimmer finden sie Sarah (Name geändert). Blutüberströmt und kaum noch bei Bewusstsein ringt die 13-­Jährige nach Luft! Aus ihrem Bauch ragt der Griff eines 20 Zentimeter langen Küchenmessers!

Der Notarzt sieht sofort, dass das Leben des schwer verletzen Girls am seidenen Faden hängt. Im Hubschrauber wird Sarah rasend schnell in die Klinik nach Salzburg geflogen. Not-­OP! Die Schülerin überlebt haarscharf! Doch wie konnte es nur so weit kommen? War der Messerstich ein schrecklicher Unfall?

 

Nein! Sarah hat sich fast selbst getötet! Absichtlich! Der krasse Selbstmordversuch ist der traurige Höhepunkt eines Streits mit ihrer Mom.

Unfassbar: Die Schülerin wollte lieber sterben, als ohne Handy zu leben! Nach einem heftigen Zoff, bösen Worten und Tränen nimmt die Mutter der 13-Jährigen zur Strafe das Smartphone weg, verlässt die Wohnung. Sarah rastet daraufhin völlig aus, greift voller Verzweiflung nach einem langen Messer und rammt es sich mit aller Kraft in den Bauch.

Sie bricht zusammen, schafft es aber gerade noch, den Notarzt anzurufen. Doch warum treibt das Handy­-Verbot sie fast in den Tod? Sarah kann tatsächlich nicht mehr ohne ihr Smartphone leben – sie ist handysüchtig. Die Schülerin lässt es keine Sekunde aus den Augen. Im Minutentakt wird das Display gecheckt! Sind neue Nachrichten gekommen? Hat irgendjemand ihr Profilbild geliked oder kommentiert? Von wem sie ein Like bekommt, ist Sarah total egal – je mehr, des­to besser.

Ihre richtigen Freunde vernachlässigt sie dagegen immer mehr. Klassenkameraden berichten, dass sie am Tag meh­rere Hun­dert SMS und Whats­App ­Nachrichten bekommt. Rund um die Uhr wird gechattet. Alles dreht sich nur noch um Facebook, Instagram & Co.

Sarah braucht die Anerkennung und Bestätigung durch die Mitglieder in sozia­len Netzwerken. Ihre schulischen Leistungen leiden extrem unter der Dauer-Ablenkung. Im Unterricht kriegt sie kaum noch was mit, die Noten rauschen in den Keller. Sobald das Handy mal weg ist, treten sofort Entzugserscheinungen auf.

Trauriger Höhepunkt dieser verborgenen Sucht: Sarah er­sticht sich fast, um ihrer Mutter zu zeigen, wie wichtig ihr der elektronische Begleiter ist.

Sie hat Riesen­ Glück: Die Schüle­rin überlebt ihre Verzweiflungstat, wird im Krankenhaus noch ein paar Tage beobachtet. Im Heimatort sind die Leute ge­schockt: "Furchtbar, dass so was passieren kann", sagt ein besorgter Vater. Ärzte raten Sarah zu einer professionellen Therapie, um so die Handysucht zu besiegen. Das ist wohl der einzige Weg zurück ins wahre Leben.

Autor: Luca Sonntag

Die Bilder zeigen nicht Sarah. Es sind Motive aus Bildagenturen.