RC-Cars wieder voll im Trend

Würdest Du Dich selbst als Fan von Formel 1, Stockcar und Co. bezeichnen und tüftelst außerdem gern? Zu jung, um selbst hinterm Steuer zu sitzen und trotzdem Bock auf Full Speed? Wir stellen Dir RC-Cars vor – ein Hobby, das Bastler und Geschwindigkeitsfreaks auf der ganzen Welt begeistert.

RC-Car steht für Radio Controlled Car, was so viel wie funkgesteuertes Auto bedeutet. Wer jetzt glaubt, dass es sich dabei um Kinderspielzeug handelt, irrt gewaltig. Die kleinen Flitzer sind mit echten Motoren ausgestattet und erreichen je nach Klasse Geschwindigkeiten bis zu 120 Stundenkilometern. Wegen des großen Fankreises gibt es viele Clubs und sogar spezielle Rennbahnen, auf denen RC-Car-Fahrer ihre selbst zusammengebastelten und getunten Flitzer gegeneinander antreten lassen. Gefahren wird dort abhängig von den Klassen, denen die RC-Cars angehören, denn auch hier gibt es Unterschiede. Vom Truck über Buggys fürs Gelände bis hin zu Monstertrucks ist für jeden etwas dabei. Wir haben uns mit dem leidenschaftlichen RC-Fan Patrick über sein Hobby unterhalten.

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Patrick hat schon im Alter von 12 Jahren angefangen, sich für Modellbau zu interessieren. Das Hobby hat bis heute nichts von seinem Reiz für ihn verloren. Natürlich ist er heutzutage wesentlich professioneller unterwegs als damals: Anstatt vorgefertigte Sets aus dem Fachhandel zusammenzubasteln, baut er sich seine RC-Cars komplett selbst zusammen.

"Am Anfang hatte ich absolut keine Ahnung von Modellbau", erzählt Patrick, während er fast liebevoll sein neuestes Modell auf dem Schoß hält. "Das Ganze war eher ein „Learning by doing" – Prozess, bei dem mit wachsendem Interesse auch die Fachkenntnisse fast von allein kommen. Man liest viel in Büchern, im Internet und tauscht sich mit Gleichgesinnten aus – so wie bei fast jedem anderen Hobby auch."

Nach dem Abitur absolvierte Patrick eine Ausbildung zum Industriemechaniker. "Es stimmt schon, dass ich dort eine Menge Dinge gelernt habe, die mir fürs RC-Car-Bauen sehr nützlich sind", erklärt er. "Aber ich habe auch Freunde, die was völlig anderes gelernt haben und dennoch richtig gute Flitzer bauen. Es ist letztendlich eine Interessenfrage."

Nachdem er RC-Cars für sich entdeckt hatte, fuhr Patrick mehrere Jahre lang bei RCC–Rennen mit. Irgendwann begann er dann auch, parallel selbst fahrtüchtige Modellautos zusammenzubauen. Dies machte ihm so viel Spaß, dass die Teilnahmen an den Rennen schließlich weniger wurden und er immer mehr Zeit mit Basteln verbrachte. Im Juli 2009 beschloss er schließlich, sein erstes Auto komplett selbstständig zu bauen.

Patrick bei der Konstruktion eines RC-Cars
Patrick bei der Konstruktion eines RC-Cars

Die "Anatomie" eines fahrtüchtigen RC-Cars war Patrick natürlich bereits bekannt, so dass die ersten Schritte schnell unternommen waren. "Am Anfang steht immer der Konstruktionsplan – wie soll das Auto aussehen, wohin gehören die Stoßdämpfer, wie sieht die Motorposition aus und so weiter. Da ich etwas Neues ausprobieren wollte, beschloss ich, nicht nur Aluminium zu verbauen (das für RC-Cars übliche Material). Stattdessen entschied ich mich dazu, auch Carbon zu benutzen – sozusagen der Stoff, aus dem die echten Formel 1 Cars gebaut werden. Sicher kann man auch Carbon-RC-Cars kaufen – selbstgebaut und in diesem Größensegment ist es jedoch eine echte Herausforderung. Im nächsten Schritt musste ich dann alle Teile selbst produzieren – mit anderen Worten: Drehen, Fräsen und Veränderungen an Teilen von anderen Modellen vornehmen."

Danach ging es auch schon an die Montage des RC-Cars. "Hier hat sich die Erstellung eines präzisen Konstruktionsplans wirklich bewährt", sagt Patrick. "Dadurch musste ich beim Zusammenbau meines Autos so gut wie keine Einzelteile mehr nachbearbeiten oder neu erstellen."

Patricks erstes Modell "Marke Eigenbau" bestand auch den Praxistest und fuhr solide seine 80km/h – doch damit fing die Arbeit für den heute 24-Jährigen erst an. "Letztendlich landet man als Konstrukteur immer wieder an dem Punkt, an dem man sich denkt. "Da könntest du noch was verbessern" oder "Das geht bestimmt noch schneller" und "Hier kann ich sicher noch etwas Gewicht einsparen. Mit der Faszination für RC-Cars wächst auch der Ehrgeiz – und das nicht nur auf der Rennstrecke."

Marke Eigenbau: Patrick mit zwei RC-Car-Modellen
Marke Eigenbau: Patrick mit zwei RC-Car-Modellen

Was Bauzeit und Kosten angeht, so halten sich Aufwand und Ausgaben in Grenzen. "Ich habe ein paar Monate an meinem Modell gebastelt", sagt Patrick. "Aber da sind dann auch Umbauten und Baupausen mit drin. Wer viel Zeit übrig hat, bekommt die Konstruktion auch in wenigen Wochen hin. Preislich ist zu sagen, dass es nach oben hin zwar keine Grenze gibt - mit 350 bis 400 Euro kann man sich aber ein schnelles und solides Fahrzeug konstruieren."

• Schau bei einem RC-Car-Rennen Rennen zu und schau, ob das etwas für Dich ist. Lass Dich beim Fachhändler beraten oder frag erfahrene RC-Car-Fahrer um Rat, zum Beispiel hier: RC Forum.

• Überlegt Dir, was für eine Sorte Auto es sein soll (Offroader für das offene Gelände oder Onroader für asphaltierte Rennstrecken).

• Hochwertige Starterkits gibt es bereits ab 400 Euro, je nach Portemonaie und Laune sind aber auch billigere Modelle verfügbar. Für den Anfang ist ein solches Anfängerset völlig ausreichend.

• Die Mitgliedschaft in Vereinen bietet viele Vorteile (Teilnahme an Turnieren und Rennen, eigene Trainingsstrecken, Austausch mit Gleichgesinnten, Insider-Tipps und mehr.) Eine Liste aller Vereine in Deutschland findest Du hier.